Maut für Russlandtour

Auf dieser Seite konzentrieren wir uns auf die Mautregelungen die uns betreffen: Sonderfahrzeug Wohnmobil über 2,8 to bis 7,49 to.

Vor cirka 40 Jahren war es ganz einfach. BRD -> Österreich -> Jugoslawien -> Griechenland oder Bulgarien -> Türkei -> Sowjetunion. Fertig.
Und fast keine Maut! Vielleicht mal an einem Tunnel, Pass oder Brücke.

Heute fährt man über BRD -> Tschechien-> Slowakei -> Ungarn -> Serbien oder Rumänien -> Bulgarien -> Türkei -> Georgien -> Aserbaidschan -> Russland -> weitere Staaten der GUS

Erläuterung: EU-StaatenBeitrittskandidaten – Nicht EU-Saaten

Big Blue ist ist nach wie vor als Sonderfahrzeug Wohnmobil über 2,8 to bis 7,49 to zugelassen. Und damit haben wir bei dem Thema Maut die Arschkarte gezogen. Denn in allen Ländern gilt für uns Mautpflicht – nicht auf allen Straßen aber auf den großen Fernstraßen. Für uns gelten in der Regel selten Plaketten/Vignetten. Fahrzeuge über 2,8 to – manchmal auch erst ab 3,5 to – wird man in einigen Ländern als LKW eingestuft. Das hängt teilweise nicht zuletzt von der Gemütslage der Grenzer ab. Aber auch ein „gnädiger“ Grenzer kann Probleme nach sich ziehen: Wenn diese Klassifizierung von einem Straßenpolizisten auf der folgenden Strecke „erfolgreich“ angezweifelt wird. Das kann teuer werden.  Daher müssen wir uns um sogenannte GO-Boxen kümmern. Elektronische Erfassungsgeräte. Und für fast jedes durchfahrene Land eine eigene.

Das ist teilweise recht aufwendig. Grundsätzlich kann man man das über das Internet vorbereiten. Allerdings sind für verschiedene Länder die Seiten der Mautgesellschaften in der jeweiligen Landessprache verfasst. Und die hinterlegten Straßenkarten über die mautpflichtigen Strecken sind von miserabler Qualität.

Um es vorweg zu nehmen: Wir haben uns nach aller Recherche dazu entschieden die Route 1) zu nehmen. Dabei schnell durch Österreich durch, die Maut zahlen und vergessen. Und in den Folgeländern Mautstecken vermeiden!

So, im Folgenden haben wir mal die wichtigsten Mautregeln für unsere Strecke zusammen gefaßt.

Tschechien

Diese Straßen sind mautpflichtig

Premid-Box; Vorbereitung über Internet möglich und ratsam.

Auf Grund unserer Erfahrungen mit Tschechien können wir nur empfehlen, hier die mautpflichtigen Strecken insgesamt zu umgehen. Es gibt wirklich gute und landschaftlich ansprechende Fernstraßen, die mautfrei sind. Nur solltet ihr euch die Strecken vorher genau ansehen. Damit ihr nicht wie wir zum Beispiel bei Usti nad Labem vor einer Eisenbahnunterführung steht, die nur 2,60 m hoch ist.

Für euch fügen hier noch die wichtigen Links an: Mautpflichtige StreckenÜbersicht der MautklassifizierungenMaut für Fahrzeuge über 3,5 to.MautgesellschaftKalkulator

Für uns käme dabei auf der Strecke Hrensko – Breclaw eine Maut von 1018,78 Kc also cirka 37,69 € zusammen.

Die GO-Box heißt hier übrigens Premid.

Slowakei

Auch große Wohnmobile werden als PKW behandelt und brauchen ein Vignette.

In diesem Land brauchen wir für Big Blue keine GO-Box. Hier werden Wohnmobile auch mit über 3,5 to. wie PKW’s behandelt. Also müssen wir uns eine Vignette für Autostraßen und Autobahnen besorgen. Es ist uns nicht klar, ob wir diese über das Internet bestellen können. Jedenfalls ist die Diskussion, ob man sich in diesem Land um die Maut „drückt“, bei einem Preis von 10,00 €  für zehn Tage, überflüssig.

Ungarn

Zeitbezogene Mautberechnung

Die Straßenkarte zeigt, dass auch hier das Umfahren von Mautstrecken recht einfach ist. Über Tooltickets können hier die Vignetten nach folgender Preisliste bestellt werden. Big Blue gehört in die Klasse B2 zusammen mit den Reisebussen und kostet 49,30 € für eine Woche.

Serbien

Taxierung an den Mautstellen durch Personal, dort ist eine Diskussion über Klassifizierung möglich, aber meißt nicht erfolgreich.

Autobahnen sowie autobahnähnlich ausgebaute Straßen kosten. Landstraßen dagegen gebührenfrei. ein Umfahren der Maut ist also möglich. Aber auf Schlaglöcher achten!

Die Fahrzeuge werden auch in diesem Land nach Kategorien eingeteilt. Besonders ammüsant ist das mit der Höhe von 1,30 m über der Vorderachse. Für unseren Frontlenker natürlich Mist.

Kategorie 1: Kfz bis 1,30 m Höhe, gemessen an der vorderen Achse des Fahrzeuges (Motorräder, Pkw)
Kategorie 2: Kfz mit oder ohne Anhänger bis 1,30 m Höhe, gemessen an der vorderen Achse des Zugfahrzeuges, mit mehr als 2 Achsen (Pkw mit Anhänger)
Kategorie 3: Kfz über 1,30 m Höhe, gemessen an der vorderen Achse des Fahrzeuges, mit 2 oder 3 Achsen (Autobus, Lkw mit 2 oder 3 Achsen)
Kategorie 4: Alle Fahrzeuge mit mehr als 3 Achsen.

