2016-08-14 bis 2016-08-20 – Krankenpause

2016-08-14

Es ist gekommen, wie es nicht hätte kommen sollen. Heidi ist genervt und hat schon vor dem Aufstehen den Entschluss gefasst, heute Abend in Gjirokaster ins Hotel zu ziehen und morgen früh nach Athen abzureisen.

Ich werde wegen meines Fußes hier mindestens bis Dienstag „abwettern“.

Wir sprechen beim Frühstück mit der Zhenisa, der Frau von Julian, über das Problem mit dem Hundegebell. Sie ist sehr bemüht und auch berührt, aber so richtig was machen kann sie nicht. Wie soll sie auch Nachbarn davon überzeugen, dass Hundegebell stören kann. Die anderen Übernachtungsgäste haben sich nicht so sehr von dem Bellen gestört gefühlt. Gehört, aber sich damit arrangiert.

Ich frühstücke, Therese schaut vor ihrer Abreise noch einmal nach meinem Fuß und Heidi fährt mit dem Fahrrad in die Stadt.

Auch die anderen Camper verlassen den Platz. Zuletzt bleiben noch die beiden Spanier. Genauer eine Spanierin mit ihrem niederländischen Freund, ihren beiden Kindern und ihrem VW-Bus T3.

Ich setze mich zu ihnen und unterhalte mich mit ihnen. Die haben einen fast dreimonatigen Trip vom Nordcap bis Albanien hinter sich und es verbleiben ihnen noch zehn Tage bis Barcelona. Silvia schreibt darüber auch einen Blog. Ich helfe ihnen dann noch bei der Reparatur ihres Wasserhahns am Waschbecken.

Dann bin ich erst einmal alleine hier. Ich genieße die Ruhe, verarzte meine Wunde zum zweiten Mal. Die Cortisonsalbe bringts schon etwas. Die Entzündung geht etwas zurück. Wenn ich jetzt noch den Fuß solange ruhig stellen kann, dass das Loch zuwächst, ist alles schön.

Gegen 15:00 Uhr kommt Heidi zurück. Sie war auf der Burg: Vom Gebäude her sehr schön, aber die Accessoires doch recht unzusammenhängend, bunt und teilweise kitschig zusammen gewürfelt. Und es ist Sonntag. Völlig überlaufen. Aber in der Stadt das Geldabheben hat geklappt. Noch etwas zu Essen eingekauft. Die Faramcias haben leider zu. Also muss ich auf meine Salbe noch bis Morgen, Montag, warten.

Ein besonderes Erlebnis war wohl das Buchen des Hotelzimmers. Der Hotellier war nur der albanischen Sprache mächtig. Und laut. So war zwar das Reservieren eines Zimmers möglich, aber er war von dem Fahrrad schwer irritiert. Die zur Klärung des Sachverhaltes angerufene Nichte brachte auf Grund der Lautstärke auch nicht so richtig was. Heidi ist dann irgendwann einfach weg gegangen und hat die anderen Besorgungen gemacht. Als sie dann zum Hotel zurück kam um ihr Fahrrad abzuholen, war der Schreihals nicht mehr da, sondern seine Frau. Ein nochmaliger Anruf der Nichte in Ruhe brachte die endgültige Klärung: Ein Zimmer für die Nacht um am Morgen früh den Bus nach Athen zu erreichen. Und kein Fahrrad, weder im Zimmer noch im Bus. 25,00 € fürs Zimmer, 25,00 € für den Bus.

Heidi bereitet das heute etwas frühere Abendessen vor: Das Lamm, was gestern zuviel war, von den Knochen pulen, Gemüse dazu und das ganze zusammenkochen.

Dann die Reisetasche packen, noch einmal versuchen, das Handy von Mareike zu verstehen. Essen. Es kommt Julian vorbei und fragt nach unserem Befinden und Plänen. Er bietet sofort an, Heidi entweder morgen früh zum Bus zu fahren. Da aber das Zimmer schon gebucht ist, will er Heidi dann heute abend in die Stadt runter fahren. Heidi entscheidet sich aber für den Spaziergang am Abend und will laufen.

