2017-01-01 bis 18 / Ziegenwiese

2017-01-01

Das neue Jahr ist da. Und wir auch. Immer noch auf der Ziegenwiese.

Irgendwie kündigt sich ein wettermäßig durchwachsener Tag an. Und irgendwie wird es auch ein sehr ruhiger Tag.

Nach dem Abendessen bemerke ich, dass ich einen Gast in meinem Auto habe. Als ich die Schublade mit den Töpfen aufziehe, schaut mich ganz fröhlich ein kleines Spitzmäuschen an. Ich bekomme es nicht gegriffen. So werde ich morgen wohl ein paar Mausefallen besorgen müssen.

Irgendwann in der Nacht fange ich an, Bilder zu meinen Texten hochzuladen. Das geht in der Nacht wirklich gut. Zweieinhalb Stunden, dann ist der Akku im Laptop leer. Das Wiederaufladen dauert jetzt schon immer so um die drei Stunden. Meine Gelbatterien fangen an zu schwächeln. Aber 14 Tage ohne aufzuladen ist aber schon eine Hausnummer. Ich bin zufrieden.

2017-01-02

Heute Frühstück im Auto. Die Sonne kommt erst sehr spät durch die Wolken. So gegen 11:30 Uhr. Aber dann wieder mit aller Macht.

So verpasse ich den Zeitpunkt, mir in Cañada de Gallego meine Mausefallen zu besorgen. Am Abend werde ich merken, dass ich auch dann umsonst ins Dorf gefahren bin, da heute die Supermärkte, einer der Marokkaner und auch der Laden mit dem landwirtschaftlichen Equipment aus unerklärlichen Gründen geschlossen haben. So kann mein Spitzmäuschen es sich noch einen Tag länger sich in meinen Schubladen häuslich einrichten.

Für Schwimmen gehen ist es schon zu spät. Da die Sonne erst so spät durchkommt, ist es auch nicht wirklich warm genug. So hängen wir rum.

Am frühen Nachmittag habe ich dann den zweiten Gast in Big Blue. Ein kleines Vögelchen sitzt auf der Kartenleselampe in der Fahrerkabine. Leider ist es durch meinen Versuch, es zu fotografieren so verschreckt, dass es mir auf das Armaturenbrett kackt und dann durch die mittlerweile geöffnete Tür entfleucht. Es sei ihm gegönnt. Jetzt hüpft es um die noch kalte Feuerstelle und pickt Brotreste auf. Guten Appetit.

Peter, unser Funker erklärt uns alles um Photovoltaik. Um gleich die Probe auf’s Exempel zu machen, leihe ich mir von Sonja ein 100 Watt Paneel und schließe sie an meine schwächelnde Batterien an. Und tatsächlich, die Batterien werden geladen. Am Anfang sogar recht zügig. Peter empfiehlt mir zwischen 400 und 500 Watt auf meinem Dach installieren. Dann hätte ich sogar den Luxus, meinen Kühlschrank über Batteriestrom laufen lassen zu können. Denn dieser Strom ist gratis. Und Gas kostet. Und in allen möglichen Ländern andere Anschlussnormen an den Gasflaschen.

Jemand hat heute eine Fotoserie von uns und unserem Platz gemacht. Hier ein Auszug davon.

Heute Abend gibt die Reste von den Resten des Sylvester Barbecue. Caro und Wolfgang kochen. Ich halte mich da raus. Denn die beiden kochen sehr aufwendig. Lecker. Aber von Arbeitsaufwand nicht so richtig mein Ding.

Kurz bevor wieder alle zu mir zum Essen kommen, grüßt mich mein kleines Spitzmäuschen aus der Schublade. Ich setze es samt Schublade vor die Tür. Glück gehabt. Ich spare die Mausefallen und das Tierchen kann am Leben bleiben.

2017-01-03

Heute ist ein komischer Tag. Der sich dann zu einem blöden weiterentwickelt.

Pierre hat einen Männerabend bei Michael in dessen Appartement verbracht und auch dort übernachtet. Mit den Beiden kommen dann auch noch einmal Julia, Robert und Frieda und ihrem Wohnwagen für zwei Tage vorbei. Die waren schon mal ganz am Anfang auch hier. Hardcore Ökos und Veganer. Ich spiele sofort mit dem Gedanken, mich für diese beiden Tage essentechnisch bei denen mit dran zu hängen um mich von der Fleischfraktion loszulösen und um in dieser Konsequenz nicht alleine essen zu müssen.

Dann braucht Sonja eines ihrer Photovoltaik Paneels wieder. Ich gebe ihr das von mir. Später bekomme ich dann das Paneel, das jetzt zwei Tage lang bei unseren DDR-Hippies für Aufladung gesorgt hat. Nach dem ich mit Peter geklärt habe, was Plus und Minus ist, schließe ich das Teil an. Und sofort sind bei mir die Batterien von 11,8 Volt auf 3,8 Volt abgestürzt. Mist. Sofort wieder die Verbindung lösen. Und was nun mit der gefährlichen Unterladung der Batterien machen? Glücklicherweise hilft mir unser Jetztpensionist (Seit dem 2017-01-01 ist er ja frei) der Bundespolizei mit seinem Stromaggregat aus. Das müht sich redlich, kommt aber nicht über 7,4 Volt. In mir keimt ein Verdacht. Ich nehme mein Messgerät und gehe zu Peter. Er soll das Teil mal an seine Batterie halten. Es zeigt richtig 13,34 Volt an. Zurück an Big Blue, habe ich dann plötzlich auch 13,24 Volt auf der Anzeige. Irgendwie ist der ganze Stress nur durch einen „Schluckauf“ meines Messgerätes verursacht worden. Auch das schon als defekt weggeräumte Paneel zeigt jetzt auch wieder die Werte, die von ihm erwartet werden.

