Spanien ole

2018-02-03 – Ein heftiger Ritt

Direkt bei La Jonquera die Abfahrt verpasst. So ein paar Kilometer auf der Mautstrecke. Dann aber runter. Blauer Himmel, kein Wind (!) im Gegensatz zu Frankreich vor ein paar Minuten. Aber in Girona plötzlich Minustemperaturen. Man gut, dass ich vergessen habe, bei der Truma den Warmwasserboiler abzustellen. Sonst wäre jetzt mein Wasser weg.

Bis Granollers immer schön neben der mautpflichtigen AP7: N II->A2->C35. Dann rauf auf die AP7. Um Barcelona herum spare ich mir den Stress durch die gewerblichen Vororte und verlasse daher diese erst bei Vilafranca. In der Folge immer auf der N340, die auch häufig zur A7 wird. Gutes Vorankommen. Teilweise zu gut. So treffe ich Harm, der auf dem Rückweg aus Marokko ist, weit südlich von Tarragona. Für beide von uns nicht der gemeinsame Übernachtungsplatz. Er will noch weiter in den Norden und ich weiter in den Süden. So bleibt es beim Schwätzchen am Straßenrand und die Hoffnung uns am 13-15 April bei Torsten auf dem Steinwaldtreffen wieder zu sehen.

Es läuft gut. Südlich von Castellón will ich übernachten. Aber irgendwie habe ich überhaupt keine Lust mir ein Plätzchen an der Küste zu suchen und treffe die folgenschwere Entscheidung, die fehlenden 300 Kilometer bis nach Mazarrón dran zu hängen. Es ist jetzt kurz vor 16:00 Uhr und damit die Hoffnung groß, dort zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr einzutreffen.

Die N340 ist zur CV10 (weiß der Henker wie die auf diese Straßennummerierungen hier kommen). Um Valencia herum auf die A7, die hier mit der AP7 zusammen verläuft. Hinter der Stadt wieder auf die A7. Ab hier probiere ich die Strecke, über die Murcia ausgeschildert ist: Wechsel auf die A35‑>N344‑>A23­‑>A30‑>A7‑>N344 auf die A7. Diese Strecke ist für mich neu. Eine exzellent ausgebaute Strecke. Auch bei Nacht sehr gut zu fahren. Die selbstleuchtenden Leitplanken sind ja wirklich nicht zu übersehen.

Bei Alhama de Murcia dann auf die RM2‑>RM23 und RM3, die in einem Kreisel endet. Rechts ab, durch den Tunnel, am zweiten Kreisel links runter nach Canada de Gallego. An der Tanke am Ortseingang noch mal Google Maps anwerfen für die letzten paar Meter. Natürlich wieder durch die ganzen Gemüse- und Obstzelte. Dann ich stehe vor Sonjas Caravan Art Finca.

(Es geht aber auch einfacher. Am zweiten Kreisel nach Águilas (!) abbiegen und dann an der Tanke links auf den Schotterweg. Der wird nach 80 m zum Asphaltweg.)

Jana erklärt mir noch das Wichtigste. Ein Bier und ab ins Bett. Jetzt bin so richtig müde!

2018-02-04 – Langsame Regeneration

Lange schlafen. Nach 10:00 Uhr kommt Sonja von der Ziegenwiese hoch, wo noch ihr Wohnlaster steht. Große Freude. Auch und vor allem über die eingeweckten Pflaumen. Da hat sie schon sehnsüchtig drauf gewartet.

Dann mit den drei (Frauen) von der Finca lange geklönt und verschiedene Versuche mit der Leiter von Big Blue unternommen, die Datteln von ihrer Palme runter zu holen. Was nur begrenzt erfolgreich ist, denn so eine Palme ist nun mal höher als so ein Laster. Demensprechend auch die Leiter nicht wirklich lang genug ist.

Einkaufen fahren im Ort. Die Frauen vom Laden sind heute sehr aufgekratzt und laut. Unterhalten sich durch den ganzen Laden. Laut ist es! Sehr laut! Ich bin froh, als wieder draußen bin. Wieder zurück zur Finca. Das ist jetzt doofer als letztes Jahr auf der Ziegenwiese. Von dort fuhr man der Berg hoch zu Einkaufen und entspannt wieder runter zum Strand mit dem ganzen Eingekauften. Das ist jetzt genau anders rum.

Den Rest des Tages vertrödele ich. Auch so vergeht ein Tag. Macht aber auch mal Spaß.

2018-02-05 – Mal nur rumhängen

Heute habe ich mir mal meinen Roller genommen und bin mit dem in der Gegend rumgefahren. Heute mal einfach so. Ohne Fotoapparat. Ohne den Anspruch darüber zu berichten. So soll es auch bleiben.

Am frühen Nachmittag wieder mit den drei Frauen von der Caravan Art Finca zu Mittag gegessen. Tortilla. Ich hätte es Bauernfrühstück genannt. War lecker.

Später haben wir noch die Leiter von Big Blue mit Spanngurten und einer weiteren Leiter verlängert. So sind wir heute besser an die Datteln herangekommen.

So, dass ist es für heute auch gewesen. Ach so ja. Heute hat die Sonne auch mal drei Stunden richtig geschienen. Ansonsten war es leicht bewölkt. Aber nicht unangenehm.

2018-02-06 – Der erste Tag mit richtig Sonnenschein

Eine unangenehme Überraschung: Heute Morgen sind aus irgendwelchen Gründen die Batterien runter. Ärgerlich. Nun jetzt kommt die Sonne mit Macht raus und schon läuft wieder Alles. Also raus mit Müsli, Obst und Tee. Auf die Sonnenseite von Big Blue und des Lebens und Frühstücken. So ein blaues Auto strahlt ja recht schnell auch Wärme ab wenn die Sonne draufsteht. Also auch gleich ein warmer Rücken! Mal sehen was ich heute unternehme. Noch keine Ahnung.