Um 19:00 Uhr ist es dann soweit. Ich bringe Heidi zum Tor. Umarmen und ich gehe mit Lara zur Ablenkung, denn die merkt genau das was im Busch ist, in die eine Richtung und Heidi in die andere. Es ist schon komisch das Ganze.

Ich komme auf den Platz zurück. Es ist ein Schweizer eingetroffen. Ein Drachenflieger. Wir unterhalten uns recht lange über die Welt im Allgemeinen und Besonderen. Je später der Abend, desto angeregter verteidigt er Atomkraft als die einzig wahre Energieerzeugung. Auch die Endlagerung des Atommülls über Millionen von Jahren ist (!) technisch möglich. Außerdem werde die Gefährlichkeit der Radioaktivität völlig überbewertet. Als ich ihm dann anbiete, seinen Anteil am Atommüll in einem schön dekorierten Fässchen in seinem Garten zu stellen, wurde er sehr allgemein und ausweichend. Tja so sind sie. (Atom-) Müll produzieren, für die Entsorgung aber keine Verantwortung übernehmen.

Es stoßen noch zwei Berliner Jungs mit ihrem Offroader dazu. Und ein französisches Pärchen.

Es ist Zeit ins Bett zu gehen.

2016-08-15

Die Nacht war ok. Ich habe ja sowieso nicht so die Probleme mit dem Schlafen. Auch wenn die Hunde bellen. Es ist aber erheblich weniger geworden. Oder habe ich mich daran gewöhnt? Die anderen Gäste jedenfalls haben auch keine Probleme damit.

Aber alleine aufzuwachen ist nach 25 Jahren gemeinsames Schlafen schon gewöhnungsbedürftig.

Gjirokaster bei Sonnenaufgang
Gjirokaster bei Sonnenaufgang

Ein wunderschöner Sonnenaufgang. Gjirokaster auf dem Westhang wird von der Morgensonne angestrahlt. Ich mache mir mein Müsli und Tee.

Dann spreche ich mit Zhenisa. Ich hatte gestern abend mitbekommen, dass sie Ärztin ist. Ich fragte sie nach einer Farmacia in der Stadt, wo jemand englisch spricht. Sie jedoch erklärte sich sofort bereit, ihre Schwiegermutter, die sowieso in die Stadt wollte, zu bitten, mir die entsprechenden Salben mit zu bringen. Die Leute hier sind unwahrscheinlich bemüht.

Anschließend gehe ich mit Lara mal die Straße zum Dorf hoch. Bis zum Schwimmbad. Hier finde ich dann auch die Hunde, die hier nachts immer bellen. Wachhunde halt, auf irgendwelchen bebauten und unbebauten Grundstücken angekettet.

Die meisten Gäste sind schon am Packen. Nur unser Drachenflieger bereitet sich darauf vor, von irgendeinem Berg hier zu springen. Er hat aber noch nicht das Problem gelöst, wie er von der Landestelle dann wieder hoch zu seinem Auto am Startpunkt kommt. Ein Taksi wäre die Lösung. Aber sein Smartphone verweigert ihm stur jegliche Verbindung. Testanrufe auf mein Handy und umgekehrt bleiben im Nirvana der Netze hängen.

Jetzt bin ich hier alleine, genieße die Ruhe und Lara kommt so langsam auch wieder gut drauf. Ich brauche sie nicht mehr anzuleinen. Sie bleibt am Wagen. Wälzt sich von der Sonne in den Schatten und zurück. Und lässt die Hunde hier auf dem Platz in Ruhe. Die hormongesteuerte Phase ist wohl beendet.