Um diese ganze Unruhe herum, hat sich in unserer Gruppe heute das Thema Photovoltaik soweit entwickelt, dass plötzlich alle ihre Anlagen auf Vordermann bringen wollen. Pierre als Internetschnäppchen Spezialist hat auch schon eine Quelle aufgetan, die uns innerhalb von zwei bis drei Tagen alles frachtfrei liefern würde. Qualitätsmaterial. Anlieferung bei unserer Bäckerin und preislich „unschlagbar“. Und bei entsprechenden Mengen auch noch Rabatt. Und der Bedarf läge bei circa 15 Paneels á 100 Watt plus Laderegler und Kabel. Diesen Bedarf hat uns unser Fachmann Peter ermittelt. Alles erscheint klar. Wir verabreden uns für heute Abend in Big Blue um die Bestellung dann klar zu machen. Irgenwie klappt das alles dann aber nicht so. Daher entschließe ich mich ganz aus der Bestellung zurück zu ziehen. Da fahre ich ruhiger, wenn ich mich von zu Hause aus um den ganzen Krempel kümmere. Denn einbauen wollte ich meine Anlage sowieso nicht hier. So fehlen im rabattfähigen Bestellvolumen jetzt schon vier Paneels und ein Laderegler.

2017-01-03-ich-komme-aus-rudi
Ohne Worte

Irgenwie gibt es bei unserem Abendessen ein Absprachedefizit. Julia und Melli kochen für heute Abend. Vollkornnudeln (mit Hirse) mit Gemüsepfanne in Tomatensauce. Gegen 19:00 Uhr, wegen der Kinder. Kurz vor Essensbeginn fahren unsere Nichtvegetarier und -veganer noch einmal los um, für das Abendessen etwas einzukaufen. So bleiben wir ein kleiner Kreis, da die Anderen erst zurück kommen, als wir schon mit Essen fast fertig sind. Schade. In wunderschönem Ambiente. Jemand hat aus leeren Wasserflaschen Windlichter gebastelt. Und ich habe endlich mal unsere Gartenfackeln ausgepackt. Eine tolle Stimmung. Trotz des Missverständnisses.

Irgendwie haben wir auch noch eine kleine selbstgemachte Pizza auf dem Tisch.

Als die Kinder im Bett sind, sitzen wir noch eine Zeit zusammen. Aber irgendwie ist es heute auch kalt. Mehr als die anderen Tage. Oder fühlt es sich nur so an? Pierre holt sein Laptop raus und präsentiert mir seine Photovoltaik-Recherche. Er hat sich wirklich viel Mühe gegeben. Nachdem was ich so den ganze Tag über mitbekommen habe, hat er das günstigste Angebot raus gefischt. Ohne Lieferzuschlag, da der Versand von Spanien nach Spanien geht. Daher auch keine Probleme mit 150 Watt Paneels wegen der Versandmaße. Anlieferung in maximal drei bis vier Tagen und nicht in zehn. Und alles Zubehör verfügbar. Ich finde das traurig, dass Pierre jetzt mit seiner Bestellung ganz alleine da steht Er bestellt seinen Kram trotzdem. Ich verspreche ihm, mit meinen in diesem Thema beschränkten Fähigkeiten und meinem üppig vorhanden Werkzeug, beim Einbau zu helfen. Nicht nur deswegen, weil er ja noch eine ganze Menge gut bei mir hat.

Zum Lagerfeuer kommt es heute nicht mehr. Ich lösche irgendwann die Fackeln und Windlichter. Und gehe mit sehr gemischten Gefühlen ins Bett. War es das mit unserer Gemeinschaft? Ich ertappe mich bei dem Gedanken, mich zumindest für ein paar Tage ganz von der Gruppe zu lösen und wo anders hinzufahren. Ist vielleicht angesagt. Oder entwickle ich mich zum Einzelgänger? Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

2017-01-04

Der gestrige Abend wirkt bei mir nach.

Der Morgen wird bei bestem Wetter wieder mal etwas vertändelt. Aber dann geht’s wieder in die Schlangenbucht zum Baden. Die Jungfamilien brauchen gefühlte drei Stunden, bis sie abreisefertig sind. Daher fahre ich dann irgendwann einfach schon einmal mit dem Fahrrad los. Das Wasser ist frisch, aber ich schwimme trotzdem meine Runde und lege mich dann zu den Anderen zum Trocknen. Gegen 15:30 Uhr steht dann die Sonne aber wieder so tief und es kommt ein leichter Wind auf, dass wir dann so langsam auf den Rückweg machen.

