Von Bleckede bis Dömitz – 2014-08-23 bis 2014-08-25

Wappen der Stadt Bleckede
Bleckede

2014-08-23

Das Wappen der Gemeinde Kirchlinteln
Sankt Pauli in Schafwinkel Kirchlinteln

Eigentlich wollen Heidi und ich heute nach Sankt Pauli bei Schafwinkel unsere Freunde Sybille und Gerhard vom der besten mobilen Crêpes Bäckerei besuchen. Es soll eine Vernissage stattfinden und wir wollen dort mit Big Blue übernachten.

Als Heidi kurz vor unserer Abfahrt noch einmal Sybille anruft, erfährt sie, dass die Beiden auf uns gar nicht eingestellt sind, da Heidi es versäumt hat, rechtzeitig die Verabredung von unserer Seite verbindlich zu bestätigen.

Bei uns ergibt ein Wort das andere, vor allem weil es mich total nervt, dass der geplante Abend, auf den ich mich so gefreut habe, auf Grund von Nachlässigkeit in die Hose geht. Heidi nimmt ihre Sachen wieder aus Big Blue, weil sie keinen Bock mehr hat. Ich fahre dann alleine los.

Die Elbe soll es sein. Und Bleckede hat bei uns schon einen gewissen Kultstatus. Über die hiesige Fähre sind wir seit der Grenzöffnung immer wieder Richtung Sommersdorf am Kummerower See zu Freunden gefahren, die dort mit unserer Hilfe in den ersten Jahren nach der Grenzöffnung einen mittlerweile großen Demeterhof aufgebaut haben.

Heute möchte ich nur bis zur Fähre. Dort angekommen erlebe ich eine Enttäuschung. Das alte Fischrestaurant im Stil der alten Grenzbe­obachtungsposten ist nach dem letzten Hochwasser durch ein neues Lifestyle Cafe ersetzt worden. Angeblich hochwasserfest. Es gibt auch keine rustikalen Fischgerichte mehr sondern nur Kuchen aus der Tiefkühle und Kakao mit Wasser und Pulver angerührt.

Wappen der Gemeinde Neu Darchau
Neu Darchau

Nach einem Eis will ich raus aus dem Westen rüber in den Osten. Beim ersten Versuch mit der hiesigen, fast familiären Fähre, klappt das leider nicht. Denn die Rampe ist für den langen Hecküberhang von Big Blue zu steil.

Ein Blick auf die Straßenkarte bringt mir die Lösung. Über Neu Darchau. Dort gibt es eine größere Fähre. Hier klappt es auch.

2014-08-23                     Bitter

08-17; Apfelhof Haul
Landvergnügen Apfelhof Haul

Ich versuche möglichst dicht an der Elbe stromauf zu fahren. Das klappt auch ganz gut. Alles windschiefe Obstbaumalleen. Ich muss da mit Big Blue ganz schön aufpassen, dass ich nicht in den Baumkronen hängen bleibe.

So komme ich nach Bitter. Mein Wohnmobil Stellplatzführer von Landvergnügen zeigt mir hier den Apfelhof Haul in Bitter, bei dem ich unterkriechen kann.

Bei der Ankunft hat der Bauer natürlich noch zu tun und weist mir kurz und knapp einen Platz in seiner Apfelplantage zu. Ich stehe jetzt wenige Meter von der Elbe entfernt. So nehme ich mein Fahrrad und radle auf dem Deich stromauf Richtung Dömitz.

08-17; BigBlue bei Apfelhof Haul (3)
Landvergnügen Apfelhof Haul

Es ist noch überall zu erkennen, dass hier vor kurzem das Wasser so hoch stand, dass es teilweise über den Deich geschwappt ist.

Bis Dömitz schaffe ich nicht. Aber 20 Kilometer sind es am Ende schon.

Am Abend stelle ich mir meine Fußleiter und eine Schlachterkiste vor die Tür damit ich eine Sitzgelegenheit und einen Tisch draußen habe. Denn die richtigen habe ich zu Hause vergessen. Gerade fertig damit kommt der Bauer vorbei und fragt mich, ob ich mit seiner Familie zu Abend essen möchte. Da sage ich natürlich nicht nein. Es ist ein wunderschöner Abend bis circa 23:00 Uhr mit Produkten aus seiner eigenen Erzeugung: Lammwurst, Käse und Selbstgebranntem.

Am nächsten Morgen sind die Beiden auf einer Familienfeier. Ich drehe noch eine Runde mit meinem Fahrrad, trage mich ins Gästebuch ein, lasse eine Spende fürs Abendessen darin zurück und mache mich auf den Weg nach Dömitz.

