Neustart Sommertour 2018

<- Das war vorher


2018-07-05 – Neustart – Auf zu neuen Ufern

Heute Morgen lassen wir es ganz geruhsam angehen. Die Hunde pennen heute auch bis 8:00 Uhr. Nur eine ganz kurze Phase gegen 6:00 Uhr des Tobens.

Die Hunde raus an die lange Leine und noch eine halbe Stunde dösen. Dann Frühstück, große Radtour mit Lara und Linda mit Bad in der Donau.

Anschließend treffen wir die endgültige Entscheidung: Wir fahren zu dem Vodní Nádrž Nové Mlýny. Also immer an der Morava entlang Richtung Norden. Dieser kleine Fluss ist gleichzeitig die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei.

Ich habe mir vor der Abfahrt ein Dörfchen ausgeguckt: Angern. Hier gibt es eine kleine Fähre über den Fluss. In der Vergangenheit hatten wir immer Glück mit Plätzen an kleinen Fährübergängen. Das soll auch dieses Mal so werden. Wir finden einen Zuweg zum Ufer, an dem kein Verbotsschild steht. Das nutzen wir schamlos aus. Unter einer riesigen Pappel im leichten Schatten bei mittlerweile 34°C gegen 13:00 Uhr machen wir den Motor aus. Tisch und Stühle raus und ein kleiner Imbiss mit Blick auf die kleine Fähre. Wie es scheint eine Goldgrube. Im Fünfminutentakt pendelt sie mit jeweils sechs Autos hin und her. Eine Auslastung von der unsere Fährmeister in Schweringen nur träumen können.

Hier gibt es auf der anderen Seite einen gut ausgebauten Radweg auf dem Deich. Den werden wir morgen ausprobieren. Denn wir können mit dem Seniorentarif die Fähre für 1,00 €/Person nutzen. Big Blue werden wir hier lassen. Wir haben so wieder einen Platz gefunden, der, unseren zurzeit besonderen Bedürfnissen unserer Hunde wegen, absolut optimal ist. Viel Platz zum „unbeaufsichtigten“ Rumgämmeln“ und gute Wege um mit dem Rad die Hunde zu fordern, so dass sie müde werden.

So bleiben wir auf dem Weg zu den oben genannten Seen auf der Hälfte der Strecke hängen. Aber wir haben immer noch sieben Wochen Zeit und brauchen nicht mehr die lange Anfahrt nach Albanien mit zu kalkulieren. Schon jetzt einfach da stehen bleiben, wo es schön ist!

Auf unserer Radtour finden wir niedliche kleine Fischerhütten. Die kann man teilweise sogar als Übernachtung mieten.

Gegen Abend rücken wir noch etwas von der großen Pappel weg. Es ist sehr windig geworden, und wir wollen keinen Ast auf unserem Dach provozieren. Morgen werden wir lesen, dass hier in Österreich schwere Unwetter getobt haben. Hier bei uns konnten wir ferne Blitze eines Gewitters beobachten. Schönes Schauspiel aber bei uns ohne Regen.

2018-07-06 – Angern – auch große Radtour mit den Hunden

Der Gewitterregen ist hier auch in der Nacht ausgeblieben.

Aber heute schaffen wir es echt mal nach dem Frühstück schon gegen 9:00 Uhr mit den Hunden los zu kommen.

Mit der Fähre auf die slowakische Seite und dann von Záhorská Ves Richtung Vysoká pri Morave. Teilweise auf dem Deich (der hier tatsächlich in einer Waldschneise verläuft), teilweise direkt hinter ihm kommen wir auf dem Grobasphalt richtig gut voran. Auch unsere beiden Hunde halten gut mit. Am Ziel finden wir eine kleine Badestelle in der Morave. Das tut gut.

 

Wir finden ein Storchennest. Ein verlassenes. Aber auf einer natürlichen Grundlage. Diese haben aber auch andere Tiere für sich entdeckt. Mag das der Grund sein, warum der Storch sich zurückgezogen hat? Angst vorm Zusammenbruch?