Auch heute kocht Eva wieder: Geschnetzeltes in Paprikasauce, grünen Bohnen und Salzkartoffeln. Auch wieder lecker. Erstmals isst auch ein aus Belgien angereister Junge, der hier auf Basis „Urlaub gegen Hand“ einige Zeit bleiben will, mit. Er ist sehr ruhig, fast schüchtern. Naja, er muss erst einmal richtig ankommen. Verständigen kann sich mit ihm jedenfalls sehr gut: Englisch und Deutsch.

Später noch ein Stück genialen Käsekuchen von der, auch hier (so wie letztes Jahr auf der Ziegenwiese) vorbeikommenden, Bäckerin.

Irgendwann am Nachmittag kommen noch Freunde von Sonja und Eva aus Herford. Jedoch wird es mit beginnendem Sonnenuntergang recht schnell frisch und jeder zieht sich in sein Auto zurück.

2018-02-07 – Heute erst einmal auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren

Langsam wird es voll hier. Über Nacht hat sich noch ein Hannoveraner mit seiner Tochter auf den Platz gemogelt. Er will bis morgen bleiben und dann weiter nach Lissabon. Hat sich da mit jemand verabredet. Will aber zur Eröffnungsfeier wieder zurück sein.

Ansonsten nach dem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein mit allen ausgiebig geklönt. Aber dann bekomme ich langsam Hummeln im Hintern. Also dick angezogen und mit dem Roller nach Mazarrón. Als erstes zur Bodega meines Vertrauens auf dem Marktplatz und Rotwein und Cream Cherry/Portwein kaufen. Der Chef erkennt mich auch gleich wieder. Waren letztes Jahr ja auch aus dem Rahmen fallende Mengen, die wir seinen Fässern entnommen haben.

Mit vier Liter Port und einem Liter Rotwein des Hauses – ja so viel geht in den Stauraum meines kleinen Rollers – suche ich die Altstadt. Finde diese aber nicht so richtig. Vom Erscheinungsbild macht der Ort nicht so viel her. Nur der Markt am Samstag ist wirklich sehens- und besuchenswert. Im Gegensatz zu den Märkten unten Puerto de Mazarrón ist dieser hauptsächlich von spanischen Anbietern bestückt, die regionale Produkte hauptsächlich für die hiesige Bevölkerung anbieten. Unten in Puerto ist das mehr auf die Touristen zugeschnitten und es gibt mehr Nippes, Furz und Tralala.

Oberhalb der kleinen Stadt gehe ich dann in das ehemalige Minengebiet. Dieses kann man schon von weitem sehen. Ein zwiespältiger Eindruck: Zum einen ein in verschiedenen Farben beeindrucken schillernder Boden, zum anderen eine grausame Bergbaubrache. Eine Narbe in der bergigen Landschaft. Eisen und Schwefel ist hier abgebaut worden. Die ganze Gegend stinkt Benzolartig. Auf der gesamten verfallenden Minenanlage erkenne ich weiter große Befestigungsanlagen aus früheren Zeiten. Diese Anlagen sollen bis auf die Römerzeit zurück gehen.

Mit einem leichten Übelkeitsgefühl von dem Gestank dort oben komme ich rechtzeitig zum Kartoffelpufferessen auf der Finca an. Eva bemüht sich ohne Ende und legt immer frische Puffer nach. An sich selbst denkt sie zuletzt.

Mittlerweile sind noch Heidi und ihr Mann aus Rostock eingetroffen. Und unser Hannoveraner hohl noch eine Frau für Sonja vom Busbahnhof ab. Jetzt wird es wirklich voll hier.

Irgendwann gibt es Kekse mit Pfefferminztee. Ist schon interessant, von den Anderen über ihre Geschichte zu erfahren. Endlich mal Leute, die auch eine ähnlich abwechslungsreiche Entwicklung wie ich hinter sich haben. Viele Sachen in ihrem Leben ausprobiert haben.

Aber dann wird es uns draußen doch zu kühl. Und Lagerfeuer ist irgendwie nicht angesagt. Das vermisse ich irgendwie.

2018-02-08 – Kakteen pflanzen

Heute habe ich mal was Produktives gemacht: Kakteen gepflanzt. Nicht viele, aber immerhin neun Stück. Und bei dem Boden hier ist ein Loch von 20cm Tiefe auch schon eine Herausforderung. Für einen alten Mann wie mich.

So, und am Abend habe ich mit Sybille und Wibe die erste Lagerfeuerstelle angelegt und in Betrieb genommen. Schnell fand sich ein Gitarre und der Abend war perfekt. Schade das die Anderen lieber in ihren geheizten Autos gesessen haben und keinen Bock auf Lagerfeuermantik hatten.

2018-02-09 – Stellungswechsel

Eigentlich wollte ich ja von Sonja aus Richtung Süden weiter. An der Küste lang. Nun lockt aber die Einladung zur Eröffnungsfeier am 2018-02-17 auf der Caravan Art Finca. Und da macht es keinen Sinn schon jetzt in den Süden abzuhauen, um dann kurz wieder zurück zu kommen. So nutze ich die Gelegenheit mal zu Franze auf die Finca Caravana zu fahren. Oben im Hinterland von Murcia.

Also noch einmal bei Sonja geduscht, im Coviran die nötigsten Sachen (Gemüse und Bier) eingekauft, an der BP-Tanke Wasser aufgefüllt und los.

Der Einfachheit halber und weil ich spät losgekommen bin und nicht im Dunklen ankommen möchte auf die Autobahn bis Yecla. Gans schön windig ist es heute. Seit dem Besuch bei Johann bei Le Boulou an der französisch-spanischen Grenze habe ich eine gewisse Abneigung gegen Wind von der Seite. Es geht alles gut und nach einigen Zweifeln, ob ich auf dem richtigen Weg bei den letzten Kilometern bin finde ich die Finca. Begrüßt werde ich von dem zurzeit einigen Gast, einem Österreicher.