Ich gehe noch einmal bei Sonja vorbei. Sie sitzt gerade in der Sonne an ihrem Wohntruck. Mit ihr kann ich mich gut unterhalten. Mal über Ernstes, mal nur Blödeln. Irgendwann kommt unser Heidenheimer vorbei und erzählt über einen Engländer, der wohl vorhat im „Buschland“ heute Abend ein Lagerfeuer abzubrennen und dazu sich Holz von ihrem – Sonjas – Haufen genommen hat. Das teuer gekaufte Restholz von Weihnachten und Sylvester. Das, was sie sich für ihren Pizzaofen zurückgelegt hat. Oh, da legt sie aber eine ungeahnte Geschwindigkeit an den Tag, sich das Holz zurückzuholen. Kurz darauf kommt der EU-Flüchtling dann mit bitter Miene und knallt erbost das Holz wieder auf ihren Haufen. Mir liegen ja Frechheiten auf der Zunge. Aber die kann ich dann in Englisch doch nicht so schnell und treffsicher formulieren. Daher schweige ich.

Nach diesem Intermezzo geht es auch schon wieder an die Abendessenzubereitung. Julia hat die Kochmütze auf. Reis mit einem Linsen Dal. Der Reis etwas zu weich und klebrig, die Linsen all dente. Trotz grammgenauer Rezeptumsetzung. Aber total lecker.

Feierabend
Feierabend

Wir haben wieder die Gartenfackeln und die Eigenbauwindlichter angezündet. Wieder eine wunderschöne Atmosphäre. Aber wir bleiben wieder unter uns. Aber die Verganer/Vegetarier und ich bleiben auch heute Abend unter uns. Alles komisch. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

Gegen 20:15 Uhr liegen wir schon wieder im Bett.

2017-01-05 / Der Eklat

Den Morgen vertändelt. Und irgendwann habe ich mich dran erinnert, dass morgen hier Feiertag ist und kein Laden geöffnet haben wird. Ich wollte eigentlich noch was einkaufen.

So bleibt nur die Flucht mit Pierre, Melli, Avid und der Mastratte an den Strand. Baden und in der Sonne braten. Melli geht sogar auf Schnorcheltour. Das ist aber zugegebenermaßen von den Temperaturen her doch gewöhnungsbedürftig.

Zurück am Platz ist die Bäckerin da. Und wieder hat sie kein Croissant für mich übrig. Aber durch Zufall bekomme ich mit, dass sie auch Wurst und Fleisch verkauft. Sie bekommt das von einem befreundeten deutschen Schlachter aus dem Gelbfüßlerland zugeschickt. In der Kiste reizt mich dann der Leberkäse. Und sie schneidet dicke Scheiben. Mit meinen beiden Stücken Kuchen (Apfel- und Käsekuchen) zahle ich lächerliche 5,60 €.

Zurück in unserer Wagenburg erzähle ich Sonja, die zufällig da ist, von meinem Einkaufsglück. Bei dem Leberkäse bekommt sie ganz große Augen. Und so klappt es heute, sie mal zum Abendessen einzuladen. Die will Kartoffelstampf dazu machen. So bleibt für mich der einfache Part, das Fleisch braten. Aber leider wird aus dem Dinner nichts. Sie kommt gegen 17:00 Uhr vorbei und sagt ab. Sie hat krankheitsbedingt eine Durchfall Attacke. Und da verbietet es sich für sie, Fleisch zu essen. Mist. Wir vertagen unser Dinner auf den nächsten Besuch der Bäckerin: Dienstag.

Aber ich bleibe für heute dabei, mir für mich alleine was zu brutzeln – Spiegelei auf Leberkäse an Bratkartoffeln bei Zwiebeln.

Die Absprache mit Pierre, der heute für die ganze Gruppe kochen will – ja er hat es geschafft nach den letzten verunglückten Essenverabredungen alle wieder unter einen Hut zu bekommen – und mir auf 18:30 Uhr, klappt. Naja, einige bestehen natrülich auf ihr akademisches Viertel. Ihre Einkaufs- und Kulturbesuch von Puerto de Mazarrón hat sich wohl mehr zu einer kleinen Shoppingtour entwickelt, die nach Wolfgangs Worten für ihn ein ungeplanter Verbrauch von Lebenszeit war. Naja.

Da das Wetter nicht auf Lagerfeuer eingestellt ist – es ist zu windig – essen wir mal wieder in Big Blue.

Interessante Gespräche entstehen. Erstaunlicherweise mal nicht mit Kindern als Hauptthema. Es kommen sehr kontroverse Lebensmodelle und -planungen zum Vorschein. Werte über das was man erreichen möchte und Vorstellungen darüber, wie man diese erreichen kann und die Umwelt darauf reagiert, beziehungsweise ob und wie unsere Mitmenschen versuchen, uns mit oder gegen unsere Wunschvorstellungen zu steuern. Die argumentativen Grenzlinien verlaufen da sehr überraschend. Melli ist mit Avid beschäftigt und Pierre findet alles toll. Hat er was geraucht? Ich mit meiner seit Tagen anhaltenden Alkoholabstinenz beschränke mich auf eine Beobachterrolle und stelle mal die eine oder andere Frage. Nicht zuletzt um, mit meiner doch oft sehr provokanten Art bei solchen Diskussionen, die von Pierre gerade gesetzte Schweißnaht nicht gleich wieder aufzubrechen. Aber umsonst. Dieses Mal bricht diese Naht zwischen Wolfgang und Hermann auf. Erster verlässt aufgebracht die gemeinsame Runde. Hermann analysiert in der Folge den Vorfall, lässt aber Unverständnis für die Situation durchblicken.