Auf  unserer Tour, besonders in Dorfnähe finden wir immer wieder alte Befestigungsanlagen.

Heidi ist nach wie vor unruhig. Sie erwartet immer noch das ausstehende Gewitter. Aber es kommt nicht. So binden wir, zurück in Záhorská Ves, unsere Fahrräder am Fährhaus an und schauen uns das Dorf zu Fuß an. Es strahlt genau diesen Charme aus, den man von den ehemaligen sozialistischen kleinen Orten kennt: Zwei Fabriken die dem Ort früher einen gewissen Wohlstand verschafften, sogar ein Bahnhof, ein „Kulturpalast“, mehrere Läden, die die Versorgung des Ortes sicherstellten. Heute sind die Produktionsstätten geschlossen – die Bewohner sind arbeitslos oder pendeln irgendwo hin. Sehr viele über die Fähre nach Österreich, wie wir beobachten konnten. Der regelmäßige Zugverkehr ein gegen einen selten fahrenden Linienbus ausgetauscht. Der Kulturpalast ist einem Fitnesscenter gewichen und von den Läden ist nur der Schlachter übrig geblieben. Aber die Kneipenkultur hat sich größtenteils erhalten. Es gibt hier einige. Wir kehren in die gegenüber vom Heldendenkmal (Helden wofür auch immer) ein. Sie hat sich „weiterentwickelt“. Hier ist das Zentrum der Sportwetten. Die Männer, die hier sitzen, sehen so aus, als würden sie versuchen ihre Renten oder ihr Arbeitslosengeld, wenn es so etwas hier gibt, zu vermehren. So wie sie aussehen, hat das bislang nicht so richtig funktioniert.

Aber der halbe Liter Bier kostet nur 1,20 €. Wiedermal mussten wir feststellen, dass wir €-mäßig nicht auf dem Laufenden sind. Wie vor zwei Jahren bei der Einfahrt nach Montenegro mussten wir uns belehren lassen: Die haben hier den €! Und wir waren ständig auf der Suche nach einem Geldautomaten, um uns mit der hiesigen Währung einzudecken.

Wir haben mal ausgerechtet, wie viel Bier wir am Abend trinken müssen, wenn wir das in einer Kneipe trinken würden, damit es in der Slowakei für uns günstiger ist. 1,20 € ein halber Liter in der Slowakei – 2,90 € in Österreich. Die Fähre für uns beide hin und zurück 4,00 €. Wir sind bei so bei drei Halben pro Person gelandet. So viel trinken wir nur in Ausnahmesituationen. Die sind hier noch nicht in Sicht. Also gibt es heute Abend wieder österreichisches Dosenbier. Knacke kalt aus dem Eisfach im gekühlten Kozel-Glas. (Wer nicht weiß was Kozel-Gläser sind, der sollte einfach mal auf unserer Elbereise 2015 nachlesen.) Ja, ich muss es wirklich betonen: Nachdem wir unserem Kühlschrank wegen mangelnder Kühlleistung angedroht haben, einen Kompressorkühler zu kaufen, schmeißt er sich wirklich wieder ran.

Wir haben hier Franz kennengelernt. Er veranstaltet als Kanu-Verl – auch hier auf der Morava – Paddeltouren. Ich habe Interesse, eventuell morgen mit Heidi eine Strecke im Kanadier zu paddeln. Aber wir wissen nicht, was unsere beiden Hunde dazu sagen. Ich spreche ihn an. Er ist sofort bereit uns unentgeltlich ein Boot mit Paddeln zur Verfügung zu stellen, mit dem wir das hier vor Ort ausprobieren können. Und wenn das gut geht, uns morgen früh 13 Kilometer stromauf zu bringen, damit wir dann ganz entspannt in circa drei Stunden hierher zurück paddeln können. Das ist doch ein Angebot! Leider wird nichts draus. Bei unserer Probe stellten sich mehrere Faktoren gegen diese Idee. Das Boot war für Heidi zu schwer zu tragen – und die Hunde waren auch not really  amused. So werden wir uns dann für morgen was anders überlegen.

