Wintertour 2019/2020 (aktuell)

Unsere Route bis zum aktuellen Standort.


2020-02-22 – 2020-02-23 – Für zwei Tage zurück zum Wrack nach Gythio

Windig ist es heute Morgen. Wir Verbliebenen prütschern so vor sich hin. Alle wollen los. Ich auch! Nach dem Frühstück noch eine schnelle Runde mit dem Fahrrad drehen (das ist hier einfacher als später in Gythio). Dann einpacken und noch was einkaufen. In Monemvasia ist Wochenmarkt. Welch glücklicher Zufall! Tomaten und Blumenkohl von Kreta. Brot vom Bäcker und Zwieback aus dem Minimarkt.

In den Bergen tropfen mir dann tatsächlich ein paar Regentropfen auf die Windschutzscheibe. In den Ortschaften, durch die ich nun schon teilweise zum dritten Mal durchkomme, sitzen die Männer schon wieder in den völlig überfüllten Bars und Cafés. Das mag daran liegen, dass ich scheinbar immer zum Wochenende unterwegs bin.

Am Wrack staune ich nicht schlecht. Endlich ist das 1981 aufgelaufene Schiff umgekippt. Nee – Scherz. Hier treffe ich meine Nachbarn aus Monemvasia in ihrem F 66 wieder. Und die Familie Widdel. Die haben vor circa einem Jahr von mir die Betten aus unserer Lia Kuh (unser Mercedes 817 LK zum Ausschlachten) abgekauft haben. Und zwei Selbstbauer-Varios. Die drei Familien reisen schon seit längerem zusammen. Volles Haus also. Vor allem weil jetzt eine für mich schier unüberschaubare Menge an Kindern auf dem Platz rumtollt. So ist Lara mal ausgelastet. Nur das Wetter lässt noch zu wünschen übrig.

Das ändert sich aber am Sonntag. Herrlichstes Sonnenwetter, was mal wieder zum Baden einlädt. Leider reisen die Leipziger gegen Mittag ab. Schade. Die vier habe ich liebgewonnen.

Endlich auch mal jemand dabei ist, die Fleisch isst. So kann ich endlich mal wieder ein Lahm Lhalou machen. Für mich alleine lohnt sich das immer nicht, wenn ich mit den ganzen Vegetariern und Veganern zusammen esse.

Und anschließend Lagerfeuer.

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Anmerkung: Auch zu diesen Tagen veröffentliche ich nur wenige Bilder um den Kindern ihren Datenschutz zu gewährleisten.

2020-02-24 – Diros Strand

Große Aufbruchsstimmung. Die drei Familien wollen nach Sparta ein bisschen Kultur machen. Ich nach Diros Strand. Dinosauriereier gucken.

Vorher noch Geld in Gythio ziehen. Es ist wirklich erstaunlich mit welchem Beharrungsvermögen die Banken in den südlichen Ländern ihre Bankautomaten so ausrichten, dass der Bildschirm Richtung Sonnenseite zeigt. Nicht nur ich kann kaum etwas erkennen. Da brauche ich dann eine Griechin, die ihren Mantel hinter mir so ausbreitet, dass etwas Schatten auf den Automaten fällt. Ich stelle mir die ganze Zeit vor, was wohl die anderen Passanten über uns gedacht haben? Die Frau mit ausgebreitetem Mantel dicht hinter mir. Umgekehrt hätte es sicherlich Ärger gegeben. Nun ja. Mit Geld in der Tasche geht’s nun weiter. Irgendwie fährt mein Magic Earth Navi mal wieder Abkürzungen auf kleinen Wegen durch Olivenhaine. Aber trotzdem komme ich an. Sind heute ja nur 57 Kilometer.

Die Abzweigung zum Weg runter zum Strand liegt etwas versteckt hinter einer Werkstatt und Bar. Er ist auch auf den anfänglichen Metern auch sehr eng und Steil. Aber es ist der richtige.

Am Strand schönster Sonnenschein und Windstille. Da hatte ich oben in den Bergen schon Befürchtungen, denn da hat es mächtig geweht. Der Strand geht recht steil ins Wasser und besteht aus großen Steinen. Eben den Dinosauriereiern. Die Brandung ist durch diese großen Steine recht laut. Und die Brandung nimmt gegen Abend noch zu. Na, mal sehen, wie das her mit dem Schlafen wird.

Erst einmal gehe ich mal den gesamten Strand ab. Groß ist er ja nicht. Aber ein paar Rinder mit ihren Kälbchen laufen hier ganz gemächlich rum und fressen ganz langsam vor sich hin. Nicht solche „Leistungsfresser“ wie bei uns zu Hause.

Am einen Ende vom steht ein – ich denke mal – ein Haus mit Ferienwohnungen. Schon in Natursteinen der Landschaft angepasst und sehr kleinteilig in der Außenansicht angelegt. Ich kann mir vorstellen, dass Urlaub hier Spaß macht.

Mehrfach kommen den Tag über ältere griechische Pärchen vorbei. Er fährt und sie läuft nebenher durch das Grün und sammelt Kräuter. Und anschließend stehen sie immer noch eine Weile am Wasser und beobachten die Brandung.

Heute merke ich endlich mal, dass die Tage jetzt echt schon länger werden. Um 18:44 Uhr ist die Sonne endgültig untergegangen. Es ist aber noch nicht dunkel, der Horizont scheint immer noch rot. Aber kühl wird es auch hier nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. Also rein und Türen zu um die Wärme drin zu halten.

