Indian Summer 2019

<- Da komme ich her

Prolog

2019-10-01 – Ankunft

Am 2019-09-30 fahre ich vom Bombero Travel Herbsttreffen los. Bis Homburg/Efze komme ich.

Hier habe ich auf der FleischFairbrik, ein Landvergnügenhof,  Pause gemacht. Lange Gespräche mit dem Bauern geführt. Seine Highland Rinder sind unerwartet tragend und bei meiner Ankunft hat eine frisch gekalbt. Er hatte eigentlich den Bullen schon vor ganz langer Zeit aus der Herde genommen. Aber ein Ochse stand bei den Mädchen. Und der ist wohl nicht richtig kastriert worden. Das wirft seine Planung nun gänzlich über den Haufen, denn eigentlich wollte er sich von den Highlandern trennen.

Zum Abendessen bereite ich mir lecker Nackenschnitzel vom Hof mit eigenen Bratkartoffeln und eigenem Kürbis.

Am 2019-10-01 weiter nach Wiesau fahren.

Das Wetter lässt wirklich zu wünschen übrig. Ich versuche mal was für mich ganz Neues: Die gesamte Strecke nach Navi fahren – ohne Autobahn die kürzeste Strecke. Ich fühle mich die gesamte Strecke in meiner Meinung bestätigt: Ich habe keinen Überblick, wo ich denn überhaupt lang fahre. Und das stört mich ungemein. Aber andererseits fahre ich Strecken, die ich sonst nie gefunden hätte. Teilweise landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Wirtschaftswege. Durch Dörfer, bei denen ich vorher nicht weiß, ob die Straße hindurch überhaupt breit genug ist für Big Blue. Aber Landschaften, vom feinsten.

Ich komme gegen 16:00 Uhr bei Andrea und Torsten an. Ich bin der Erste. Ein KAT und ein AL 28, die schon da sind, sind Dauerbewohner des Hofes und zählen daher nicht.

Nach ausgiebigem Drücken mache ich erst einmal einen langen Spaziergang. Es regnet mal nicht.

Torsten zeigt mir seine neuen Autos: Eine umgebaute Kurzhauber Feuerwehr, die Safari Queen und einen THW Iveco. Den Rest kenne ich schon von früher.

Bei mir gibt es das zweite Nackenschnitzel mit Bratkartoffeln zum Abendessen. Gegen 21:00 Uhr bin ich bettreif.

2019-10-02 – Tag minus 1 – Warten und letzte Arbeiten

Irgendwann am Morgen weckt mich Torsten per Messenger: Der Kaffee ist fertig und der Saloon ist geheizt. Aber vor dem und zum Frühstück bin ich nicht so kommunikationsfähig und will alleine frühstücken. Daher lehne ich dankend ab.

Nach meinem Müsli schreibe ich erst einmal Heidi: Wo ich bin und wie es mir geht. Und nachfragen wie es bei aussieht. Ob es ihr gut geht.

Danach erst einmal rumgucken, wer hier schon rumkraucht. Ich finde Torsten und die neuen Mitbewohner des Anwesens. Es gibt viel zu erzählen. Es hat sich viel getan.

Torsten ist noch die Anlage am aufräumen. Er hat Sorge, dass die Stellplätze nicht ausreichen da durch den Regen Teile des Geländes, zumindest mit nicht Allradfahrzeugen, schwer zu befahren sind. Aber wir kriegen das über den Tag schon hin.

Gegen 16:00 Uhr erwartet Torsten noch Kunden, die ihm eine Wohnwagenkabine abkaufen wollen und die noch auf ihren LT montiert haben möchten. Es wird immer später. Gegen 21:00 Uhr verabschiede ich mich. Die Kunden sind immer noch nicht da.

Jetzt geht’s los

2019-10-03 – Tag eins – Ankunft der Karawane.

Ich werde am Morgen wach weil hinter Big Blue eine Standheizung Krach macht. Michael ist mit Selina und Neo und seinem neuen Setra 80 angekommen.

Nach meinem Frühstück breche zu meiner Runde über Gelände auf. Die oben erwähnten Kunden sind noch irgendwann gekommen. Und haben auch schon in ihrer Kabine geschlafen. Auf den LT wird sie allerdings erst heute Morgen montiert.

Es ist windig und klamm. Mir tut das rechte Ohr weh. Habe wohl Zug bekommen. Also den ganzen Tag meine Mütze auf dem Kopf.

Ich drehe mal eine Runde über die umliegenden Felder – und finde auch hier riesige Bovisten. Leider schon überreif. Und eine sehr exponiert versteckte Ruine einer Hanomagraupe.

Nun treffen nach und nach die anderen Gäste ein. Viele kenne ich von früheren Treffen, aber einige ganze Menge sind mir neu. Ein Haufen Allrader sind dabei.