Ich fange die Speisereste in den Kühlschrank zu stellen. Gefühlt um 24:00 Uhr ist Big Blue leer. Ich wasche noch schnell ab und haue mich auf’s Ohr und harre der Dinge, die morgen früh passieren werden.

2017-01-06 / Heilige Drei Könige oder der spanische Heilig Abend

Heute feiern die Spanier das, was wir am 24-sten Dezember feiern: Heilig Abend

Es ist bewölkt. Auch die Stimmung ist nicht sonnig. Die einzigen die den Hintern so früh hoch kriegen, sind unsere DDR-Hippies. Sie machen eine große Wanderung. Der Rest verbarrikadiert sich hinter verschlossenen Jalousien ihrer Wohnmobile oder versucht erfolglos die Wolken wegzuschieben.

Gegen Abend verlassen uns Hermann, Caro. Sie wollen zu Brigitte. Eine Frau die hier in der Gegend kleine Häuschen zu Übernachtungszwecken anbietet und man auch dort mit Wohnmobilen stehen kann. Und dort steht wohl jemand seit längerem, den einer von ihnen kennt, mit einem kapitalen Motorschaden und der/die heute Geburtstag hat. Da wollen sie ein Ständchen bringen. Schöne Idee.

Wir Rest nutzen die Gunst der Stunde – gegen Abend kommt dann doch noch die Sonne raus – und schmeißen zum Abendessen das seit langem gesammelte Lagerfeuer an. Es gibt meine Kürbissuppe vorweg und anschließend die Reste von gestern: Gemüsepfanne auf Nudeln an Reis.

Überraschender Weise entwickelt sich noch ein langer Abend. Thomas und Sonja stoßen noch dazu. Heute wird mal auf dem Niveau „sinnentleerte Unterhaltung“ diskutiert. Und, oh Wunder, kein Streit, dafür viel Lachen. Irgendwann macht noch ein Glas Nutella für Arme die Runde. Es wird mit Hilfe eines Essstäbchens zu später Stunde nahezu geleert. So gegen 20:30 Uhr.

2017-01-07

Es scheint die Sonne. Also ist auch heute klar, gegen 12:00 Uhr an den Strand. Es wird zwar doch wieder 13:00 Uhr bevor wir loskommen, aber heute sind wir zu sechst.

Und schon ist der Tag vorbei.

Jeremy, nein Pierre, wie komme ich bloß immer auf Jeremy? Also Pierre hat sich alle Mühe gegeben und hat wieder alle von uns an den gemeinsamen Abendessenstisch bekommen. Nur Wolfgang fehlt leider. Er ist nach Puerto de Mazarrón gefahren und will chinesisch Essen. Und dort schlafen um morgen früh gleich auf den Markt zu gehen.

Endlich wieder Lagerfeuer und draußen gemeinsam Essen. Heute ist am Feuer mehr blödeln angesagt. Ernste Themen auf eine unterhaltsame, teilweise auch sinnentleerte, Ebene runter gebrochen. Und leckerer Rotwein dazu. Hermann sei Dank. Und ich habe mit meiner Alkohol Abstinenz Pause.

Aber auch heute ist so gegen 21:30 Uhr Schluss. Gefühlt ist es sowieso schon wieder 24:00 Uhr.

Beim Teekochen für die Nacht ist mein Trinkwasser alle. Naja. Morgen nach dem Markt zur Tanke fahren.

2017-01-08 / Markt in Puerto de Mazarrón

Schon gegen 8:00 Uhr fahre ich hoch zur Tankstelle, Wasser fassen. Ich bin schon seit einer halben Stunde wach. Denn ich will doch frisch gewaschen mit Caro und Hermann nach Puerto de Mazarrón zum Markt.

Anschließend frühstücken im Angesicht der Sonne, die schon zwei Handbreit über dem Meereshorizont steht und tüchtig wärmt.

Hermann kommt vorbei und teilt mir den Abfahrtstermin mit: 10:15 Uhr. Schnell noch auf’s Klo, umziehen für die Zivilisation und auf unserem dann fast leeren Stellplatz unserer Wagenburg die Tische, Stühle und Fahrräder so verteilen, dass niemand anders den Platz in unserer Abwesenheit okkupieren kann. Dabei kille ich eine von Wolfgangs Bierflaschen. Muss ich morgen eine neue besorgen.

Der Weg nach Puerto de Mazarrón zieht sich tatsächlich. Ich habe das vor Tagen Sonja nicht glauben wollen. Ich wollte hier ja mal mit dem Fahrrad hin. Ist definitiv für mich zu weit. Über 20 Kilometer je Richtung. Und rauf und runter.