Wir suchen uns eine windschattige Stelle an seinem Wohnmobil und trinken Kaffee (er) und Portwein (wir). Irgendwann kommt auch Franze. Er war Besorgungen machen und bringt Brot mit. Mit Einbruch der Dämmerung (die Sonne verschwindet hinter dem Horizont) ziehen wir uns doch in sein Wohnmobil zurück. Der Wind. Später stößt auch Franze mit einer Flasche Weißwein zu uns. Ich habe aber schon mein Limit für diesen Abend erreicht und mache mich lieber über das Begrüßungspräsent, eine Orange und eine Schüssel ungeknackte Mandeln, her.

Irgendwann später, ich liege schon im Bett, nimmt der Sturm noch zu: 30 km/h und in Böen bis zu 55 km/h. Big Blue steht quer zur Windrichtung und wackelt mächtig vor sich hin. Also noch mal raus und das Auto um 90° gedreht. Mit dem Hintern zum Wind. Jetzt ist Ruhe und die Kälte greift nicht so an die großen Flächen an.

2018-02-10 – Ein Tag Finca Caravana

Windig ist es heute Morgen. Was Wunder. Und bis auf 0,2°C ist heute Nacht das Thermometer gefallen. Aber die Heizung macht sich gut. Auf 10°C eingestellt, und alles ist gut. Fürs Aufstehen auf 18°C hochgedreht und nach einer halben Stunde war’s schön kuschelig fürs Frühstück. Zwar verlässt mich dabei die erste Gasflasche. Also kurz raus und umgestellt auf die Zweite. Und weiter geht’s.

Irgendwann kommen Franze und Denis und bringen mir noch ein halbes Brot mit. Franze erklärt mir, wo hier die wilden Bergfeigenbäume stehen. Da gehe ich dann später mal hin. Jetzt schreibe ich erst einmal die letzten beiden Tage zusammen.

Einschub: Tiefentladene Batterien.

Vor circa fünf Tagen ist mir auf der Caravan Art Finca in Missgeschick passiert: Heizung nicht an, Kühlschrank auf Batterie und Druckwasserpumpe nicht abgestellt. Die Temperatur fiel über Nacht auf unter 2°C. Das Sicherheitsventil geht auf und die Pumpe pumpt sich einen Wolf. Als ich wach werde, liegt sie in den letzten Zuckungen. Restspannung 7,1V auf den 12V Gelbatterien. Mist. Tiefentladung der hochwertigen Art. Angst, dass die jetzt Schrott sind. Tagsüber laden die Solarpaneelen bei gutem Sonnenschein wieder auf, aber nur bis 12,4V. Und mit Untergang der Sonne fällt die Spannung gleich auf 11,9V zurück. Alle sagen, Exitus. Nun ja, ich plane schon einmal den Plan B mit Sonja. In Mazarrón gibt es einen Laden, die Gelbatterien verkaufen. Aber erst einmal warte ich den nächsten Tag ab. Die Photovoltaik lädt jetzt schon auf 12,9V auf. Hoffnung keimt auf. Den Tag darauf bis auf 13,6V und gestern schon wieder bis auf 14,3V. Letzte Nacht habe ich die Heizung mit Gebläse laufen gehabt und morgens immer noch eine Restspannung von 13,3V. Jetzt habe ich bei wolkigem Wetter den Kühlschrank auch wieder auf Batterie geschaltet und das System hält. Haben also diejenigen recht, die die Meinung vertreten, dass man tiefentladene (Gel-) Batterien mit Geduld und Spucke wieder af ein funktionierendes Level aufbauen kann. Glück gehabt.

So, ich habe Setzlinge vom Feigen- und auch vom Mandelbaum. Schön die Stiele unten gekerbt, in Eimerchen gestellt und auf der Küche befestigt, dass sie bei der Fahrt nicht um- oder runterfallen und das Wasser nicht in der Gegend rumschwappt.

17:00 Uhr. Es fängt an zu schneien. Ich setze Big Blue noch einmal um. Denn der Boden in der Bucht ist doch recht weich und die Vorderachse hat sich durch das vorherige Rangieren ganz schön eingedrückt. Wenn hier über Nacht uns dann doch noch eine verspätete weiße Weihnacht blüht, kann es schon problematisch werden, aus der engen Einfahrt rückwärts um 90° drehend raus zu rangieren. Und wenn es nur ist, dass ich den ganze Boden kaputt fahre. Muss ja auch nicht sein. Franze hat nichts dagegen, dass ich mich jetzt einfach auf den besonders befestigten Fahrweg stelle. Gute Lösung.

Das Abendessen wird Paella. Franze kocht. Sehr lecker. Er gibt sich echt Mühe für uns Drei.

Lange sitze ich mit Franze noch bei mir. Ist schon interessant, was er hier in den letzten Jahren so gemacht hat und wo es nächstes Jahr hin weiter gehen soll: Endlich weiter Richtung Süd Afrika. Viel Glück! Und Maria wird dann die Finca weiter betreuen.

2018-02-11 – Sonne und Wind

Sonne und Wind. Das ist hier in den Bergen wohl so. Franze hat mir gestern erklärt, dass die jetzige Wetterlage eigentlich ein bis 1 ½ Monate zu spät dran ist. Eigentlich sind hier Mitte/Ende Februar schon verlässliche zweistellige Temperaturen tagsüber angesagt. Wer mag den Klimawandel noch verleugnen?

Mein morgendlicher Spaziergang führt mich bei zunehmenden Temperaturen in die Umgebung. Wunderschöne und ruhige Hochtallandschaft zwischen den Bergen. Der Rosmarin und die Mandelbäumchen fangen auch hier oben schon ganz zaghaft an zu blühen.