Gegen Abend hat Andrea zum Spagetti Essen eingeladen. Ich sitze mit unserem Freunden Sven, Michael und Selina zusammen. Leider müssen die als RaucherInnen häufiger ihre Lunge lüften. Und in diesen Pausen prallen dann die Gesprächsthemen der anderen voll auf mich ein. Es werden sich gegenseitig mit steigender Begeisterung per Handy Videos von irgendwelchen (hier nicht anwesenden Besitzern) „Monsteroffroadkarren“ vorgeführt. Frei nach dem Motto: „Hast du das schon gesehen?“ „Ist das nicht geil?“ „Guck mal was der da macht.“ „Der rennt um seinen Truck herum, während der sich immer weiter eingräbt.“ Und so weiter. Das ist nicht mein Thema. Noch einen Grappa weil es keinen Ouzo gibt. Und dann ab ins Auto und mal diesen Bericht anfangen.

2019-10-04 – Der Pamir Highway by Sven

Es regnet nicht. Irgendwie fühlt es sich heute auch nicht so kalt wie gestern an. Familie Kerstin und Carsten Behnke ist jetzt auch eingetroffen und hat mit unseren SetrafahrernInnen ein „Hippielager“ aufgeschlagen. Es ist angenehm mit den Fünf nach dem Frühstück zusammen zu sitzen. Endlich mal wieder GesprächspartnerInnen thematisch auf Augenhöhe.

Irgendwann mit dem Rad nach Wiesau zur Apotheke. Eines meiner Medikamente ist alle. Dann noch, um mal wieder ein bisschen Bewegung zu haben, auf dem Radweg auf der alten Bahnlinie ein paar Kilometer abstrampeln. Tut auch meinem Rücken mal wieder gut.

Pilze gibt es hier wie Sand am Meer. Direkt am Weg finde ich circa 20 Parasole. So groß, dass man sich bei Regen drunter stellen kann. Aber irgendwie habe ich schon am Morgen gehört, dass sich einige Kochgruppen gebildet haben und die haben schon Pilze nicht nur gesucht, sondern auch in Übermengen gefunden und gesammelt. Also lasse ich diese für andere geneigte Schwammerlsucher stehen.

Bei meiner Rückkehr erst einmal einen heißen Kakao. Dann noch einen Rundgang, mal gucken, wer noch gekommen ist. So 25 Autos sind hier jetzt versammelt. Es bilden sich Grüppchen. Größtenteils nach Interessenlage. Die Allrader tauschen sich über ihre Erfahrungen beim Bau ihrer Kutschen aus. Geben sich Tipps – auch über Fehler, die sie gemacht haben.

Andere sprechen über ihre schon „abgearbeiteten“ oder bevorstehenden Reiseziele.

Mir erscheint die Tour von Elke und  Jürgen Knittel in ihrem Renault Traffic Flocki in die Mongolei mit Start in diesem Dezember am interessantesten. Ich wünsche ihnen viel Glück und hoffe, dass sie auf dem nächsten Indian Summer darüber berichten wollen.

Irgendwie hat es auch noch spontane Livemusik von zwei Gästen gegeben. Habe ich verpasst. Nun ja. Man kann ja nicht auf jeder Hochzeit tanzen.

Ich habe mich mit anderen lustigen Dingen beschäftigt.

Heute Abend erzählt Sven von seiner und Christinas Reise über den Pamir Highway.

Vorher hat er für uns noch eine Kohlpfanne zubereitet. Wie immer sind seine Kochkünste: Lecker. Sehr sehr lecker!

Er hat sehr viel zu erzählen. Sehr viel. Die drei einhalb Stunden sind sehr informativ und interessant. Die Fotos, die er mit seinem Geburtstagsgeschenk gemacht hat, phänomenal. Am Ende tut mir trotzdem der Hintern vom vielen Sitzen ganz schön weh. Ein sehr sehr schöner Abend.

2019-10-05 – Bildungsurlaub – Vorträge über Vorträge

Die ganze Nacht hat es geschifft. Noch brauchen wir nicht mit Schwimmbewegungen beginnen, aber die Pfützen kommen näher. Sven und seine Freunde aus Ottendorf sitzen schon draußen und Frühstücken: Nur die Harten kommen in den Garten.

Zum trüben Wetter kommt jetzt auch noch der Wind. Ich habe schon – vom Wetter her gesehen – bessere Zeiten hier auf den Steinwald- und Indian Summer Treffen erlebt. Aber was soll‘s. Es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur unpassende Bekleidung!

Unsere Beiden vom Reiselaster, die uns im Frühjahr auf dem Steinwaldtreffen mit einen hervorragenden Reisebericht über Schweden mit dem Motorrad erfreut haben, haben jetzt mit einem „Kurzurlaub“ mit dem Wohnmobil in Südschweden begeistert.