Wir haben recht schnell den Markt gefunden. Nicht zuletzt weil Hermann recht fließend Spanisch und nach dem Weg fragen kann. Nach kurzer Fahrt durch recht leere Ansiedlungen von zurzeit leeren Ferienhäusern sind wir am Ziel.

Der Markt ist eine Mischung aus Türken- oder Vietnamesenmärkten – hier Chinesenmärkte genannt – und Lebensmittelmarktständen. Neben den regionalen Früchten auch Spezialitäten der spanischen Wurst-, Käse- und Fleischküche. Insgesamt ein interessanter Mix.

Und mitten drin eine Musikerin mit ihrer Gitarre. Wunderschön in diesem Treiben ihrer mit einen bezaubernden Lächeln vorgetragenen Musik zu lauschen. Leider besteht sie auf dem Recht an ihrem Bild und will nicht veröffentlicht werden.

Ich komme endlich zu frischer marokkanischer Minze für meinen Tee, mal wieder zu Brokkoli und zu grünen Bohnen. Lecker. An den frischen Thymian traue ich mich nicht ran. Nach der Geruchsprobe war ich mir nicht sicher ob es eventuell Lavendel ist. Naja, man kann eben nicht alles haben.

Für 13:00 Uhr haben wir uns am vorderen Tor bei den Fressständen verabredet. Während der Wartezeit esse ich Spare Rips. Für meinen Geschmack zu viel Fleisch dran und nicht durch genug. Aber wirklich interessant gewürzt. Irgendwann kommen der Rest. Mittlerweile ist unsere ganze Wagenburg da. Noch so ein Schmalzgebackenes mit Schokoladenpudding als Dipp für alle und dann geht es zurück.

Der Rest des Tages dümpelt so vor sich hin. Heute kocht wieder jeder für sich und unsere DDR-Hippies speisen beim Chinesen.

Ich knacke noch einen Satz Walnüsse, koche noch eine Packung Maronen und ziehe mich dann zum Schreiben zurück.

Sonja schaut noch einmal rein. Sie bringt meinen Autoschlüssel zurück. In Big Blue war die Wäsche für die Waschfrau, die heute kam, gebunkert. Und Sonja hat diese weitergereicht. Das ist ein Service hier. Das muss wirklich mal gesagt werden!!!!!!

Ich habe eine Kassette (!) mit uralten Stones eingeschoben. 40 Jahre alte Kassetten. Es rauscht ein bisschen, aber es weckt auch romantische Erinnerungen.

20:20 Uhr.

2017-01-09

Heute außer Spitzenwetter, Baden, Radfahren und Lagerfeuer nichts Besonderes.

Wir haben heute Abend aus irgendwelchen Gründen einen riesen Hunger. Caro hat einen riesigen Topf Gemüsesuppe gekocht, Pierre eine Riesengemüsepfanne, Henry, unser neuer Gast brät Fisch. Er, der Radfahrer, der schon seit Mitte 2016 unterwegs ist. Und ich mache mal wieder Tortilla für Arme und meine grünen Bohnen. Und Wolfgang Ananas zum Dessert. Alles weg.

Später am Abend stößt noch ein Pärchen im DüDo aus Salzgitter zu uns. Die haben Unmengen an Dosenbier dabei. Die Beiden sind schon recht lange unterwegs. Über die Türkei, Rumänien, Albanien irgendwie nach Spanien. Waren wohl auch schon in Marokko. Aber ich bin abgelenkt von der Gitarrenmusik, die unsere Musikanten wieder mal zum Besten geben.

Heute wird es spät. Erst gegen 23:00 Uhr bin ich im Bett. Das ist, glaube ich, Rekord.

2017-01-10

Ein bewölkter Tag. Caro und Hermann fahren nach Cartagena.

Ich bringe endlich die Beleuchtung für unseren Schuh- und Bücherschrank an.

Pierre liebt Rudi.

Avid wird bespaßt.

Henrys Schuhe müssen geklebt werden.

Unser Abendessen heute ist gut gemeint. Vier Köche, super gut und viel zu viel. Gemüseauflauf sowie ein Salat von Pierre und Paella. Und Steaks gibt es. Henry hat sie noch schnell in Canada de Gallego gekauft. Dann gibt es Wolfgangs Auflauf eben morgen Abend.

Am Feuer Diskussionen unter Anderem über Bücher und Filme, die scheinbar heute ein Muss sind um Mitreden zu können. Über den Urknall, das Verhalten von Masse zur Geschwindigkeit und Zeit. Über Einzeller und darüber, wie man mit seiner Mietwohnung Geld verdient. Alles sehr interessant. Für mich teilweise wirklich Themen, Einstellungen und vor allem Positionen, bei denen ich mich mit meiner Weltanschauung doch lieber zurückhalte. Zeigt sich hier ein Generationenkonflikt?