Zwischen verfallenden Häusern, auch ganzen Fincas, die selbst in diesem Zustand noch vom ehemaligen Wohlstand zeugen, haben sich diese noch ihren Bestand gesichert.

Aber nebendran ist auch hier schon die monokulturelle Landwirtschaft unterwegs mit Oliven- und Mandelbaumplantagen. Diese Entwicklung ist unserer Gier nach billigen (!) – Geiz ist Geil ist noch nicht vorbei – Lebensmitteln in unbegrenzten Mengen zu jeder Jahreszeit und der Hoffnung der Landwirte an diesem Hype reich zu werden geschuldet. Diese Hoffnung wird für 90% der Bauern nicht in Erfüllung gehen und uns Verbrauchern werden die Billiglebensmittel noch mehr Krankheiten, Allergien und sonstige Handycaps bringen.

Die Temperaturen steigen auf circa 16°C. Im Windschatten vor Big Blue nicht nur zu ertragen,  nein es ist einfach genial. Auch als Arbeitsplatz zu gebrauchen.

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Am Nachmittag kommt noch Alex Oettl mit Reisebegleiterin. So wird das angesagte Tortilla Essen noch etwas aufgebohrt. Jetzt sind wir zu fünft heute Abend. Ich habe angeboten heute ein Zwischending zwischen Tortilla und Bauernfrühstück zu zubereiten. Klappt auch. Und scheinbar schmeckt es auch allen. Als Nachspeise gibt es dann noch unsere selbst eingeweckten Feigen aus Albanien. Und da der Wind nachlässt entfachen wir noch ein kleines Lagerfeuer in der Waschmaschinentrommel.

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Ich höre bei Alex gut zu – wegen seiner Stellplatz Tipps. Ich muss ihn morgen noch einmal anhauen und mir die dann auf der Karte gleich einzeichnen. Sonst vergesse ich wieder die Hälfte.

Nu geht’s ins Bett!

2018-02-12 – Doch noch ein Tag hierbleiben

Eigentlich will ich heute zu den heißen Schwefelquellen bei El Saladillo. Aber es ist bewölkt und fängt an zu regnen. Tja, das Füllhorn für schönes Wetter vom lieben Gott ist scheinbar nicht so üppig gefüllt. Ein Tag Sonne wird sofort von Mistwetter gefolgt. Der Wetterbericht sagt für mein Ziel die gleiche Trübnis voraus.

Bei Regen ist der mit Längsrillen durchfurchte Weg dorthin auf die letzten 1000 Meter glitschig wie Schmierseife. Ich habe keinen Bock in die rein zu rutschen und bleibe noch einen Tag hier. Morgen soll die bei El Saladillo die Sonne scheinen. Dann wird das ein ganz anderer Schuh sein.

So komme ich nach meinem Morgenspaziergang dazu Big Blue mal aufzuräumen. Da liegen ja noch leere Pullen, Tankzettel und anderer Kram unserer letzten Albanienfahrt rum. Abwaschen tut auch mal wieder Not inklusive Küche sauber machen.

Anschließend schreibe ich mal wieder meiner Liebsten. Weiter meinen Reisebericht aktualisieren und endlich mit meinem Marokkovortrag fürs Steinwaldtreffen weiter machen. Es gibt viel zu tun, packen wir’s an. Wobei wir ich bin.

Übrigens, die meisten hier wild wachsenden Mandeln sind bitter. Schade. Eine Tasche voll umsonst auf meinen Spaziergang gesammelt.

Auf meinen nachmittäglichen Spaziergang bin ich dann auf ganz seltsame Dinge gestoßen:

1) Nach Franze sind das von den Jägern angelegte „Höhlen“ für Fretchen, die sie zum Jagen benutzen. Gleich mit Tränke neben dran.

2) Schlafstätten für irgendwelche Tiere. Sieht kuschelig aus.

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Am Abend wieder mit Franze in Big Blue gesessen und uns über Gott (den weniger) und die Welt unterhalten. Schon interessant sein Werdegang und was er noch vor hat. Ich wusste ja, dass  er nach Süd Afrika will. Nächstes Jahr will er wieder los. Aber das er zu Fuß, und nicht etwas gehen, nein laufen (rennen für die die es nicht verstehen) will, war mir neu. Er ist früher ja auch schon Marathon gelaufen. Zurzeit allerdings (verzeih mir Franze) ist deine körperliche Verfassung (er hat in der letzten Zeit sicherlich immer gut mit seinen Gästen zusammen gegessen) nicht so, dass man das dir so ansieht, als ob du das so durchhältst. Aber du hast ja noch ein Jahr, die wieder in Form zu bringen. Ich wünsche dir alles Gute bis dahin und dann für den Trip.

2018-02-13 – Die Schwefelquellen von El Saladillo

Minus 4,7°C und strahlender Sonnenschein. Denis ist schon weg. Ohne sich zu verabschieden. Komisch. Naja.

Frühstück, Müll und Klo entsorgen, fahrfertig räumen, Franze drücken und dann los. Schönstes Wetter um eigentlich im Wasser zu liegen. Wenn der Wind nicht wäre. Und eigentlich ist es mit bis zu 15°C Lufttemperatur zu kalt dazu.

In Yecla noch ein bisschen einkaufen. Kurz vor Murica ist ist die A30 einseitig gesperrt. Da ist ein LKW-Fahrer am Steuer ohnmächtig geworden. Polizei und Sanitäter sind auf der Bahn mit der Rettung des Mannes beschäftigt. Aber es geht recht zügig weiter.