Kreditkarten ist möglich. Aber Bargeld lacht besser. Und das am besten passend. Es gibt auch noch das ETC (Electronic Toll Collect). Ein batteriebetriebener Transponder, der für 3500 Dinar (28,55 €) gekauft werden muss (eine Rückgabe ist scheinbar nicht möglich). Zusätzlich muss er mit mindestens 800 Dinar (6,53 €) aufgeladen werden. Für nur wenige Transitfahrten lohnt sich das nicht. Außerdem hat man mit großen Fahrzeugen teilweise auch Probleme durch die engen Mautspuren für die Abrechnung durch zu kommen. Mehr unter www.putevi-srbije.rs. Hier wird auch ein Kalkulator zur Verfügung gestellt. Uns kostet die von Strecke von Subotica bis Nis 3880 Dinar (32,00 €) in der Fahrzeugklasse 3.

Rumänien

In diesem Land ist scheinbar die Benutzung aller Straßen gebührenpflichtig. Die Gebührenhöhe richtet sich nach der Aufenthaltsdauer. Abgerechnet wird über eine elektronische Rovinieta. Diese sollte vor – spätestens bei der Einreise – erworben werden. Oder über www.roviniete.ro/roviniete-online.php. Wichtig: Die Rovinieta gilt für den gezahlten Zeitraum ab Kaufdatum! Und die Quittung über die reise hinweg aufheben um gegebenenfalls gegen spätere Nachforderungen vorgehen zu können.

Bei der Klassifizerung hilft uns der Kalkulator weiter. Allerdings gibt es auch Information, dass die Bemessungsgrenze nicht bei 7,5 to liegt sondern bei nur 7 to. Das wäre ein Unterschied von 16,00 €.  Wir gehen aber davon aus, das wir, wenn wir die Maut nicht sowieso umfahren, mit 89,16 RON (20,00 €) für sieben Tage dabei sind.

Zusätzliche Gebühren fallen bei einigen Tunnel, Fähren und Brücken an.

Donaubrücke Giurgeni (RO) und Widin (BG) :
Motorräder gratis
Kraftfahrzeuge bis 3,5 t 6 Euro
Kraftfahrzeuge bis 7,5 t inkl. Anhänger 12 euro
Brücke Calafat (RO) und Vadu Oii (RO):
Motorräder gratis
Kraftfahrzeuge bis 3,5 t 11 Lei
Kraftfahrzeuge bis 12 t inkl. Anhänger__ 26 Lei
Donaubrücke Fetesti (RO) und Cernavoda (RO):
Motorräder gratis
Kraftfahrzeuge bis 3,5 t 13 Lei

Bulgarien

Zeitbezogene Vignette, über das Internet oder an der Grenze, an Tankstellen und ähnlichen Lokalitäten.

Hier wird immer vom Nationalstraßennetz geredet. Wir gehen aber davon aus, dass damit nahezu alle Straßen gemeint sind. Für nähere Informationen haben wir zwei Seiten gefunden.

Diese Seite ist mit Vorsicht zu genießen. Denn schon die Übersetzung läßt Zweifel aufkommen. Diese hier ist besser.

Türkei

Streckenabhängige Maut per elektronischer Vignette (Karte oder Klebestreifen) auf den wenigen Autobahnen, zusätzliche Kosten auf den beiden Bosporusbrücken (aber nur Richtung Osten)

Die mautpflichtigen Strecken hier wirklich sehr überschaubar. Daher sicherlich recht leicht umfahrbar. Nur mit den Bosporusbrücken ist das ein Problem. Und wenn man einfach und schnell um Istanbul drum herum will.

Es ist keine Barzahlung möglich. Für uns Touristen bietet sich das HGS (Hizli Geçis Sistemi) Verfahren an. Am Besten haben wir die türkische Maut hier erklärt bekommen. Die Seite des Mautbetreibers ist leider nur in der Heimatsprache.

Wohnmoble werden je nach Achsabstand (bis/ab 3,2 m) bemautet. Für uns gilt dabei dann die Kategorie 2 – KFZ mit einem Achsabstand über 3,20 m.

Georgien

Keine Mautpflicht! Endlich mal!!

Aserbaidschan

Es liegen keine Informationen vor.


Russland

Auch hier keine Maut!

Kasachstan

Auch hier keine Maut!


Grundsätzlich tendieren wir dazu alles vor Ort zu klären. Dadurch legen wir uns nicht so frühzeitig fest und sparen die teilweise happigen Servicegebühren.
Weiterhin halten wir die Mautgebühren in den hier genannten Ländern von der Höhe her als überschaubar, dass es sich eigentlich nicht lohnt, großartige Diskussionen vor Ort zu führen. Wenn wir uns überlegen, was uns eine Stunde Freizeit/Urlaub wert ist, lohnt es einfach nicht, diese Zeit mit so etwas zu verschwenden!


Übrigens: Wir haben auf dieser Seite eigene, Informationen aus dem Internet, aber auch Erfahrungen anderer Overlander (Links zu diesen findet ihr auf unserer Startseite) aufgearbeitet. Von Automobilclubs können wir nur den ÖAMTC empfehlen. Gerade in den europäischen Randgebieten und darüber hinaus stellt er immer noch gut strukturierte Infos zur Verfügung. Und das Ganze ohne Mitgliedschaft. Der ADAC legt sich da schon die Karten und könnte davon auch was lernen.


Diese Recherche haben wir für unsere Tour in 2016 betrieben. Wir übernehmen keine Verantwortung für eventuelle Fehler oder falsche Interpretationen der vorliegenden Daten.

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