2017-01-11

Heute nichts los. Baden, Schwimmen, Essen, Schlafen

2017-01-12 / Die Schwefelquellen

Heute ist es mal wieder soweit. Es geht zu den warmen Schwefelquellen. In Rudi. Vorher aber noch nach Puerto de Mazarrón. Wolfi, die Mastratte unserer DDR-Hippes, muss noch zum Tierarzt wegen einer Tollwutimpfungsbestätigung (Tita) wegen derer geplanten Weiterreise nach Marokko. Anschließend noch einen Bankautomaten gesucht und bei LIDL reingeschaut. Ich bekomme dort in kürzester Zeit einen Anfall. Nur eben schnell die paar Töpfe mit Basilikum für Sonja, Caro und mich gekauft und raus. Die Anderen halten das länger drinnen aus. Sind ja auch eine andere Generation. Die wissen ja schon gar nicht mehr, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Lebensmittel einzukaufen. Man gut, dass das mit der Kalaschnikow in Albanien nicht geklappt hat. Hier bin ich höchstgradig Selbstmordgefährdet oder könnte zum Terroristen werden. Ich will mich hier mal nur auf den Außenbereich konzentrieren. Denn das Drinnen kennen die meisten ja, und das unterscheidet sich von den Konsumtempeln in der BRD nicht wesentlich. Hier draußen ist der Parkplatz durchgehend zubetoniert. Auch die Rasenflächen und Blumenkästen. Auf den Betonflächen ist dann Kunststoffrasen ausgerollt und in Plastikholzkästen sind dann Plastikpalmen und andere -pflanzen drapiert. Das hat schon was. Apokalypse pur. Bloß weg hier.

An den Schwefelquellen dann treffen wir Stefen und Tina mit ihrem DüDo aus Salzgitter wieder. Die sind hier hängen geblieben. Übrigens der Weg hierhin ist wieder leidlich befahrbar. Vielleicht doch mal mit unseren Wohnmobilen für ein paar Tage herfahren. Allerdings, mir würde hier das Meer zum Schwimmen und zur Körperpflege fehlen.

Wir liegen für ein paar Stunden im warmen Schwefelwasser, essen Oliven und warten auf das was kommen könnte aber nicht kommen muss. Irgendwann ist dann unsere Haut an den Füßen so aufgeweicht runzelig, dass wir uns auf den Rückweg machen. Aus den Duschen des Campingplatzes in Puerto de Mazarrón werden wir dieses Mal vertrieben. Irgend so einem Aufpasser sind wir wohl aufgefallen. Naja, shit happens.

Zu Hause auf der Ziegenwiese vergnügen wir uns wieder an einem von vielen Köchen zubereiteten Abendessen in großer Vielfalt. Anschließend üben wir uns wieder in tiefsinnigen Diskussionen über alles und nichts. Wir alle geben uns irrsinnige Mühe, Recht zu haben oder alles besser zu wissen. Das Ganze birgt eine gewisse Komik in sich. Aber heute halten alle durch und keiner verlässt die Runde vorzeitig aus Langeweile oder aus Verletztheit wegen Unverstandenheit. Heiße und teilweise laute Runde. Alles gut.

2017-01-13

Ich habe einen Sammelbehälter für Kondenswasser für die Klospülung und mal wieder Sonjas Solar Panel aufgestellt.

Ansonsten heute nichts Besonderes. Baden in der Schlangenbucht. Das Wasser ist pisswarm. Aber der Schwefel von gestern ist aus den Haaren raus.

Und heute haben wir Gitarrenmusik dabei. Dafür müssen andere viel Geld bezahlen. Wir haben das umsonst. Das hat was. Im warmen Sand liegen, das Rauschen des Meeres, das Trockenen der Haut und dabei Musik, Musik, Musik … .

2017-01-13-abendessen-03
Ohne Worte – einfach nur lecker

Die Abendessen – wieder in Big Blue wegen des Windes – werden immer opulenter. Heute: Leberkäse mit Spiegelei, Fenchel mit Pilzen, Gemüsesuppe, Bratkartoffeln, Salat und Eierküchlein mit Apfel. Dank unserem Gast Henry, auch Hektor oder Haribo genannt, unser Radfahrer aus dem tiefsten Thüringen und schon irre lange unterwegs, wird aber alles aufgegessen. Der übertrifft sogar mich im Reste aufessen. Aber ist ja schön wenn nichts übrig bleibt und eventuell entsorgt werden müsste.

Auch heute Abend wieder interessante „intellektuelle“ Diskussionen. Heute gehen mit mir mal die Pferde durch und ich muss Wolfgang mal sagen, dass er nicht mein Lehrer ist und er mal die Maßregelei lassen soll. Aber ich glaube, ich kann ihm darüber gar nicht so richtig böse darüber sein. Denn dieses teilweise „Oberlehrerhafte“ kenne ich ja auch von meiner liebsten Heidi. Das ist wohl schwer abzulegen, wenn man mal Vollblutlehrer war. Irgendwie zeigt das ja auch, dass er seinen Beruf damals auch wirklich ernst genommen hat. Wie auch immer.

Jetzt, so 22:30 Uhr, noch alles aufschreiben. Ich muss mich dabei beeilen, denn seit gestern ist mein Ladegerät für des Laptop defekt und ich muss mir jetzt immer eins leihen. Aber heute Nacht braucht die Besitzerin es selbst. Und die zwei Stunden die mein Schleppie durchhält, sind immer recht schnell vorbei. Nämlich jetzt!