Ich stelle jetzt meinen Lebensbereich in Big Blue auf Männermodus um: Ich wasche den ganzen Kram von gestern Abend ab und räume ihn weg. Ab sofort nur noch ein Besteck, eine Emailleschüssel, ein Topf, eine Tasse. Und immer nach Gebrauch sofort ausspülen. Dann in ein Spülbecken an den Waschräumen lauwarmes Wasser einlassen, etwas Waschmittel dazu und mein T-Shirt und die ein kurze Hose rein. Schön einweichen lassen, anschließend durchrubbeln und zum Trocknen aufhängen. Eine Art der Wäsche, die Heidi immer für untauglich erklärt. Aber es hat schon vor 35 Jahren in Afrika funktioniert und es funktioniert immer noch!

Irgendwann am Nachmittag, ich habe es gar nicht bemerkt, steht ein Zelt neben Big Blue. Zwei Tramper aus Berlin. Sie wollen sich Gjirokaster anschauen, warten aber noch auf zwei Kumpels, von denen sie sich heute Morgen am Blue Eye getrennt haben. Die kommen aber nicht an Land. Smartphone, Facebook und E-Mail helfen auch nicht weiter. Zwischendrin kommt die Mutter von Julian vorbei und bringt sechs gefüllte Paprika. Ein großer Teller mit Weintrauben aus dem eigenen Wingert steht sowieso schon auf dem Tisch.

Dann machen sich die Beiden auf den Weg in die Stadt. Hauptsächlich um ihre Kumpels zu suchen. Der Versuch ist aber nicht von Erfolg gekrönt.

Später am Abend kommt plötzlich die Nachricht, dass die beiden Vermissten irgendwo in Gjirokaster stehen und durch Zufall wohl jemanden nach dem Weg gefragt haben, der Julian kennt. Kurz danach werden sie zu uns gebracht. Die Freude ist groß. Irgendwie sind sie beim Trampen von Leuten erst einmal nach Griechenland mitgenommen worden. Das ist die entgegengesetzte Richtung. Sind da zum Essen eingeladen geworden. Auf dem Rückweg dann Richtung Gjirokaster sind sie dann noch bei einem wichtigen Menschen gelandet, der irgendwelche öffentlichen Positionen bekleidet. Irgendwie gab es wohl wieder was zu Essen und zu Trinken. Die Beiden haben jedenfalls viel zu erzählen. Ich bekomme das jetzt nicht mehr so ganz zusammen.

Mittlerweile sind neben vier Joghurtbechern (Italiener ?), die sich am anderen Ende des Platzes abkapseln, noch ein Pärchen aus Esslingen am Neckar mit ihrem PKW eingetroffen. Und so geht das Ganze nahtlos in eine kleine abendliche Party über. Julian und Zhenisa  können wir auch dafür begeistern und sie erzählen viel über ihr Land und ihr Leben.

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2016-08-15; Entstehung eines Flächenbrandes
Brandstiftung

Später am Abend können wir dann die Entstehung eines Flächenbrandes an der gegenüber gelegenen Bergkette beobachten. Julian erzählt uns, dass diese Feuer in der Regel illegal von Schäfern gelegt werden, um das Strauchwerk zu vernichten und dem Grasaufwuchs einen Vorteil zu verschaffen. (Am nächsten Morgen werden wir das Ausmaß erkennen können. Eine Fläche fast so groß wie Gjirokaster ist verbrannt. Hunderte von Kleintieren inklusive Schildkröten haben ihr Leben gelassen.)

Nach und nach wird die Runde kleiner.

Gute Nacht.

Ach so ja. Die Salbe, die Julians Mutter mitgebracht hat, bringt es scheinbar ganz gut.

2016-08-16

Ergebnis der Brandrodung
Ergebnis der Brandrodung

Ich bin recht früh auf. Der Wein am Abend hat nur auf dem Tisch ein paar Spuren hinterlassen. Aber nicht im Kopf.

