Maut für Albanientour

Auf dieser Seite konzentrieren wir uns auf die Mautregelungen die uns betreffen: Sonderfahrzeug Wohnmobil über 2,8 to.

Vor cirka 40 Jahren war es ganz einfach – mit Ausnahme Albanien – recht einfach in diese Balkanstaaten zu reisen. Grenzabfertigung ging nach festen Regeln, und wenn diese kannte und sich darauf vorbereitet hatte, dann war das eine Sache von cirka 30 Minuten. Für das ehemalige Jugoslawien hatte man ein Visum, man mußte an der Grenze Benzingutscheine kaufen, etwas Geld wechseln und danach hatte man dann nur noch die kleinen Polizisten, die cirka alle 100 km ein bis zwei DM haben wollten, wegen zu schnellen Fahrens. In der Tschechoslowakei war es nicht viel anders.
So hatte zum Beispiel auf dem Weg nach Griechenland nur eine Ein- und eine Ausreise auf dem Transit.

Das ist heute ganz anders. Denn die Nachfolgestaaten der ehemalig nur zwei Ostblockstaaten sind teilweise EU-Mitglieder, Beitrittskandidaten oder eben keine EU-Mitglieder.

Heute bieten sich drei Routen an um nach Albanien zu gelangen:

  1. Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro mit vier Grenzübertritten
  2. Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Montenegro mit fünf Grenzübertritten
  3. Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro mit sieben Grenzübertritten
  4. Die Routen, die von über Bosnien-Herzegowina, aber auch die hier nicht aufgeführten über Ungarn und Serbien haben wir ausgeschlossen, da sich diese Gebiete sich nicht zum wilden Campen eignen. Es ist noch mit Minen und auch mit, nennen wir es mal, nächtlichen Störungen zu rechnen. Aus gleichem Grund wollen wur auch den nördlichen Bereich von Montenegro meiden.

Erläuterung: EU-StaatenBeitrittskandidaten – Nicht EU-Saaten

Die erste Route bietet sich an, wenn man zügig ans Ziel möchte: Schnell bis Albanien auf großen gut ausgebauten Straßen. Auch mit der Möglichkeit schon an der Kroatischen Küste mit dem Urlaub zu beginnen.

Die beiden anderen Routen fordern einiges mehr an Vorbereitung in Bezug auf die Mautgegebenheiten. Aber diese Routen bieten sich vor allem unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ an.
Aber auch für diejenigen, die Österreich wegen der auf ersten Blick sehr teuren Maut umfahren möchten.

Big Blue ist als Sonderfahrzeug Wohnmobil über 2,8 to. zugelassen. Und damit haben wir bei dem Thema die Arschkarte gezogen. Denn in allen Ländern gilt für uns Mautpflicht – nicht auf allen Straßen aber auf den großen Fernstraßen. Für uns gelten in der Regel keine Plaketten. Fahrzeuge über 2,8 to – manchmal ist auch 3,5 to die Grenze – wird man in einigen Ländern als LKW eingestuft. Das hängt teilweise nicht zuletzt von der Gemütslage der Grenzer ab. Aber auch ein „gnädiger“ Grenzer kann Probleme nach sich ziehen: Wenn diese Klassifizierung von einem Straßenpolizisten auf der folgenden Strecke angezweifelt wird. Das kann teuer werden.  Daher müssen wir uns um sogenannte GO-Boxen kümmern. Elektronische Erfassungsgeräte. Und für fast jedes durchfahrene Land eine eigene.

Das ist teilweise recht aufwendig. Grundsätzlich kann man man das über das Internet vorbereiten. Allerdings sind für verschiedene Länder die Seiten der Mautgesellschaften in der jeweiligen Landessprache verfasst. Und die hinterlegten Straßenkarten über die mautpflichtigen Strecken sind von miserabler Qualität.

Um es vorweg zu nehmen: Wir haben uns nach aller Recherche dazu entschieden die Route 1) zu nehmen. Dabei schnell durch Österreich durch, die Maut zahlen und vergessen. Und in den Folgeländern Mautstecken vermeiden!

So, im Folgenden haben wir mal die wichtigsten Mautregeln für unsere Strecke zusammen gefaßt.

Österreich

GO-Box, Vorbereitung über Internet möglich und ratsam

Es wird eine Go-Box benötigt. Österreich hat dazu eine Kooperation mit den Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen geschlossen. Für diese vier Länder kann man einen GOMAUT-Vertrag über das Internetportal https://www.go-maut.at abschließen. Hier wird auch ein Anmeldeformular zur Verfügung gestellt. Wir empfehlen diese Vorbereitung, sonst wartet ihr euch an der Grenze einen Wolf. Nicht zuletzt wegen der verschäftenKontrollen auf Grund der Flüchtlingsströme.

Obwohl die Maut in Österreich recht teuer ist, lohnt sich ein Ausweichen auf nicht mautpflichtige Strecken nur, wenn man sich im Land auch umsehen möchte. Denn die Österreicher haben sehr konsequent die Schlüsselstrecken der Maut zu unterworfen. Vor allem auch die relevanten Strecken zu den Grenzstationen.

Zu der grundsätzllchen Mautpflicht kommen weitere besondere Strecken hinzu, die einer Sondermaut unterliegen. Da müsst ihr auch aufpassen. Einige davon werden automatisch über die GO-Box abgerechnet. Einige müsst ihr aber vor Ort abdrücken. Die Videomaut ist für Big Blue nicht nutzbar. Nicht zuletzt, weil die Sonderspuren an den Mautstationen nur 2,00 m breit sind.

