Erstes LN2 Treffen – 2019-07-05 bis 07

2019-07-04 – Am Schützenhaus in Reichelsheim

Ich bin schon am Tag vor der eigentlichen Eröffnung eingetroffen. Und trotzdem bin ich nicht der Erste. So’n Mist. Stefan, der ortsansässige Veranstalter und meine zukünftigen Nachbarn sind schneller gewesen.

Was hat mich im Vorfeld so an diesem Treffen begeistert, dass ich 480 km (eine Richtung) mir ans Bein binde. Bei meinem ersten Kontakt zu der Veranstaltung über das LN2 Forum viel mir positiv auf, das der eigentlich vorgesehene Ort nur für cirka 20 Autos Platz bot. Also ein kleines, überschaubares Treffen. Da ich mir auf Grund der Unsicherheit, ob meine Schulteroperation zu dem Termin schon so gut ausgeheilt sein wird, dass ich mir das dann schon zutrauen werde, verdrängte es mich ganz schnell auf die Warteliste (Tagesgast). Trotzdem entschied ich mich hin zu fahren. Und ja, wenn Engel reisen, wird immer alles gut.  Mittlerweile haben Stefan und Petsi den Veranstaltungsort vom Privatgelände zum Schützenhaus verlegt. Und hier ist genug Platz für alle.

 

Also, nun stehen wir hier zu dritt vor einem verschlossenen Gatter. Aber der „Chef“ von’s Ganze ist ja auch schon hier, und es gibt schon einen Plan, wann die Leute vom Schützenverein die Grenzbefestigung für uns öffnen werden.

Ich kann also ganz entspannt in der Nachbarschaft mit Linda durch die angrenzenden Wiesen spazieren, schon einmal das wenige Schritte entfernte Freibad anschauen und mir einen kleinen Überblick über das Dorf verschaffen.

 

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Apropos Dörfer hier im Odenwald. Auf meiner Herfahrt über die Landstraßen und Umleitungen war ich doch verwundert darüber, dass es nicht nur in Albanien und ähnlichen Ländern wirklich enge Ortsdurchfahrten gibt. Nein, auch hier sind einige Wegungen von der Breite und der Kurvenführung her recht sportlich angelegt. Und dann hängen noch die Balkone und Erker aus dem ersten Stock. Da kann man sich ganz schnell ein neues Loch für eine Dachluke ins Auto rammen.

Bis zum Abend sind wir schon irgendwie um die sechs Autos. Gemütlich ist es, aber irgendwie keine Stimmung zum Grillen. Ich mache mir mal wieder meine Paella für Arme (Bauernfrühstück) und setze mich zu meinen Nachbarn. Die 480 km stecken mir aber noch ganz schön in den Knochen. Daher wird’s nicht lang heute Abend. Das Alter läßt sich halt nicht verleugnen.

2019-07-05 – Ich kenne hier kaum jemand. Aber das ändert sich jetzt ganz schnell

Heute Morgen frühstücke ich wieder mit meinen Nachbarn. Das wird auch die ganzen Tage so bleiben.  Ich bin auch irgendwie, im Gegensatz zu sonst, schon so früh kommunikationsfähig. So lerne ich schon die ersten Fremden näher kennen.

Linda hat sich schon soweit eingelebt, dass sie es schafft, allein über die Straße auf die Wiese zu gehen wenn sie muss. Oder um nach Mäuschen zu buddeln. Das macht die Sache schon viel einfacher. So glaube ich.

So langsam trudeln die LK 814, 817, 1117 und so weiter ein. Ich merke so langsam, dass ich hier zu der Minderheit gehören werde. Vielleicht sogar zu den Exoten. Hier sind die Allrader klar in der Mehrheit. Und zwar ganz deutlich. Na mal sehen, was das thematisch zur Folge haben wird: Dieseln oder Reiseerfahrungen?

Gegen Mittag dann die ganz große Überraschung: Matthias kommt mit seiner rollenden Sparkasse, dem „Grauen Star“,  auf das Gelände. Genau. Der Matthias, der im Frühjahr 2018 auf dem Steinwaldtreffen Lindas Schwester von uns bekommen hat. Sie heißt jetzt Lola und die Beiden sind sofort an rumtoben. Ein Herz und eine Seele. Echt toll. Leider sind nicht alle Hunde auf dem Platz so sozialisiert, dass irgendwann dann doch der Leinenzwang kommt. Matthias und ich sind dann eben mehr mit den Hunden spazieren gegangen.

 

Für mich etwas ungewohnt. Hier wird Mittags gegrillt. Da habe ich noch keinen Hunger auf so etwas. Ich mache mir ein paar Stullen und gucke mir die Autos an. Eigentlich mehr die Leute, die dazu gehören. Es ist schon recht voll geworden.

 

Ich bekomme so langsam einen Eindruck davon, was die Leute hier dazu bewogen hat, an diesem Treffen teil zu nehmen. Zum einen natürlich das gemeinsame Hobby an den alten LN2 Mercedes LKW rumzubasteln. Das steht bei den meisten wohl im Vordergrund. Da viele Autos noch in der „Projektphase“ sind, kommt das Reisen erst an zweiter Stelle, wenn überhaupt. Die meisten verstehen sich auch als Selbstbauer, obwohl die Mehrheit der Fahrzeuge aus im Handel verfügbaren fertigen Komponenten zusammengesetzt sind. Im Großen und Ganzen werden gebrauchte und bewehrte Fahrgestelle mit Neuteilen veredelt. Ein großer Wert wird auf ausgetüfftelte technische Lösungen gelegt. Sei es der Antriebstrang, die Bereifung oder Federung oder aber die mit viel aufwendigem Interieur eingerichteten „Einraumwohnungen“. Da setzt sich jeder in seinem Fachgebiet ein Denkmal.