2020-02-25 – Weiter zur Ochsenbauchbucht

Der Diros Strand ist für mich nicht so der Bringer. Trotz sehr gutem Wetter finde keinen Grund hier noch länger zu bleiben. Baden ist schwierig bei den großen Steinen und der Brandung. Außerdem ist letztere nachts so laut, dass es beim Schlafen stört.

So mache ich mich auf den Weg zu den Flamingo-Lagunen, auch Ochsenbauchbucht genannt. Der Name kommt sicherlich von der Salzwasserbucht, die sich in die Lagune hinein wölbt.

Die Strecke vom Diros Strand nach Kalamata ist traumhaft. Wechselweise auf Meeresniveau oder bis zu 500 Meter über dem Meer. Und bei bestem Wetter eine wunderbare Aussicht.

Einen Wermutstropfen finde ich dann aber doch. Die Gegend um Kalamata, bekannt für ihre besonders leckeren Oliven, hat sich mittlerweile zu einer reinen Monokulturlandschaft entwickelt. Keine andere Frucht und auch keine Flächen mehr, die nicht kommerziell für den Olivenanbau genutzt werden. Schade.

Immer noch bei bestem Wetter komme ich in der Ochsenbauchbucht an. Es ist ein bisschen schwierig hier den Platz zu finden, an dem ich mich hinstellen kann. Oskar Unterwegs ist schon da. Und ein älteres Ehepaar aus LEO.

Mit Lara erkunde ich erst einmal das Gelände. Flamingos kann ich keine entdecken. Oder sollte es diese weißen Punkte ganz weit hinten auf der Lagune sein? Keine Ahnung. Die Bucht selbst ist schön und das Wasser echt warm. Aber der Strand auf unserer Seite mächtig mit Tang bedeckt, dass ich um die halbe Bucht rum muss, um eine Einstiegstelle zu finden.

So sitze ich in der Sonne und genieße bei Ziegenkäse, Tomate und Zwiebeln die angenehme Wärme.

Gegen 18:00 Uhr verschwinden alle in ihren Autos. Die Sonne ist mal wieder hinter einem Berg verschwunden und es wird sofort kühl.

Zum Abendessen gibt es mit Käse überbackenen Blumenkohl.

2020-02-26 bis Ende – Zurück nach Kato Basile – Nee, gleich weiter bis nach Gjirokastra.

Einige aufmerksame LeserInnen haben es schon sicherlich gemerkt. Meine Berichte werden immer knapper. Die Aufenthalte an einem Ort immer kürzer und die Strecken die ich täglich fahre werden immer länger. Warum ist das so? Ich will nach Hause!

Ich habe mir die vier Monate ohne Heidi einfacher vorgestellt. In den letzten Jahren war ich nur zwei Monate alleine im Winter unterwegs. Und dann war ich dabei immer wieder bei lieben Menschen „zu Besuch“. Dieses Mal habe ich unterwegs ebenfalls mir wichtige Menschen getroffen: Max und Sylvia, die Familie Knittel, die Familie vom Wagenplatz in Leipzig, die Widdel Familie und Sue. Einige von ihnen waren Freunde von mir oder wurden es auf dieser Tour. Aber nichtsdestotrotz, vor einigen Tagen war Bergfest und mir wurde immer klarer – mir fehlt was Wichtiges. Jemand mit dem ich die schönen, aber auch die nicht so schönen Dinge intensiv und bedingungslos teilen kann. Und mir wurde immer klarer, diese Person fehlt mir. Mehr als ich bei Beginn meiner Tour je dachte.

Daher mein Entschluss, zügig nach Hause zurück zu kehren.

Aber wie es dieses Jahr so ist, auch hier stellt mir das Pech wieder mal ein Bein.

In Gjirokastra bei meinen Freunden Julian und Zhanisa auf ihrem Weingut und dem Camping Gjirokastra angekommen, habe ich gestern festgestellt, dass der in Ksamil reparierte Haken an der Fahrerkabine wieder abgebrochen ist. Julian hat sich sofort bereit erklärt, sich in seinem Freundeskreis nach einem Schweißgerät umzuschauen. Da er jedoch tagsüber arbeitet, geht das nicht von heute auf morgen. Ich hoffe, dass es morgen, am Freitag, soweit ist.

Am Abend bin ich wieder mal „Gast der Familie“. Julian und Zhanisa geben sich wieder alle Mühe herausragende Gastgeber zu sein. Wa ihnen auch wiedermal hervorragend gelingt.

Und auch die Mutter meldet sich am erten Morgen in Form einer großen Tüte mit Eiern von den eigenen Hühnern. Wann soll ich das alles essen? Daber danke dafür!

Da die beiden ihren Campingplatz von Grund auf umbauen, kann ich darauf nicht stehen. Aber in seinem direkt an den Platz anschließenden Weinberg. Ich fühle mich da sehr wohl!

So warte ich, gemütlich in seinem Restaurant sitzend, darauf das es weitergeht. Dabei beobachtend, wie auf den gegenüberliegenden Bergen die Schneegrenze immer weiter runter kommt. Das wäre es noch, hier einzuschneien.

Aber was wollte ich eigentlich hier mit diesen Zeilen sagen? Ich denke, dass ich an dieser Stelle meinen Reisebericht beenden werde. Denn die reine Rückreise, soweit es geht auf der Autobahn, ist es dann sicherlich nicht wert, darüber zu berichten.

Vielleicht, wenn ich dann zu Hause bin, noch ein kurzer Abschluss. Mal sehen. Und was mich hieraus für mein restliches Leben prägen wird.



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