Auf der Via de Servico hinter der Abfahrt El Saladillo neben der RM3 stelle ich  dann Big Blue ab und gehe die letzten 1000 Meter erst einmal zu Fuß zu den Quellen runter. Sonja hatte mir ja vor circa einer Woche noch gesagt, dass der Weg für mich dort zur Zeit unpassierbar wäre. Und was ich vom letzten Winter so in Erinnerung habe, kann ich mir das auch gut vorstellen. Aber der Weg ist klasse aufbereitet. Kein Problem. Unten an den Quellen erfahre ich, dass der Straßenbautrupp gerade seit einer halben Stunde wieder weg ist. Der Weg ist erste Klasse glatt gefräst und dann verdichtet. Also, alle die noch her kommen möchten: Nur zu. Denn nach dem nächsten Regen wird das schon wieder ganz anders aussehen.

Ich hole also Big Blue nach und werde noch Zeuge von Auswirkungen einer heftigen Schlägerei. Der Auslöser war wohl allen Zeugen unverständlich. Aber die Verletzungen erheblich. Und Aggressionen hängen in der Luft. Einige verlassen den Platz um den Drohungen zu entgehen. Aber ich denke, wenn der mir doof kommt, fahre ich über sein Zelt und schiebe seinen Benz die Böschung runter.

Immer noch praller Sonnenschein, warm und etwas windig aber sonst klasse. Aber heute will ich nicht mehr ins Wasser.

Schon um 19:00 Uhr esse ich den Rest der Tortilla auf. Ein bisschen Rotwein und den (jetzigen) Bericht schreiben. Heute fehlen mir irgendwie Fotos.

Und jetzt gehe ich noch zu den Leuten, die hier ein Lagerfeuer machen. Lagerfeuer, ich komme einfach nicht dran vorbei.

2018-02-14 – Endlich in den Schwefelquellen gebadet

Der gestrige Abend war noch schön. Ein kleines Feuer, ein kleiner Kreis. Und viele Geschichten gehört.

So gegen 11:00 Uhr ist dann die Sonne auch so weit rum, dass sie auf die Pools scheint. Die richtige Zeit abzutauchen. Zuerst bin ich ganz alleine im Wasser. Die Ruhe entspannt. Dann kommt noch ein spanisches Pärchen dazu. Englisch ist angesagt. Aber ich kriege das doch immer wieder ganz gut hin. Am Anfang etwas stoppelig, aber dann doch recht flüssig. Wir haben alle das Gefühl, dass der andere auch das versteht, was eine sagt. Und das reicht ja dann auch.

Ich muss mich mal wieder um meine SIM-Karte kümmern. Die hat mich jetzt nach Verbrauch des Datenvolumens auf die Bremserstrecke geschickt. Ein Anruf bei der Hotline klärt das. Allerdings nicht so, wie ich es aus dem Vertrag heraus gelesen habe. Naja. Von zu Hause dann mal das Grundvolumen etwas aufstocken. Aber nicht jetzt! Ich will mich nicht mit solchen Problemen rumschlagen.

Jetzt erst einmal in die Sonne raus setzen und warten was der Tag so bringt. So langsam kommen auch die jungen Leute hier auf dem Platz aus ihren Schlafhöhlen.

Insgesamt ist hier die Stimmung aber nicht so, dass ich hier länger bleiben will. Die Schlägerei vom Vortag wirkt nach. Und der eine Protagonist rennt immer noch über den Platz und pöbelt rum.

Das abendliche Lagerfeuer lässt auch diesen Tag gut ausklingen.

2018-02-15 – Stellplatz bei Sonja sichern

Nach dem Baden starte ich gegen Mittag zu Sonjas Caravan Art Finca. Ich möchte mir schließlich einen schönen Platz aussuchen können und mich nicht irgendwo dazwischen klemmen müssen. Und an der frühen Anreise habe ich auch gut getan. Der Platz ist mächtig voll. Und James mit seinen Setra ist auch schon da. Er hat sich auch von den anderen etwas abgesondert. Wegen seiner großen Hunde. So belegen wir dann die besten Plätze: Auf der dritten Ebene zwischen etwas Gestrüpp. Leichtes Ziegenwiesen Flair.

Passend ist auch gerade das Mittagessen fertig. Isabell ist noch da, Wibe ist weg. Dafür sitzen schon einige enge Freunde von Sonja mit am Tisch. Eine illustere Runde. So macht‘s Spaß. Und die schlechte Stimmung von den Quellen ist wie weg geblasen.

Es hat sich viel getan seit letzter Woche.

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Noch schnell mit dem Roller nach Canada de Gallego, etwas zu Essen einkaufen und eine SIM-Karte vom Marokkaner besorgen. Diese gibt es im Hinterstübchen hinter dem Fleischtresen. Als er meinen Pass sieht merkt man ihm an, was ein deutscher Pass für diese Leute bedeutet: Er freut sich und küsst ihn. Ihre Träume sind burgunderrot.

Jetzt noch auf dem Platz noch ein bisschen bei den Vorbereitungen helfen. Ein Pärchen, auch mit einem Selbstbau Wohn LKW, baut intensiv an Treppen zwischen den verschiedenen Platzebenen. Andere machen sich noch an den Wasser- und Gasinstallationen zu schaffen. Die Dusche und das WC für die Gäste erhalten den letzten Schliff. Ich gehe mit James‘ Kettensäge los und schneide auf der dritten Ebene noch ein paar Stellbuchten frei. Und dann mit James noch Brennholz fürs Lagerfeuer.

Nach und nach gesellen sich dann einige der anderen Platzgäste zu uns. Der Tag klingt in Ruhe aus.

2018-02-16 – Die letzten Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier

Heute noch einmal richtig zulangen. Der „Stairway to heaven“ über zwei Ebenen strebt seine Vollendung entgegen. Ich baue noch Steinmännchen an den Einfahrten zu den Stellbuchten auf der dritten Ebene.

Heute hat Evi mal Pause. Sonja kocht Kürbissuppe für alle Helfer.

Die Sonne scheint, alle machen noch was, wovon sie meinen, es muss noch getan werden.