Wappen der Stadt Dömitz
Dömitz

2014-08-24

Kurz vor Dömitz kreuze ich die B191. Von da an macht der Ort auf mich erst einmal einen recht unscheinbaren Eindruck. Vorstadt mit kleinen Einfamilienhäusern mit Ziergarten vorne und Nutzgarten hinter den Häusern.

Foto1570
Stellplatz auf der Rampe der ehemaligen Eisenbahn Elbquerung

An der Torbrücke überquere ich die Dove Elde. Hier sieht der Ort völlig anders aus. Eine geschlossene Bauweise, die Fassaden größtenteils im Gründerzeitstil. Die Straßen so eng, dass durch den Ort eine Einbahnstraßenschleife zu fahren ist. Und hinter dieser ist man auch schon wieder raus. Am Dömitzer Hafen links noch ein Aldi, das hätte es jetzt nicht gebraucht. Aber rechts ein „Freizeitcenter“. Hotel und Restaurant im alten Speichergebäude des früheren Handelshafens. Beachbar, ein kleiner Strand und auf dem ehemaligen Bahndamm zur Dömitzer Eisenbahnbrücke ein gut angelegter Wohnmobil Stellplatz mit Blick auf den Hafen, weiter vorne auf die Elbe.

Ich stelle mich so, dass ich, wenn ich aus der Tür falle, fast im Hafen liege. Den Sonnenuntergang im Blick, den Grill am qualmen genieße ich die Auszeit.

Zwischen diesen ganzen grauen Plastikwohnmobilen ist unser Big Blue schon ein Hingucker. Und so kommt es, dass sich zu später Stunde noch ein Mann zu mir gesellt, der ganz vorne an der Elbe mit seinem DüDo steht. DüDo ist die Bezeichnung für einen in der Regel Viertonner Kastenwagen von dem guten Stern auf Deutschlands Straßen (Mercedes), gebaut im Düsseldorfer Werk. Diese Fahrzeuge gibt es in recht großer Zahl, da es ab den 70-iger Jahren ein Standardfahrzeug der damals noch Deutschen Bundespost war. Viele haben sich diese DüDos gebraucht gekauft und zu Wohnmobilen umgebaut.

Genauso wie mein Gast.

Und der hat was zu erzählen. Da höre sogar ich ehrfurchtsvoll zu. Mit seinem Wohnmobil war er nicht nur auf dem europäischen, sondern auch auf dem afrikanischen und amerikanischen (Süd und Nord) Kontinent unterwegs. In Australien, Neuseeland und Indonesien. Und in jüngerer Zeit auch in Richtung Russland. Er hat mit seiner Frau in frühen Jahren wohl recht gut verdient und sich dann schon im jungen Alter darauf konzentriert, das Geld wieder unter die Leute zu bringen und dabei sich die Welt anzuschauen. Toll!

2014-08-25              Nach Hause

Nach einer langen Nacht am Lagerfeuer, in diesem Fall durch Gartenfackeln simuliert, fällt mir das Aufstehen heute nicht so leicht. Nach meiner Radtour stromauf kaufe ich schweren Herzens bei Aldi etwas fürs Frühstück. Die anderen Läden haben ja leider zu. Ich kaufe mir hier ein paar Bioprodukte.

Auf der Heimfahrt möchte ich noch einen Imkerbetrieb in Lübbow Rebenstorf besuchen, der auch Mitglied bei Landvergnügen ist. Einfach mal gucken.

Er ist etwas schwer zu finden, auch wenn er gegenüber von der Kirche liegt. Aber hier ist kein Mensch, und der Platz, zu dem die kleinen Landvergnügen Wegweiser zeigen, reißt mich auch nicht so vom Hocker.

Daher mache ich mich weiter auf den Heimweg.

Wappen der Gemeinde Adelheidsdorf
Adelheidsdorf
2003-01-07; Kudammhof Hofladen
Hofladen

In Großmoor bei Celle fahre ich noch bei Friederike und Johannes auf dem Kudammhof, einer Bioland Geflügel– und Rinderlandwirtschaft vorbei.

Mal außerhalb unserer Geschäftsbeziehungen guten Tag sagen.

2003-01-07; Kudammhof Friederike, Johannes und Kind bei Freilandhuehnern
Friederike und Johannes

Mit den beiden und ihrer Mutter trinke ich Tee und Kaffee . Dann müssen sie wieder an die Arbeit und ich fahre nach Hause.

Nach einem kurzen Blick in die Augen, ist der Streit vor unserer „Trennung“ vergessen und vergeben.

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