2017-01-14 / Markt in Mazarrón

Heute wollen wir mal auf den Markt von Mazarrón. Melli, Pierre, Henry und ich. Pierre und ich versuchen ein neues Ladegerät für unsere Laptops zu bekommen. Pierre hofft auf einen Elektronikmarkt. In einer Nebenstraße finden wir einen kleinen kuscheligen Computerladen. Und siehe da, er hat noch eins an der Wand hängen. Für 25,00 €. Und das Ganze mit Bedienung und Beratung. So bin ich schon einmal einen Schritt weiter. Ich werde wieder schreiben können.

Dann weiter bergauf. Über den Kirchplatz mit Rathaus. Dann liegt er vor uns. Klein und überschaubar. Aber mit allem was wir suchen. Und im Vergleich zu dem Markt in Puerto de Mazarrón nicht so viele Touristen.

An einer Ecke finden wir dann auch noch die Bodega, aus der wir für Hermann Wein mitbringen sollen. Den zwei Jahre alten Hauswein finden wir auch ohne Probleme. Steht ja ganz fett in Kreide auf dem Fass. Mir fällt aber auch ein Holzfass auf, auf dem Sherry Creme steht. Nach einem Probeglass entscheiden wir, das ist kein Sherry, das ist Portwein. Von der feinen Sorte. Also auch hiervon eine Flasche abfüllen lassen. Und Melli will noch einen trockenen Weißen. Auch hiervon gibt es ein Fass.

Schwer bepackt geht’s wieder runter zum Parkplatz. Noch einmal in den Supermarkt. Hier finde ich mein Lammfleisch: Eine Schulter und eine Keule. Leider aus der Tiefkühle und nicht frisch.

Dann noch ein Besuch in einem Chinesenmarkt. In diesen Zwischending von Super-, und Baumarkt gibt es alles, was nach Plastik stinken kann. Ich finde hier eine LED-Birne die eventuell in die Strahler im Bad von Big Blue passen. Ich nehme mal eine mit. Denn die Halogenstrahler über dem Waschbecken verbrauchen einfach zu viel Strom.

Dann geht es zurück zur Ziegenwiese. An der Tanke noch Wasser und Diesel getankt. Pierre und ich nutzen die Zeit, schon einmal zum Marokkaner vorzugehen um süßes Gebäck zu kaufen. Und gleich aufzuessen.

Heute in Rudi essen
Heute in Rudi essen

Auf dem Platz zurück hole ich mir von Sonja ein Backblech und rühre darauf eine Marinade für das Lammfleisch an: Olivenöl, Wein, Zitrone, verschiedene Gewürze und Knoblauch. Dann das Fleisch drauf gelegt und bis morgen 16:00 Uhr immer wieder gewendet. Sieht gut aus.

Anschließend geben wir uns der Muße hin. Immer schön hinter der Sonne hergerückt mit unseren Stühlen.

Heute Abend essen wir mal in Rudi.

2017-01-15 / Geburtstag

Heute ist der große Tag. Hermann feiert seinen Geburtstag nach. Ich feiere rein.

Es ist sehr windig, und es ist nicht absehbar, wie sich das Wetter weiterentwickeln wird. Können wir draußen feiern oder müssen wir rein?

Vorsichtshalber bereiten wir uns auf Beides vor. Henry und Pierre schleppen Brennholz ran. Irgendwann bin ich dann mit der Kettensäge gefordert.

Tische werden zu einer Tafel aufgebaut. Und irgendwie wird Rudi zur Sperrzone für uns Geburtstagskinder erklärt. Hier riecht es verlockend nach Bäckerei.

Warten auf den Abend
Warten auf den Abend

Um 16:30 Uhr meldet sich Sonja zurück. Sie war bei Freunden essen. Jetzt übernimmt sie mein Lammfleisch und packt es in ihren Backofen. In zweieinhalb Stunden wird es fertig sein.

Pünktlich zum Sonnenuntergang ist der Wind eingeschlafen. So decken wir die Tafel doch draußen. Das wird sich als eine sehr gute Entscheidung herausstellen.

So langsam treffen alle ein. Auch ein paar neue Gäste vom Platz. Eine von ihnen übernimmt heute Abend den Fotografenjob. Danke dafür.

Zum Lammfleisch gibt es angebratene Kartoffeln, grüne Bohnen und verschiedene Gemüse. Das Ganze passt zusammen wie ein Menü aus einem Guss und nicht von vielen Köchen zusammengesetzt.

Als Dessert noch einen Pudding von Wolfgang. Super.

Thomas hat mittlerweile das Lagerfeuer angefacht. Heute schaffe ich es erstmalig seit Jahren tatsächlich in meinen Geburtstag rein zu feiern. Großes Drücken zu Mitternacht. Und Geburtstagskuchen, nach dem der Platz schon den ganzen Tag gerochen hat.

Danke an alle für den schönen Abend. Sicherlich auch im Namen des zweiten Geburtstagskindes Hermann.

Für mich ist gegen 1:00 Uhr dann aber Schluss. Schließlich bin ich jetzt 64. Einige halten das Feuer noch bis 3:00 Uhr am Brennen.

