2016-08-13 – Nach Gjirokaster

Siggi und Gerdy sind Frühaufsteher. Die krauchen schon um 7:00 Uhr. Wir wollen aber mit ihnen noch frühstücken. Kochen also Kaffee und geben ihnen für ihr Müsli unsere Brombeeren vom Liqeni i Ohrit. MotorradfahrerInnen freuen sich ja immer, wenn sie nicht auf ihrem doch recht eingeschränkten Material kochen müssen. Und für uns ist es ein Leichtes. Gerdy ist auch seine Kopfschmerzen los, und so kann gegen 8:30 Uhr ihre Fahrt Richtung Liqeni i Ohrit weiter gehen.

Wir gehen erst noch einmal Baden und starten dann Richtung Përmet.

An verschiedenen Stellen treffen wir auf Brücken, wenn wir das lang wollten, wäre unsere Fahrt definitiv zu Ende.

Diese Stadt liegt auf der anderen Seite des Flusses. Während wir an der Abzweigung noch ratschlagen, kommt ein Albaner auf uns zu, der extra mit seinem 123 Benz angehalten hat, um uns bei unserer Entscheidung zu helfen. So richtig hilfreich war sie denn doch nicht – wegen der Kommunikationsprobleme. Aber wir fahren trotzdem über die Vjosa ins Zentrum. Dort Richtung Busbahnhof, wo wir dann auch einen Parkplatz finden.

Zu Fuß zurück zum eigentlichen Zentrum laufen wir durch die Straße, wo alle männlichen Albaner im Cafe oder in der Bar sitzen. Das Heer der Männer, die beim Straßen- oder Pipelinebau helfen könnten. An der Kreuzung mit der anderen Hauptstraße ändert sich das Stadtbild abrupt. Hier wird eine für die Größe von Përmet gigantische Fußgängerzone geschaffen. Mit Hotels, Banken und schicken Läden. Der Sinn einer Fußgängerzone erschließt sich dem albanischen Autofahrer aber scheinbar nicht so richtig. Schon in der Bauzeit wird die sonst von Verkehr befreiten Zone zum lustigen Autofahren genutzt.

Auf der gegenüberliegenden Seite eröffnet sich dann ein Blick bergan in den Stadtteil mit kleinen Häusern. Dem alten Teil der Stadt. Dorthin zieht es uns. Wir finden kleine gepflege Häuser, Leerstand von ärmlichen Hütten aber auch von „Palästen“.

Und eine kleine orthodoxe Kirche.

Auf dem Rückweg zum Auto kaufen wir noch ein bisschen Verpflegung ein und fahren weiter. Immer an Vjosa lang. Auch auf dieser Strecke sind alle Straßenzustände zu genießen. Dieses Mal auch ganz hervorragend sanierte Straßen.

Bei Dragot wechseln wir die Uferseite. Jetzt fahren wir wieder auf der Straßenseite, auf der es, wenn man die Straße verfehlt, runter in den Fluss geht. Ich ziehe ja die andere Seite vor.

Dann wechseln wir den Fluss. Der neue heißt Drinos.

Nach wenigen Kilometern bekommt die Straße einen nordwesteuropäischen Standard. gut asphaltiert und breit. Was sofort bei Uji i Ftohtë Tepelenë dazu führt, hier Straßenstände zu errichten, die in großen Mengen Honig (?), Met (?) oder heiliges Wasser (?) verkaufen. Unmengen an Albanern parken die Straße zu, um hier an den Ständen etwas zu kaufen oder aber aus eingefassten Quellen Wasser zu zapfen.

Unser Versuch, hier einfach nur etwas Gemüse für den Abend einzukaufen, scheitert mangels Angebot dieser Produkte.

So kommen wir entspannt in Gjirokaster an. Gleich am ersten Kreisel, am ALDI (Albanien Discount), links ab, über die Brücke und dann zwei Kilometer bis zum roten Haus. Wir stehen vor dem Camping Gjirokaster, einem ganz neuen Platz auf dem Grundstück eines/r WinzersIn.  Endlich mal ein Ziel, das einfach zu finden war.

Wir sind die Ersten hier heute. Es ist ja auch noch recht früh. Die Familie des Sohnes Julian des Winzers, ist wahnsinnig bemüht und entschuldigt sich vielmals dafür, dass sie gerade heute an dem Platz etwas arbeiten. Eigentlich nicht erwähnenswert die Arbeiten. diese stören uns überhaupt nicht.