Beim ersten Blick aus der Tür werde ich in der gestrigen Vermutung über das Ausmaß des Flächenbrandes bestätigt.

Müsli mit den letzten Brombeeren und roten Weintrauben. Wo ist der griechische Bergtee geblieben? Ich kann ihn nicht finden! So ein Mist. (Später werde ich ihn in dem Schrank für die gebrauchte Wäsche finden. Jetzt im Männermodus räume ich ihn um in den Schrank, wo die anderen Tees, Kaffee und so weiter stehen!)

Es wird
Es wird

Mit Lara eine Runde gehen. Meine Wunde spülen, desinfizieren mit Schwedenkräutern, die Salbe drauf, sterile Auflage drauf, Elastikbinde drum, fertig. Naja, so einfach ist es dann doch nicht. Beim entfernen der sterilen Wundauflage fällt jetzt ein großes Stück Haut mit Fleisch ab. Der Schnitt war schräg und die Haut gegangen. Und dieser „Lappen“ ist abgestorben und jetzt klafft dort ein großes, vor allem tiefes Loch. Ich desinfiziere mit Schwedenkräutern und spachtele mit der neuen Salbe das Loch zu. Am nachmittag wird Julians Frau noch einmal nach der Wunde sehen.

E-Mails checken. Hat die Buchungsbestätigung für den Schäferwagen von gestern am späten Abend für heute noch geklappt? Ja, sie hat. Wieder ein bisschen Kohle für Frank.

Bis zum späten Nachmittag verdaddele ich den Tag und konzentriere mich auf die Wundheilung. Ich lese das Buch Humor rund um die Schule von Hermann-Dietrich Hornschuh. Ich lasse die gereimten Storries weg. Außer die von Heinz Erhard. Lässt sich gut lesen und vertreibt die Zeit.

Dann Geräusche wie von einem Akku-Schrauber. Neben Big Blue wird ein Wohnwagen mit Hilfe eines Movers vor den selben rangiert. Ich versuche die Leute vor dieser Nähe zu warnen. Denn am letzten Abend war es in unserem Umfeld, ich will nicht sagen laut, aber lebhaft. Es stellt sich aber heraus, dass die Beiden das dickste Sitzfleisch haben. Obwohl sie so dürr sind.

Unsere vier Tramper kommen dann auch wieder an Land. Sie haben an meine Flasche Wasser gedacht. (Danke).

Drei VW-Bus T3 in Allradversion aus Polen laufen noch auf. Aber die drei Pärchen bleiben unter sich.

Irgendwann sitzen wir heute abend am gemovten Wohnwagen und Julian tischt mal wieder auf. Essen und Wein, Julian zieht das deutsche Bier vor.

Es wird ein langer Abend.

2016-08-17

Meine Wunde macht sich ganz gut. Ich werde heute noch hierbleiben und mit dem Fahrrad nach Gjirokaster fahren. Ich muss ja auch mal was für meine Bildung tun!

Zhenisa kommt noch vorbei und erkundigt sich nach meinem Fuß. Wir sind beide zufrieden. Dann unterhalten wir uns ganz lange darüber, mit welchen Problemen die hier so zu kämpfen haben. Zum Beispiel um über ihr eigenes Grundstück verfügen zu können. Um eventuell Grundstücke dazu kaufen/pachten zu können. Wie teilweise noch Sachen aus der Hoxha Zeit bis heute wirken.

Ich gebe ihr noch ein Tipps für ihren facebook Auftritt und ihre eigene Homepage: Zum Beispiel ein Foto von ihrer Familie um den Persönlichkeits Charakter zu erhöhen. Bilder von den kleinen „Parties“ mit den Gästen.

Auch für den Platz. Sie wollen den Sanitärbereich hinter einer großen Holzwand verschwinden lassen. Weil Albaner nicht gerne durch die Tür in die Dusch- und Toilettenvorräume gucken. Ich gebe den Tipp, nur vor die Türen eine leichte Sichtblende aus Holz zu bauen. Das wirkt leichter. Irgendwo einen – wirklich – kleinen Teich anzulegen. Nur für die Seele, um bei der Hitze hier etwas Kühlendes zu erahnen.