Andere wohnen – genauer gesagt leben – in ihren Autos und haben da ganz andere Ansprüche. „Diese Autos leben“. Diese Worte sind nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich zitiere einen Gast hier auf dem Gelände. Er hat irgendwie recht. Es gibt hier nicht nur die 4×4 und 4×2, es gibt auch die Bastler und die Bewohner (da fällt mir kein besserer Begriff ein). Und alle tragen hier ihre Fähigkeiten zum Gemeinsamen bei.

Heute Abend ein Vortrag: Die PanAmericana. Eine sehr schöne Reise, die die Beiden unternommen haben. Die Route vergleichbar mit der der Hippietrail-Leute, Michi und Thorben – darüber habe ich schon auf dem Steinwaldtreffen 2018 gehört – aber trotzdem eine in vielen Teilen völlig andere Reise. Zumindest in der Wahrnehmung durch die Protagonisten. Super. Wenn ich nicht so eine persönliche Abneigung gegen Amerika hätte, hätte mich der heutige Vortrag getriggert.

Es wird spät mit dem einen oder anderen Bier.

2019-07-06 – Nicht mehr ganz fremd

Heute ist der Tag der vorgeklappten Fahrerkabinen. Und der „Wohnungsbesichtigungen“. Was das alles gibt, um sein Antriebsaggregat aufzupimpen. Schon beachtlich. Genauso beachtenswert finde ich die Aussage nicht nur eines (!) Bastlers: Es geht ihm bei vielen Dingen nicht so sehr um die Wirkung, sondern um die Optik. Und es hat ja auch was, so eine Luftansaugung mit speziellem Luftfilter oben auf der Fahrerkabine. Das ist Eisdielenfähig!

 

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Die teilweise filigranen Lösungen im Wohnbereich lassen mich staunen. Wobei sich dem unbedarften Zuschauer schon so ab und zu mal die Frage aufdrängt, ob ein handygesteuerter Eierkocher in einem für Offroadtouren in der dritten Welt konzipierten Allradfahrzeug wirklich ein notwendiges beziehungsweise sinnvolles Utensil ist. Aber jedem das Seine. Schön sieht jedenfalls aus.

Diese Menschen und Autos sind mir besonders aufgefallen:

 

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Bei dreien erklärt sich der Grund von selbst. Der graue Star ist das einige Auto, was Vollzeit bewohnt wird.

Heute ist auch der Tag der Fortbildung im Schützenhaus: Ein Vortrag über die Druckluftbremsanlage des LN2 und deren Funktion. Ein Vortrag über ein sinnvolles Wartungsmanagement und zum Abschluss ein Vortrag über eine Afrikatour.

Bei den ersten beiden Themen konnte ich echt noch was lernen. Zum Beispiel, dass die Federspeicherbremszylinder auf Hinterachse bei Druckverlust in der Bremsanlage nicht (!) irgendwann einfach zu gehen und eine Vollbremsung einleiten. Und worauf es bei den Wartungsarbeiten und -intervallen ankommt.

 

Für mich persönlich war aber der etwas andere Vortrag über eine Afrikareise für diesen Tag das besondere Erlebnis. Übrigens auch die beiden Vortragenden sind eine Tour gefahren, die ich irgendwo her kenne. Genau. Von Verena und Patrick von runterwegs mit ihrem Hanomag AL 28. Aber auch hier eine ganz andere Wahrnehmung des Erlebten. Die Vielfalt macht es spannend, das Leben.

Da die Beiden früher in ihrem Leben schon mit kleineren Fahrzeugen (Landcruiser und so) unterwegs waren, und jetzt mit ’nem dicken MAN, haben sie eine in meinen Augen wirklich wichtige Erkenntnis für uns: Je größer und „edler“ das Auto, desto schwerer ist es, wirklichen Kontakt zu den Einheimischen aufzubauen. Da sollte mal jeder von uns drüber nachdenken.

2019-07-07 – Einfach Sonntag

Für mich schon etwas überraschend was hier heute abgeht. Schon als ich noch am Kopfkissen genuckelt habe, haben die ersten warmlaufenden Motoren (warum werden bei den Allradern eigentlich noch die Motoren warmlaufen gelassen?) von den ersten Abreisenden verkündet.

Auch beim Frühstück war es unübersehbar: Es ist Abreisetag. Das kenne ich von den Treffen, auf denen ich mich sonst so rumtreibe anders. Da ist der Sonntag noch Veranstaltungstag. Und der harte Kern bleibt bis Montag zum „Resteaufessenfrühstück“. Oft das Beste vom ganzen Wochenende. Aber hier sind eben viele, die noch einer geregelten Arbeit nachgehen. Glaube ich zumindest. Und da kann ich es dann auch verstehen, dass dann Sonntag schon Reisetag ist. Hach ist das Rentnerleben schön!

Ich plane also um. Am frühen Nachmittag haue ich dann als einer der Letzten ab. Ich habe mir bei Homburg/Efze einen Landvergnügenhof rausgesucht. Um dort auf halber Strecke zu übernachten. Eine gute Entscheidung wie es sich herausstellt.

 

So komme ich am Montag Nachmittag zu Hause an. War ein schöen Wochenende! Wirklich. Tolle Menschen kennengelernt. Und was dazugelernt. Und danke an die Veranstalter für dieses Wochenende!

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