Um die Maut zu kalkulieren wird ein Kalkulator angeboten. Für uns kommt eine Gesamtmaut von cirka 100,00  pro Strecke zusammen.

Grundsätzlich gilt in diesem Land, sämtliche „Mautfehler“ werden gnadenlos dem Autofahrer angelastet und sind schweineteuer.

Tschechien

Diese Straßen sind mautpflichtig

Premid-Box; Vorbereitung über Internet möglich und ratsam.

Auf Grund unserer Erfahrungen mit Tschechien können wir nur empfehlen, hier die mautpflichtigen Strecken insgesamt zu umgehen. Es gibt wirklich gute und landschaftlich ansprechende Fernstraßen, die mautfrei sind. Nur solltet ihr euch die Strecken vorher genau ansehen. Damit ihr nicht wie wir zum Beispiel bei Usti nad Labem vor einer Eisenbahnunterführung steht, die nur 2,60 m hoch ist.

Für euch fügen hier noch die wichtigen Links an: Mautpflichtige StreckenÜbersicht der MautklassifizierungenMaut für Fahrzeuge über 3,5 to.MautgesellschaftKalkulator

Für uns käme dabei auf der Strecke Hrensko – Breclaw eine Maut von 1018,78 Kc also cirka 37,69 € zusammen.

Die GO-Box heißt hier übrigens Premid.

Slowakei

Auch große Wohnmobile werden als PKW behandelt und brauchen ein Vignette.

In diesem Land brauchen wir für Big Blue keine GO-Box. Hier werden Wohnmobile auch mit über 3,5 to. wie PKW’s behandelt. Also müssen wir uns eine Vignette für Autostraßen und Autobahnen besorgen. Es ist uns nicht klar, ob wir diese über das Internet bestellen können. Jedenfalls ist die Diskussion, ob man sich in diesem Land um die Maut „drückt“, bei einem Preis von 10,00 €  für zehn Tage, überflüssig.

Kroatien

Taxierung an den Mautstellen durch Personal, dort ist eine Diskussion über Klassifizierung möglich, aber meißt nicht erfolgreich.

Überblick der Mautregularien und weitergehende Links und die mautpflichtigen Strecken. Einen Überblick über die Gebühren haben wir hier gefunden. Die Preisberechnung für dieses Land ist scheinbar so kompliziert, dass kein Kalkulatur angeboten wird. Hier ist der Taschenrechner und viel Schmierpapier nötig. Oder drum herum fahren. Das geht auch ganz gut. Sonst würde uns die Fahrt auf mautpflichtigen Strecken cirka 70,00 € kosten.

Montenegro

Kaum belastbare Informationen gefunden.

Wir haben für dieses Land eigentlich nur Infos via nicht montenegrinischen Autoclubs (ADAC und ÖAMTC) gefunden. Und diese geben nur Auskunft für Fahrzeuge (inclusive Wohnmobile) bis zu 5 to. Das hilft uns nicht wirklich weiter. Nur die Information, dass cirka 160,00 € Strafe fällig werden, wenn man die Maut nicht abgeführt wurde. Und darüber, dass die ominöse ÖKO-Maut  abgeschafft wurde. Und dass alle möglichen Fahrzeugklassen höher bemautet werden. Das hilft nicht wirklich weiter. Hier bekommt der Begriff Abenteuer einen neuen Sinn.

Ungarn

Zeitbezogene Mautberechnung

Die Straßenkarte zeigt, dass auch hier das Umfahren von Mautstrecken recht einfach ist. Über Tooltickets können hier die Vignetten nach folgender Preisliste bestellt werden. Big Blue gehört in die Klasse B2 zusammen mit den Reisebussen und kostet 49,30 € für eine Woche.

Bosnien-Herzegowina

Keine belastbaren Informationen gefunden

Die Preisliste als PDF in Heimatsprache. Hilft nicht wirklich. Aber andere Seiten, auch die der Mautgesellschaft sind „Under Construktion“. Mal wieder.

Albanien

Berechnung der zeitbezogenen Maut bei Grenzübertritt.

Offzielle Seiten, auch von den Automobilclubs melden nach wie vor, dass Albanien mautfrei ist. Das stimmt nicht ganz. Bei der Einreise erhält man ein Papier, das Vertetim Hyrje, welches bei der Ausreise wieder vorgezeigt werden muss. Hiernach wird die Maut berechnet. Irgendwie sind das 2,00 €/Tag (oder 1,00 €/Tag). Andere Stellen geben an, dass für die ersten 60 Tage keine Maut erhoben wird.


Grundsätzlich tendieren wir dazu, mit Aunahme der GO-Box für Österreich alles andere vor Ort zu klären. Dadurch legen wir uns nicht so frühzeitig fest und sparen die teilweise happigen Servicegebühren.
Weiterhin halten wir die Mautgebühren in den hier genannten Ländern von der Höhe her als überschaubar, dass es sich eigentlich nicht lohnt, großartige Diskussionen vor Ort zu führen. Wenn wir uns überlegen, was uns eine Stunde Freizeit/Urlaub wert ist, lohnt es einfach nicht, diese Zeit mit so etwas zu verschwenden!


Übrigens: Wir haben auf dieser Seite eigene, Informationen aus dem Internet, aber auch Erfahrungen anderer Overlander (Links zu diesen findet ihr auf unserer Startseite) aufgearbeitet.


Diese Recherche haben wir für unsere Tour in 2016 betrieben. Wir übernehmen keine Verantwortung für eventuelle Fehler oder falsche Interpretationen der vorliegenden Daten.


Das Copyright für das Titelbild liegt bei Kontrollstelle Kundl (Own work) GFDL oder CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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