Lagerfeuer, heute bringen die Gäste auch was zum Knabbern mit.

2018-02-17 – Eröffnungsfeier der Caravan Art Finca

Ich brauche Leinöl für mein Müsli. Und Sherry. Und will noch eine Bank überfallen vor dem großen Paella Essen.

Also fahre ich mit meinem Roller zum Bioladen in Puerto de Mazarrón. Ich finde den sogar und bekomme das Gewünschte. Aber dann. Wenige Meter der Rückfahrt sind geschafft und ich habe einen Platten direkt vor Lidl. Was nun? Circa 20 Kilometer trennen mich von meinem mobilen Zuhause und meiner Werkstatt. Ein kurzer Anruf bei Sonja und ich weiß, welche Möglichkeiten ich habe. Direkt gegenüber im Chinamarkt soll ich mir ein Reifenreparaturspray holen. Was sich ganz einfach anhört ist bei mir jedoch zum Scheitern verurteilt. Ich finde das Zeug einfach nicht. Und die Chinesen hier verstehen mich nicht – weder Englisch noch Deutsch. So ist meine Rettung: Auf dem Parkplatz von Lidl die BesitzerInnen der Unmengen an Wohnmobilen, die dort einkaufen, ansprechen. Und auch ganz schnell findet sich ein Uelzener Pärchen, die mich dann wirklich bis vor meine mobile Haustür bringen, obwohl sie eigentlich in die andere Richtung wollten. Dafür auch hier noch einmal an dieser Stelle: DANKE! Und ich weiß jetzt auch, wozu ICH Lidl gebrauchen kann.

Big Blue schnell fahrtauglich räumen und dann den Roller holen. Auf dem Rückweg in Mazarrón noch auf den heutigen Markt fahren und in der Bodega meines Vertrauens noch schnell mit Cherry eindecken. Und Geld aus einem Automaten zerren.

Zurück auf dem Platz baue ich das Hinterrad des Rollers aus. Aber reparieren möchte ich erst am Sonntag.

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Denn das große Paella Essen ist angesagt. Mit Hähnchen und Currywurst. Lange Tafel. Und ein großer Tank mit Sangria wartet auf seine Leerung. Aber ohne (!) Strohhalm. Zum Trinken, nicht zum Saufen. Alles in allem ein schöner Tag. Trotz meiner Panne.

Sonja bekommt endlich ihre Hühner (geschenkt).

Dann noch, und darauf habe ich gewartet, noch mit Alex und Luzi zur Schlangenbucht fahren. Eigentlich ist es schon etwas zu spät, die Sonne steht nicht mehr besonders hoch. Aber rein ins Wasser (Temperatur so um die 0,5 cm) und ein paar kräftige Züge das Wasser durchpflügen. Dann auf’s Handtuch und trocknen lassen. Fast grenzwertig, aber ich habe so lange darauf gewartet. Endlich. Trotzdem ein kurzes Vergnügen, denn die Sonne zieht es hinter die Berge und sofort wird es unangenehm.

Am Abend gibt es heute zwei Lagerfeuer. Bei uns und dort, wo heute mittag getafelt wurde.

2018-02-18 – Ein trüber Tag

Genau richtig, meinen Roller weiter zu reparieren.

Ich baue den Schlauch aus, klebe das Loch und spanne ihn im Schraubstock zum Abbinden ein. Dann noch ein paar kleine Arbeiten an Big Blue – Dichtungen an den Unterflurkästen neu verkleben.

Jörg bedruckt T-Shirt und Sweater mit dem Caravan Art (by Sonja) Finca für die Gäste.

Kein Wetter zum Baden.

So vertändelt der Tag. Mittagessen von Evi: Kürbissuppe.

Und natürlich wieder: Lagerfeuer.

2018-02-19 – Der Tag des Pechs

Mein Reparaturversuch an meinem Roller scheitert kläglich. Beim Wiederaufblasen platzt der Schlauch an anderer Stelle längs auf.

Also nehme ich das Angebot von Sonja und Alex an, mit nach Mazarrón zu fahren und das Rad dort in einer Rollerbude reparieren zu lassen. Das dauert. Die haben hier einen Arbeitsrhythmus, der an Siesta erinnert. Über eine Stunde. Aber hier bekommen ich auch noch einen Helm. Denn auf meiner Weiterfahrt kann ich dann nicht mehr auf Sonjas Leihgabe zurückgreifen. Dann mit dem kleinen Kätzchen, welches der eigentliche Grund für die Ausfahrt ist, zum Tierarzt, zur Post und zu Lidl. Lidl spielt dieses Jahr in meinem Leben scheinbar eine große Rolle. Ich hole mit vom Chinamann noch Flickzeug fürs Fahrrad. Denn mein altes habe ich aufgebraucht. Das finde ich auch selbständig. Was Wunder.

Zurück auf der Caravan Art Finca kann ich endlich meinen Roller wieder fahrbereit basteln. Hurra, er läuft wieder und die Luft hält.

Eierkuchen zum Mittagessen.

Dann das Schild für den „Stairway to heaven“ fräsen. Einbuddeln tun das dann Uwe und Gabi, die auch die Treppen angelegt haben.

Lagerfeuer heute mal nur zu Zweit. Ich auch gut so, denn irgendwie brauche ich heute mal Ruhe. Und Jörg ist dafür ein guter „Gesprächspartner“ mit seinen drei kälbergroßen Herdenschutzhunden die sich wie ein Stillleben in diese Stimmung einfügen.

2018-02-20 – Heute geht’s weiter. Nee. Doch nicht.

Heute von ganz früh (9:00 Uhr) brennt die Sonne von Himmel. Ein schöner Tag um auf Tour zu gehen. Aber ein noch besserer um im Mittelmeer zu Baden. Nach dem Frühstück ist die Weiterfahrt gecancelt. Endlich die letzte Tage fertig schreiben, Bilder sortieren und zuschneiden. Hochladen und dann spätestens um 13:00 Uhr ans Wasser!