Um 12:00 fahre ich mit meinem Rad los. Am Kreisel das üblich Chaos. Der Polizist hat heute Verstärkung. Die stehen jetzt alle im Weg und behindern den Verkehr gemeinsam. Und ein Auto der Strßenpolizei ist auch da. Die schreiben Autos auf, die in einem virtuellen halteverbot stehen. Einer davon Grieche. Der sieht dsa ganze schenbar philosophisch und diskutiert endlos mit derr Ordnungsmacht. Die kommt aber mit ihren Quittungsblöcken mit 100 Durchschlägen nicht zurecht. Er braucht dafür beide Hände und muss dafür sein Handy weglegen. Scheinbar ein absolutes NoGo. Hätten wir dieses Jahr noch das Drehteam vom ZDF dabei, daraus könnte man nicht nur eine eigene Folge herstellen, nein man könnte eine ganze Serie damit bestreiten.

Todesmutig überquere ich den Kreisel und fahre wieder die Hauptstraße hoch. Dort wo der „Prachtausbau“ dieser aufhört, setzt sie sich in einem ungefährt 500 Meter langen Flohmarkt für Klamotten und Schuhe fort. Ganz nett vom Ambiente, aber richtig interessant wird es in den kleinen Nebenstraßen.

Hier mischen sich auch Obst-, Gemüse-, Tee- und Gewürzstände hinzu. Und das ganze in richtig engen Straßen. Verkehrsberuhigende Speedblocker braucht man hier nicht. Dafür sind die Hauswände schon Hemmnis genug. So kann sich das quirlige Leben hier nahezu grenzenlos entwickeln.

Wieder weiter unten radele ich durch das Wohngebiet auf der anderen Seite der Hauptstraße. Ein ähnliches Bild von der Baustruktur her, aber kein Verkauf von Waren auf den Straßen. Nur kleine Lädchen mit den Gütern des täglichen Bedarfs.

Auf dem Rückweg mache ich mich noch zu der (verfallenen) Kaserne auf, die wir vom Campingplatz aus sehen können. Mein Faible für (Industrie-) Brachen. Natürlich eine rudimentärer Zaun drum herum, Verbotsschilder und das Übliche. Neben dran ein Kriegerfriedhof. Die Art der Gräber für die Söhne des Landes heben sich ganz immens von den Gräber der Zivilgesellschaft ab. Hier kein Schmuck, keine erkennbare Pflege durch liebevolle Angehörige. Sterben und Kompostieren im Gleichschritt.

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Von hieraus habe ich einen guten Blick auf das Kasernengelände und fotografiere gegen die Todestrafe an. Die Bauten ohne Dach stehen leer. Genauso wie die Ruinen mit Dach. Denkste. Da wo noch ein Dach drauf ist, das wird noch drin gesoldatet. Nicht zu glauben.

Und gleich ist auch die Polizei da. Aber die Beiden hatte ich eben gerade schon in der Stadt getroffen und mit ihnen geklönt. Ich versprechen ihnen, die Bilder zu löschen. Und gut ist!!! Da sagt mir mal einer, dass man hier ständig von den Ordnungshütern drangsaliert wird. Bislang haben wir nur gute Erfahrungen mit ihnen gemacht!

2016-08-17; Grirokaster 02; Camping 03
Big Blue auf der anderen Seite des Tals

Noch ein Blick zum Campingplatz. Man kann big Blue erahnen.