Ich traf Marcus schon beim Abschied von Fussel Phillip in Berlin. Heute präsentiert er hier einen interessanten Trip durch Norwegen und Finnland.

Und die Krönung des Tages: Russland bis zum Baikal. Mich hat neben der spannenden Route, die die Beiden, Petra und Bert, sich ausgewählt haben – mit allen ihren wunderschönen Bildern, besonders die aus der freien Landschaft – vor allem seine begleitende Interpretationen von gesamtgesellschaftlichen Ein- und Zuordnungen der Entwicklung und Gegenwart in dem Land fasziniert. Hat mich ein bisschen an die Fernsehbeiträge von Gerd Ruge von vor zehn bis 15 Jahren erinnert.

Bei mir hat es nebenbei auch wieder Wunden aufgerissen. Es war ja mein Traum, auch noch einmal Russland zu „erfahren“. Hat sich aber leider auf Grund unserer Lebensumstände und doch etwas unterschiedlichen Lebensplanungen zerschlagen. Nun ja. Muss ich mich in solche Erfahrungsberichte rein träumen.

2019-10-06 – Sonntag

Schon am frühen Morgen herrscht hier Aufbruchsstimmung. Die Ersten packen, lassen Motoren warmlaufen oder pumpen ihre Druckluftbremsanlagen auf. Ich kann entspannt die ersten Sonnenstrahlen seit Tagen genießen und dem bunten Treiben zuschauen. Das Privileg der Rentner!

Einem Abschied möchte ich hier einen besonderen Platz einräumen: Elke und Jürgen. Sie werde ich frühestens  zum nächsten Indian Summer wiedersehen. Sie brechen in wenigen Tagen mit ihrem Renault Traffic auf in Richtung Mongolei und Baikalsee. Ich wünsche ihnen an dieser Stelle, dass sie eine wunderschöne Reise haben werden. Und das sie heil zurück kommen und uns dann erzählen, was sie erlebt haben.

Jetzt, so gegen 16:00 Uhr sind nur noch unsere Musiker, Steffi – unsere Hausfotografin – und zwei weitere Autos (ich kann mir einfach die Namen nicht merken) hier. Einige haben noch fleißig Pilze gesammelt. Die kommen heute Abend auf den Tisch.

An dieser Stelle will ich auch Andrea, Nadine, Nicole und Raffael für ihre tolle Arbeit in der Küche danken. Dieses Mal gab es essenmäßig eine Rundumversorgung: Drei Mahlzeiten am Tag und dazwischen noch Süßes.

2019-10-07 – Montag – das traditionelle Restefrühstück

Jetzt können wir uns streiten, ob sich der Begriff „Reste“ dieser Tradition von den restlichen Besuchern oder den Essenresten herleitet. Ist ja aber auch egal. Eine tolle kleine Runde. Nur die Brötchen waren schon alle. Mussten Brot essen.

Ab 10:00 Uhr trete ich dann meine Rückreise an. Bei bestem Sonnenschein. So ein Wetter hätten wir die letzten Tage gebraucht.

Es lohnt sich nicht mehr Autobahn zu fahren. Bin auf Grund von Bautellenstaus erst gegen 17:00 Uhr in Halle an der Saale. Ich suche mir einen Landvergnügenhof zum Übernachten: Straußenhof Scholz in Halle. Eine gute Adresse. Die Beiden haben zwar nur einen Stellplatz, aber heute haben sie auch mal zwei untergebracht. Zum Abendessen bereite ich mir dann auch Straußensteak zu. Ich habe ja schon häufiger Fleisch von diesen Vögeln gegessen und fand es nicht so prickelnd. Aber dieses Fleisch hat sich gelohnt. War supi.

Vor dem Abendessen versuche ich noch Freunde in Halle mit dem Rad zu besuchen. Die sind aber gerade Wandern in der sächsischen Schweiz. Und die Georgsenfmanufaktur (kennen wir noch als Mitglied unserer Bio-Liefergemeinschaft) hat leider auch schon zu. So bleibt es bei der körperlichen Betätigung „Radfahren“.

2019-10-08 – Nach Hause

Wegen der gestrigen Erfahrungen vermeide ich soweit es geht die A 14 und die A2. Es läuft und gegen 14:00 Uhr findet diese Minireise ihr Ende.


© der Fotos bei Hof Schwarzes Moor, Bretterhexe, Sven Schulz und Reiselaster.

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  1. Elke Knittel sagt:

    Sehr schöner Bericht lieber Stephan. Vielleicht klappt es ja mit deinem Russland Besuch doch noch irgendwann☺

    Gefällt 1 Person

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