Das hat auch alles geklappt. Evi hat mir Essen zurück gestellt.

Ich fange so langsam an meine morgige Abreise vorzubereiten. Da was ich nicht mehr brauche schon einmal dorthin packen, wo es hingehört, damit es bei der Fahrt nicht in der Gegend rum fliegt. Noch ein paar Fotos machen – der letzte Sonnenuntergang auf der Caravan Art Finca.

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Dann natürlich Lagerfeuer. Jörg ist noch bis spät in den Abend mit dem Herstellen von T-Shirt Aufdrucken und Aufklebern für die Wohnmobile der Gäste beschäftigt. Er kommt spät, aber er kommt. Auch heute Abend bleiben wir unter uns. Denn die lagerfeueraffinen Gäste sind während der letzten beiden Tage schon abgereist.

Ich genieße es, noch einmal in Ruhe mit Jörg über seine Pläne auf den Cararischen Inseln, wohin er ja gerade am Auswandern ist, zu sprechen. So erfahre ich viel über seine Wünsche und Träume. Mutig. In seinem Alter noch einen Neuanfang zu wagen. Solche Menschen bereichern wirklich den Freundeskreis.

2018-02-21 – Es geht weiter. Bis in die Gegend von Villaricos.

Nach dem Frühstück endgültig fahrbereit räumen. Isabell war schon da und hat gefragt ob es denn heute wirklich losgeht. Es geht los. (Isabell ist die eine Frau, die bei Sonja Urlaub gegen Hand gemacht hat und jetzt weiter nach Almeria möchte.)

Der Wasserhahn zur Befüllung des Trinkwassertanks ist gestern installiert worden und ich bin wohl der erste, der hier füllt. Ich kann bequem rückwärts an die Zapfstelle ranfahren und es reicht mein sechs Meter Schlauch. Und das Wasser läuft hier erheblich schneller als unten an der Tanke.

Den Rucksack von Isabell rein, noch einmal beim Minimarkt vorbei ein bisschen Lebensmittel einkaufen. An der Tanke noch den Kanister für den Roller auffüllen und dann rauf auf die kleine Straße nach Águilas. Landschaftlich eine wunderschöne Strecke. Bald sind auch keine Treibhäuser mehr zu sehen.

Bis Águilas geht es durch fast unbesiedelte bergige Landschaft. Das ändert sich ab dort schlagartig.

Direkt hinter der Stadt finden wir einige freie Stellplätze direkt am Stand. Eigentlich schön gelegen aber voll, voller am vollsten. Hier treffen wir auch wieder auf Leute, die vor wenigen Tagen noch bei Sonja auf der Eröffnungsfeier waren.

Es ist aber noch recht früh am Nachmittag und wir entscheiden uns weiter zufahren. Bei Villaricos finden wir einen riesigen Platz am Strand. Im rückwärtigen Raum steht ein Wäldchen. In den ziehen wir uns zurück, denn vorne am Wasser ist es uns zu windig.

Heute mal wieder einen Speedblocker übersehen. Muss ich wohl heute abend wieder die Werkstatt aufräumen. Es wird sich zeigen, nicht nur die. Auch die Bücherregale sind komplett umgeräumt. Alle Straßenkarten sind auf meinem Bett verteilt. So wird mir nicht langweilig!

Isabell geht wandern und ich endlich mal wieder Radfahren.

Am anderen Ende des Strandes treffe ich auf eine Gruppe Selbstbau-LKWs, die wir bei unserer Abreise in Canada de Gallego auf der Tanke getroffen haben. Auch ein schönes Plätzchen, was die sich da ausgesucht haben. Aber voll im Wind. Nichts für mich.

So, jetzt machen wir uns was zu Essen. Und dann gehe ich ins Bett. Irgendwie bin ich heute Morgen nicht richtig wach geworden und dieser Zustand hält bis jetzt an.

Lagerfeuer fällt heute aus!

2018-02-22 – Stellplatzräumung

Nach dem Frühstück fahre ich endlich mal wieder richtig Rad.

Ein einhalb Stunden. Hier ist die Strandpromenade über zwei Ortschaften gut zum Radfahren ausgebaut. Und nicht bergig.

Ich schaue mir beide Orte dies- und jenseits des kleinen Rio Almanzora, der hier ins Mittelmeer mündet, an. Villaricos war wohl wirklich mal ein kleines Fischerdorf. Heute ist es ein Retortendorf aus Ferienwohnungen, Residenzen, Cafés, Bars, Restaurants und alles das, was heute ein Touristendomizil ausmacht. Inklusive fahrradfreundliche Promenade und Strand. An beiden Enden der Ansiedlung befinden sich kleine Parkplätze, die auch hier mit Wohnmobilen belegt sind. (Auch die bekommen heute alle die Räumungsverfügung. Seit Montag die zweite Aktion hier.)

Als ich zum Auto zurück kommen, Isabell ist noch auf ihrem Spaziergang, hängt ein Schild unter dem Scheibenwischer von Big Blue. Ein Hinweis darauf, dass hier das Parken und Campen mit Wohnmobilen verboten ist. Diesen Zettel haben alle hier. Und die ersten reisen auch schon ab. Denn die zu erwartenden Strafzahlungen sind bekannt und hoch.

Wir packen dann auch und schlagen uns weiter Richtung Süden durch. Immer an der Küste lang über Garrucha bis Carboneras. Hier wären schon ein paar Plätzchen gewesen, die mir gefallen hätten. Und es standen dort auch nur wenige Wohnmobile. Aber wir wollten dann doch näher an Almeria ran. Damit Isabell dann morgen die freie Entscheidung hat, weiter mit mir mitzufahren oder mit dem Bus die restlichen Kilometer nach Almeria zu fahren. Denn sie will doch schneller vorankommen als ich. Sie hat ja auch nur noch zwei Wochen vor ihrem Rückflug und möchte eigentlich noch das Permakultur Projekt in Málaga besuchen. Und mit mir, so zeichnet es sich ab, ist das zeitlich nicht zu schaffen. Na, mal sehen.