Bis 16:00 Uhr daddeln wir auf dem Platz rum, klären mit der Familie das Abendessen ab. Heidi geht noch einmal mit Lara spazieren und findet 200 Meter entfernt ein öffentliches Schwimmbad. Dann fahren wir mit den Fahrrädern (endlich geht das mal wieder) in die Stadt.

Am Kreisel ist auch der Busbahnhof. Entsprechend finden wir hier ein quirliges Leben vor. Über die große Hauptstraße in die Stadt fahren wir bergauf in Richtung Festung.

Therese und Christian von der Farma Sotira überholen und und halten an. Sie wollen zuerst auf die Festungsanlage und Sightseeing machen. Wir verabreden uns für später auf unserem Platz.

Unser Versuch mit den Fahrrädern die Festungsanlage scheitert an mehreren Punkten: Es ist irre steil da hoch. Wir verlaufen uns in dem Stadtteil. Heidi sieht eine Uhr, die schon 18:00 Uhr anzeigt (also Beeilung, denn ab 19:00 Uhr wartet das Essen auf uns). Und mein Fuß mit der Verletzung noch vom Liqeni i Ohrit macht mir zunehmend Probleme.

Nach verwundendenen Wegen stoßen wir an einer orthodoxen Kirche auf die Durchgangsstraße von Gjirokaster.

Dann ist es nicht mehr weit bis zum Busbahnhof. Dort nehmen wir erst einmal ein kaltes Getränkt zu uns. Hier merken wir, dass die Uhr, die Heidi unterwegs gesehen hatte, wohl die falsche Zeit angezeigt hat. So bleibt uns Zeit auch noch uns den Busbahnhof genauer anzusehen. Hier findet Heidi durch Zufall einen Bus, der von hier für nur 25,00 € nach Athen fährt. Abfahrt morgens 6:30 Uhr. Ankunft in Athen 17:00 Uhr. Schnell ist der Entschluss gefasst, dass Heidi von hier aus ihren Trip zu Helmut starten wird.

Zurück auf dem Platz, es sind mittlerweile drei italienische Wohnmobile, ein spanischer VW-Bus T3 eingetroffen, bereiten wir uns seelisch auf das Abendessen vor. Therese und Christian kommen auch noch, etwas später.

Abendessen
Abendessen

Auf der neuen Terrasse wird serviert: gefüllte Paprika, albansicher Joghurt, Fleischbällchen, helles und dunkles Brot, Wein und Bier (das wird kurzer Hand vom Minimarktes geordert) und Reis in Hühnerbrühe gekocht (von der Schiegermutter, wir sollen sagen wie uns das geschmeckt hat). Spitze hat es geschmeckt! Und ob das nicht schon genug ist, nein, es kommt dann noch ein Teller mit Lammfleisch dazu.

Spätestens da gehe ich zu Therese und Christian, ob sie nicht mitessen möchten. Aber die sind schon am selbst kochen. Ich klöne mich etwas fest, was dzu führt, dass Heidi stinksauer auf mich ist. Und der Haussegen hängt schief. Gefährlich schief.

Ich habe für mich mittlerweile die Entscheidung getroffen, hier mindestens bis Dienstag zu verharren, um meiner Wunde an der Ferse die Chance zu geben, endlich abzuheilen. Auch nicht jetzt in der Stadt herum zu laufen. Sondern Krankenpause zu machen. Heidi will das nutzen, sich morgen die Stadt und die Festung anzuschauen. Mal was alleine machen.

Nach dem Essen gehen ich noch einmal zu Therese und Christian. Sie hat mir versprochen sich mal meinen Fuß anzuschauen. Die Ferse ist entzündet. Und mit unseren Hausmitteln Ballistol und Schwedenkräuter nicht so richtig beizukommen. Sie reinigt die Wunde und bestreicht sie mit eine cortisonhaltigen Salbe. Ein schöner Verband drum herum. Und nun ist Warten angesagt.

Wir klönen noch über Albanien im Allgemeinen und über Tipps, wo es sich noch lohnt hinzufahren. Und ob wir da mit Big Blue auch eine Chance haben überhaupt hinzukommen.

Als ich „nachhause“ komme, ist Heidi immer noch verstimmt wegen meines unsennsiblen Verhaltens beim Essen. In einer kühlen Stimmung gehen wir zu Bett.

In der Nacht werde ich wach. Heidi ist in vordere Bett gewechselt und ich erahne große Probleme: Draußen bellt ein Hund ununterbrochen. Das kennen wir von dem ehemalingen Hund eines unserer Nachbarn in Buchholz. Heidi kann dabei nicht schlafen. Das wird ein Morgen werden.

Morgen gehts weiter ->

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