2017-01-16 / The day after

Der Rest vom Schützenfest
Der Rest vom Schützenfest

Zum späten Frühstück erscheinen fast nur Gesichtsälteste. Ein so langer Abend wie gestern geht an uns, vor allem uns Alten, doch nicht so ganz spurlos vorbei. Aber auch nicht an den jüngeren.

Irgendwann ist dann das große Aufräumen angesagt. Und ansonsten Abhängen.

Die Wetterapps sagen ab Mittwoch schlechtes Wetter voraus. Weiter in den Süden fahren ist jetzt die Frage. Vor allem für mich, denn am Wochenende trete ich ja meine Rückreise an. Wolfgang will länger hier bleiben. So kann ich schneller fahren, das heißt mehr Kilometer am Tag. So werde ich nur fünf bis sechs Tage brauchen.

Aber das mit dem in den Süden fahren erledigt sich dann doch. Hier treffen immer mehr Leute ein, die von den anderen freien Stellplätzen in der Region Murcia, zu der wir hier gehören, von der Guardia Civil vertrieben wurden. Eine Recherche im Internet ergibt, dass die spanischen Behörden begonnen haben in einer konzertierten Aktion die freien Wohnmobil Stellplätze zu räumen und Schilder aufzustellen, die das Übernachten an diesen Orten bei einer Strafandrohung mit bis zu 1000,00 € verbieten. Und auch aus Andalusien treffen gleichlautende Informationen ein.

So ist der Standortwechsel nach Águilas für mich gestorben. Und für die Anderen wird es sicherlich aufwendiger, nach Marokko zu kommen. Zumindest teurer auf überfüllten Campingplätzen.

2017-01-17 / Wetterumschwung kündigt sich an

Die Wetterapps sagen zwar unterschiedliche Szenarien voraus. Aber eines ist klar. Es wird kälter und ungemütlich.

Pierre entscheidet sich, Melli ein Wohlfühl-Geschenk zu machen. Er bucht ab morgen für drei Tage in einem Viersterne Hotel ein. Und er versucht mich zu überreden, mitzukommen. Aber das ist nichts für mich. Nee! Und als ich das Bild auf dem Bildschirm sehe. Dann erst recht: Nee!

So kommt bei mir etwas Trauer auf. Die drei werden mir fehlen.

Wir gehen heute noch einmal ausgiebig spazieren. Richtung Puerto de Mazarrón. Wir führen noch einmal ausgiebige Gespräche über das, was wir von unserem Leben erwarten und welche Ziele wir erreichen möchten. Die gehen zwischen mir und Pierre doch sehr weit auseinander. Aber das hält unsere – zwar erst sehr kurze Freundschaft – aus.

Heute Abend essen wir alle noch einmal gemeinsam. Hier ist vom Abschied noch nichts zu spüren.

2017-01-18 / Abschied

Es ist kalt geworden. Der Himmel ist bedeckt. Die Anderen heizen schon alle. Bei mir geht es noch ohne.

Pierre macht mit Avid seine Abschiedsrunden. Melli räumt auf und Wolfi sitzt bei mir.

Dann ist es soweit. Gegen 13:00 Uhr verlässt Rudi die Ziegenwiese. Noch ein paar Fotos und dann zurück ins Trockene. Noch schnell die Sitzauflagen unserer Stühle ins Trockene bringen. Es hat begonnen zu regnen.

Ich versuche die Verdunkelung am Küchenfenster zu reparieren. Ohne Erfolg. Dann fülle ich meinen Wassertank fürs Klo mit Regenwasser auf. Und schleppe auch Fahrrad, Tisch und Stühle in die Werkstatt. Damit sie trocknen. Für meine letzten Tage hier werde ich sie draußen nicht mehr brauchen.

Um 17:00 Uhr mache auch ich meine Heizung an. Irgendwie wird das Auto erstaunlich schnell warm. Das habe ich – wissend, dass die Truma 3000 schon immer Schwierigkeiten hatte den großen Innenraum warm zu bekommen – nicht zu erwarten gehofft.

Nun ist es kuschelig warm.

Bei der Gelegenheit checke ich mal den Temperaturverlauf während meiner Standzeit hier auf der Ziegenwiese. Die Höchsttemperatur lag innerhalb der letzten vier Wochen innen bei 30°C und außen bei 25°C. Die Tiefstwerte innen (aktuell vor Anstellen der Heizung) bei 9°C und draußen bei 5°C.

Einerseits wird mir jetzt der Abschied hier leichter fallen. Aber andererseits hätte ich den Platz hier gerne bei gutem Wetter verlassen. Am besten noch einmal Schwimmen gegangen. Denn der letzte Eindruck ist der bleibende.

Mal sehen was morgen kommt.

Ganz spät kommt noch Sonja vorbei. Eingemummelt wie einer der sieben Zwerge bei Unwetter. Ich kündige ihr schon einmal an, dass ich morgen abhaue und ich sie wohl vermissen werden. Dass es mit ihr mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich wiederhole mich, eine sehr interessante Frau. Die Leben erlebt hat!

Morgen geht’s weiter ->

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