So kommen wir heute bis San José. Ein Tipp den ich von vielen Leuten bekommen habe. Mitten im Naturschutzgebiet Sierra del Cabo. Hier ist das freie Stehen absolut verboten und wird als Verstoß gegen Umweltgesetze geahndet. Nicht als Verkehrsverstoß. Und das ist dann richtig teuer. So machen wir auf dem Parkplatz mitten in San José den Motor aus. Hier ist ein Teil für Wohnmobile extra ausgewiesen. Und das Übernachten wird geduldet.

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg den Ort und vor allem den Strand zu erkunden. Ich finde es enttäuschend. Zumindest aus der Sicht desjenigen, der/die mit dem Wohn-LKW unterwegs ist. Man steht eben nicht am Wasser, sondern auf einem Platz, der auch eine Baustellenbrache sein könnte. Der Strand ist klein und alles ist zugebaut mit Ferienhäusern und -residenzen.

Und zumindest auf der Nordseite ist kein Weg zu finden um am Wasser das Dorf zu verlassen und am Ufer weiter in die Landschaft vorzudringen. Na, morgen mal schauen und in die südliche Richtung vordringen. Unsere Nachbarn aus Heidelberg haben diesen Spaziergang heute gemacht und fanden das Ziel, den Leuchtturm auf dem Cabo de Gata, sehr schön.

Übrigens, die letzte Nacht hat es bei uns oben in Villaricos leicht geregnet. Hier in San José ist wohl ein Wolkenbruch danieder gegangen. Und die Temperaturen sind seit der Caravan Art Finca merkbar gefallen. Wir kommen nur noch auf circa 15°C in der wärmsten Tageszeit. Und dazu ein starker und kalter Wind vom Meer her. Da verkneife selbst ich mir den Gang ins Wasser!

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Marion sagt:

    Richtig gut geschrieben und ich war fast traurig, als ich am Ende angekommen war.
    Schade, dass ich momentan so ko bin und deshalb nicht mit am Lagerfeuer am Eröffnungstag gesessen habe. Irgendwann trifft man sich hoffentlich wieder. Bis dahin verfolge ich deinen Blog. Viel Freude weiterhin!

    Marion

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    1. Es freut uns, dass dir unser Bericht gefällt. Und gute Besserung.

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  2. Andreas sagt:

    Hallo Stephan!

    Dein Reisetagebuch zu lesen macht wirklich Spaß und weckt Erinnerungen bei mir. Ich war in der zweiten Hälfte der 90er und bis 2003 mehrere Male in Andalusien unterwegs, allerdings weiter südlich in der Provinz Almería, meistens am Cabo de Gata, Gemeinde Níjar (erreichbar über die A7). Dort war es von der Witterung her auch etwas angenehmer als in der Gegend von Murcia.

    Es gab dort damals einen inoffiziellen Stellplatz, der über eine Piste erreichbar war, die von der AL-3108 zwischen San Isidro de Níjar und San José abzweigte. Er wurde damals „Tres Palmas“ oder „Tres Palmeras“ genannt (es gab dort wirklich drei dicht beieinander stehende Palmen) und lag neben einer aufgegebenen Mine. Damals hielt sich dort sogar (dauerhaft) ein Mechaniker auf, der LKWs und Busse reparieren konnte, Bernd aus Völklingen (Saarland).

    Falls Du noch weiter nach Süden fährst und etwas von diesem Platz hörst, würde es mich interessieren, was daraus geworden ist. Wäre nett, wenn Du eine entsprechende Antwort auf meinen Kommentar schreibst.

    Liebe Grüße und gute Fahrt
    Andreas

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    1. Hallo Andreas.
      Danke für den Tipp. Mal gucken, ob ich das finde. Leider auf Google Maps nicht zu finden. Vielleicht frage ich mal rum. Denn San Jose steht eigentlich auf meinem Zettel.

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      1. Andreas sagt:

        Guckst Du hier: https://goo.gl/maps/r2DX6vByBrk

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        1. Aha, das leigt also nicht direkt am Wasser???

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          1. Andreas sagt:

            Nein, das Cabo de Gata ist ein Parque Natural. Was das in Spanien heißt, hast Du ja schon herausgefunden…

            Der Playa Monsul bei San José ist sehr schön, bizarre Vulkanfelsen und auch ein langer Sandstrand, eher selten in dieser Gegend. Aber dort übernachten war schon damals ein Risiko, die Naturschutzbehörde/Parkverwaltung schickte sporadisch die Guardia Civil vorbei, die dann Knöllchen verteilte.

            Damals gab es noch kein Amtshilfeabkommen zwischen Spanien und Deutschland, deshalb konnte ich meine 2 x 80€ Tickets (aus dem Winter 2002/2003) geflissentlich in der „Ablage rund“ entsorgen. 😉 Aber das geht seit einigen Jahren nicht mehr.

            Bei den anderen Stränden in der Gegend war es genauso, deshalb habe ich immer höchstens eine Nacht am Strand verbracht und wurde trotzdem zweimal erwischt. Im Landesinneren waren wir ungestört.

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          2. Andreas sagt:

            Nachtrag:

            Da jetzt Ostern näher kommt noch ein Tipp: In der Karwoche (Semana Santa) rollt die erste Touristenwelle des Jahres über das Cabo de Gata, viele Spanier machen dann Urlaub. Man kann davon ausgehen, dass spätestens ein bis zwei Wochen vorher eine Räumungsaktion gestartet wird, um die Strände von illegalen Campern zu „säubern“. Also wenn zum Strand, dann bald.

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