2016-08-10 – Zur Farma Sotira

Es fällt schwer, diesen schönen Platz am Liqeni i Ohrit zu verlassen. Die Gastfreundschaft der Jungs hier auf dem Platz, die tolle Bademöglichkeit und das herausragende Essen. Aber wir wollen weiter. Es wird aber wieder 11:00 Uhr, bis wir wirklich loskommen. Beim Bezahlen sind wir wieder überrascht: 15,00 € für den Stellplatz für drei Tage. Und für die dreimal Abendessen 66,00 € inklusive Getränke. Da stellen wir uns mal wieder die Frage, wovon leben die hier eigentlich?

In Pogradec versuchen wir ein wiederholtes Mal, einem Geldautomaten mit unserer Visa-Card Geld zu entlocken. Dieses Mal versuchen wir es mit der Option Withdrawal. Die erste PIN, die wir versuchen wird wieder als Fehler abgelehnt. Aber mit der zweiten PIN fängt der Geldausgabeschlitz an zu rappeln und es kommen tatsächlich 20000,00 Lek raus. Jetzt fällt uns ein riesiger Stein von der Seele. Wir haben Geld, wir können tanken und die Wahrscheinlichkeit wegen Geldmangels die Reise abbrechen zu müssen, ist auf null gesunken.

Wir gehen noch einmal durch die Einkaufstraße der Stadt, kaufen Brot.

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Und eine Briefmarke für eine Postkarte an Heidis Bruder. Mit der Herausgabe dieser waren im Postamt zuletzt drei Mitarbeiterinnen befasst. Und die Arbeitsgeschwindigkeit erlaubte auch einem ungeübten Schuster, den Mitarbeiterinnen während der Arbeit die Schuhe neu zu besohlen.

Dort wo wir Big Blue abgestellt haben, treffen wir auf einen Deutschen, der mit einem VW-Kastenwagen unterwegs ist. Er kennt sich scheinbar in Albanien schon sehr gut aus. Er warnt uns vor unserem Vorhaben, über Korce Richtung Süden zu fahren. Diese Straße führt ja parallel zur griechischen Grenze und ist für solche Fahrzeuge wie Big Blue nicht geeignet. Obwohl sie als Fernstraße SH 75 in den Karten eingetragen ist. Sagt er.

Trotzdem verlassen wir Pogradec in Richtung Korcë. Natürlich nehmen wir noch in Pogradec die falsche Straße, nämlich die an den Strand. Denn diese war besser ausgebaut als die Fernstraße an dieser Stelle. Wir drehen und stoßen auf die richtige Straße.

So wohnt ein Großteil der albanischen Stadtbewohner
So wohnt ein Großteil der albanischen Stadtbewohner

Bis Korce sind die 35 Kilometer gut zu fahren. Vor Korce werden wird auf eine Umgehungsstraße geleitet. Auf dieser Straße kommen wir an den Außenstadtbezirken vorbei. Hier ist die Armut großer Teile der Bevölkerung mit den Händen zu greifen.

Irgendwann fehlen die weiterführenden Wegweiser. Nach einer Irrfahrt finden wir aber trotzdem die richtige Ausfallstraße. Und die ist dann auch gleich zu Ende: Die Straße wird neu gebaut. Circa 20 Kilometer Baustelle. Von Schlagloch zu Schlagloch. Zweiter und dritter Gang. 10 kmh bis 15 kmh. Dann geht es auf die alte Piste und in die Berge. Mehrmals bergrauf und bergrunter. Mehrere Pässe in der Höhe von 1200 Meter. Die Straße teilweise nicht breiter als der Feldweg vor unserem Hof zuhause. Und Serpentinen mit einem Wenderadius von einem Drittel mehr als die Länge von Big Blue: 9,00 Meter plus 3,00 Meter = 12,00 Meter. Da muss ich schon die Kurven genau anfahren, damit ich in der Kehre nicht eventuell zurücksetzten muss. Denn das wäre bei Steigungen von über 15% schon eine Herausforderung für Kupplung und den restlichen Antriebstrang. Und dann die Berge auch wieder runter. Dritter Gang und Dauermotorbremse. Irgendwann tut mir die rechte Arschbacke weh.

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Auf einem Joch halten wir an und vertreten uns die Beine.

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir den Campingplatz des Farma Sotira. Zur Erinnerung. Um 11:00 Uhr sind wir gestartet. Und hinter uns liegen gerade mal 100 Kilometer. Aber die Landschaft die wir auf dieser Strecke genießen durften, entschädigt für alles.

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Hier auf dem Platz treffen wir auf eine belgische Familie, die wir schon an der Bucht von Kotor getroffen haben. Und auf einen Deutschen aus dem Voigtland, der schon zum vierten Mal in Albanien ist. Er gibt uns den Tipp für morgen: Die Schwefelwasserquellen bei Benjë-Novoselë auf dem Weg nach Gjirokastër.

Wir erkunden die Umgebung noch etwas zu Fuß und treffen dabei auf einen Schäfer mit seiner Herde.

Auf dem Rückweg kaufen wir uns noch vier Bier auf dem Campingplatz. Diese werden uns heute nicht reichen. Nicht nur ich, auch Heidi, braucht eine dritte Flasche im Laufe des Abends.

Heidi kocht mal wieder selbst was Leckeres zusammen. Ich schreibe unseren Reisebericht. Heidi schließt sich dem noch an und sendet noch ein paar E-Mails an unsere Freunde.

Es ist schon nach 20:00 Uhr und schon dunkel (!), als wir dann essen. Es rauscht der Bach, es funkeln die Sterne. Auf der Straße hinter uns ist in den letzten zwei Stunden kein Auto mehr gefahren. So blöd sind die Leute hier dann doch nicht, im Dunkeln auf diesen Straße noch Auto zu fahren.

Schlafen.

Morgen geht’s weiter->

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Christian Haller sagt:

    Hallo ihr zwei,
    Was für ein zufall bin eben über eure seite gestolppert. Wie ich lesen konnte, war eure zeit in albanien auch noch wunderbar und dein bein auch wieder so weit fit.
    Ist aus russland nun spanien geworden? Von wann bis wann seit ihr unten? Wir werden vorraussichtlich mitte april richtung mauritanien aufbrechen und dann auch durch spanien fahren.
    Liebe Grüße von
    Therese, christian, hanna, noah und bald ruht

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    1. Hallo Ihr Lieben!
      Schön von euch zu lesen. Es schein euch ja richtig gut zu gehen.
      Uns auch. Aber aus Russland ist nicht Andalusien geworden. Aus Russland ist erst einmal Albanien geworden (Aber nicht ganz verworfen. Später mal). Wir fahren nächstes Jahr wieder hin. Wir haben da noch so viel zu erledigen. Uns hat das Land fasziniert.
      Da ihr selbst erst so spät nach Mauretanien fahrt, werden wir uns wohl nicht treffen.
      Aber lasst ruhig von euch hören. Die Welt soll ja so klein sein. Vielleicht kreuzen uns unsere Wege ja noch einmal wo anders.
      Mit lieben Grüßen

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