Dann noch schnell zwei von den leckeren Würsten gekauft. Abendessen brauche ich nicht. Zhenisa hat mich eingeladen. Dabei erzählte sie mir am Morgen, dass die gefüllten Paprika von ihrer Schwiegermutter dafür waren, dass mich Heidi verlassen hat und sie dachte, der arme Mann braucht doch was zu Essen. (Vielleicht bleibe ich für immer hier.) Aber das körperliche Arbeiten hier würde mir doch sehr schwer fallen. Die arbeiten hier zwar langsam. Aber Siesta (Pause zwischen 12:00 Uhr und 16:00 Uhr), wie in anderen südlichen Ländern, kennen die hier nicht. Da würde ich in der Mittagshitze kaputt gehen.

Gegen Abend lädt uns Julian ein und zeigt uns seinen Weinberg was hier mehr ein ein Hektar großer Weingarten ist. Sein Vater – er lässt vom Brennholzmachen ab und erklärt uns seinen Betrieb – baut hier verschiedene rote Trauben an, aber hauptsächlich den Muscat de Hambourg. Auch weiße Trauben sind dabei. Anders als bei uns üblich, sind die verschiedenen Sorten nicht reihenweise von einander getrennt, sondern Stock vür Stock gemischt. So können wir uns durch die verschiedenen Trauben durchprobieren. Anschließend gehen wir noch in seine „Produktionshalle“. Die zurzeit aber mehr ein Abstellbereich für alles mögliche ist. Auch bauen sie hier gerade neue rustikale Stühle für die Terasse. An den Wänden sind die Reifungs- und Lagerungsbehälter der letzten beiden Jahre aufgestellt. Und hinten in der Ecke steht die unvermeidliche Rakibrennerei. Hier werden aus reinen Weintrauben der Raki gebrannt, den die Familie immer wieder auf den Tisch unserer lustigen Abendrunden stellt. Brombeeren, Feigen-, (Granat-) Apfel- und Kirschbäume ergänzen hier das Angebot. Und Haselnusssträuche. Anschließend noch ein Blick in den Gemüsegarten. Tomaten, Bohnen, Erbsen, Zucchinis, Auberginen so auf den ersten Blick. Und Hühner. Langfristig wollen die beiden diese eigenen Produkte auch ihren Gästen zum Kauf anbieten. Frischer und transparenter geht es nicht!

Irgendwann gegen Abend sitzen wir wieder in gemütlicher Runde zusammen. Auch heute kann ich dem Raki ausweichen. Als Gäste haben wir heute einen deutschen Chirurgen (eine Koriphäre seines Fachs, wie er betont), der als Kettenraucher die Theorie zum Besten gibt, dass Versuche mit krebsbefallen Zellen, die man mit Zigarettenrauch bedampft hat, gezeigt haben, dass dann der Krebs abstirbt. Tja, manche glauben sich die Welt halt schön. nicht schön ist morgen früh auf alle Fälle nicht, dass mein Frühstückstisch mit überquellenden Aschenbechern übersäht ist! Boach, wie zu besten eigenen Raucherzeiten.

2016-08-18 – Blue Eye und Antigone

2016-08-19 – Magic night in stone

2016-08-20

Heute war ein sehr entspannter, privat orientierter Tag. Da gibt es fast nicht zu berichten, was wir euch erzählen möchten. Auch wir haben mal unsere Geheimnisse.

Nur soviel: Gegen Nachmittag treffen Martina und Günter vom Hobo-Team ein. Die Koriphäen für Albanienreisen. Sie wollen sich diesen neuen Campingplatz von Zhenisa und Julian ansehen, da sie auch für ihn werben. Ein total liebenswertes Pärchen, mit scheinbar ähnlichen Wertvorstellungen wie wir selbst. Gute Gespräche am Abend, die Reste vom Barbecue von gestern aufgewärmt. Und gut ist!

Morgen gehts weiter ->

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Dear Stephan, our tap is working again, so here a post to tell about it 🙂
    http://hesptrip.eu/2016/08/15/stephan-and-our-tap/

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    1. Es freut uns, helfen gekonnt zu haben. Gute Reise
      Mit lieben Grüßen
      Heidi und Stephan

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