Nach unserer abendlichen Hundetour fahre ich auf den Tipp vom Kanu-Verl ins Nachbardorf Mannersdorf an der March (so heißt die Morava hier in Österreich). Hier soll es einen schönen Gasthof geben. Den will ich mir anschauen für morgen Abend. Und vor allem den Weg dorhin, wie das mit den beiden Hunden geht. Kaum bin ich zurück, schlägt das seit gestern Abend angedrohte Gewitter mit Starkregen zu. Wir können gar nicht so schnell die Luken dicht machen und die Hunde retten, wie hier landunter ist. Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Aber unser für heute angesetztes abendliche Grillen ist abgesoffen. Also wieder Grillfleisch aus der Pfanne. So wie Heidi kocht, ist das wirklich nichts Schlimmes!

2018-07-07 – Immer noch Angern – den Kopf frei bekommen

Heute Nacht hat es noch einmal richtig zugeschlagen – das Wetter. Ein Gewittersturm vom feinsten. Wir haben darauf gewartet, dass irgendwo Wasser eindringt oder irgendwelche Äste oder sonstige Teile ins Auto reinkommen. Aber nicht der gleichen ist geschehen. Und jetzt am Morgen scheint die Sonne. Frühstückswetter vom feinsten.

Dann geht es mit dem Radl auf der österreichischen Seite Richtung Norden. Vorbei an diesen kleinen Fischerhütten entweder an der Morava oder an einem ihrer toten Arme. Bis zum Bahnhof Stillfried. Auf den ersten Blick ein kleiner runter gestufter Bahnhof mit keiner großen Bedeutung. Auf den zweiten Blick echt sehenswert. Im Gebäude ist ein kleiner Bauernmarkt fest installiert auf dem hiesige bäuerliche Betriebe und deren kleine regionalen Verarbeiter, zum Beispiel Bäcker oder Metzger, ihre Produkte anbieten. Wir kaufen Eier und Bauchspeck. Nachdem wir Kaffee und Tee getrunken haben.

Dann geht’s zurück. Wir finden an einer Fischerhütte einen kleinen Kiesstrand den wir uns dann mit einer Kanureisegruppe teilen. Baden, in der Sonne sitzen und trocken, unsere Hunde dabei beobachten, wie sie große Muscheln ausbuddeln und noch einmal baden.

Zurück bei Big Blue an der Fähre erste einmal die Seele baumeln lassen. Den Fährmeistern zusehen und den Kopf frei kriegen. So langsam kommt Erholung auf.

Franz vom Kanu-Ferl taucht auch wieder auf. Es macht Spaß sich mit ihm zu unterhalten. Ach so ein Freigeist und hat in seinem Leben auch schon vieles Interessantes gemacht. Leider hat er heute keine Zeit mit uns ins Gasthaus Traube in Mannersdorf zum Abendessen zu gehen. Schade. Aber er ist so ein Typ, dem laufen wir bestimmt noch einmal über den Weg.

Endlich dringt in mein Bewußtsein, natürlich von Heidi annimiert, dass zwischen Big Blue und der Morava unendlich viel wilder Meerrettich wächst. Mit meinen Erfahrungen im Spargel klauen schaffe ich es ein paar Wurzeln aus der Erde zu bekommen. Diese schäle ich dann und hacke sie in kleinste Würfel – denn unsere Reibe ist irgendwie abhanden gekommen – um sie dann in ein Glas mit Olivenöl zu versenken. Heidi ist pessimistisch, ob das klappt. Aber sie mag sowieso kein Meerrettich und bremmst das Thema daher gerne aus.

Für uns ungewöhnlich früh, gegen 18:00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Abendessen. Mit dem Fahrrad bis an die Hauptstraße von Mannersdorf. Bis hierhin können die Hunde frei mitlaufen. Wir schließen die Räder an einer kleinen Sitzgruppe mit Dach, nehmen Lara und Linda an die Leine und gehen die letzten 200 Meter zu Fuß.

Im Hinterhof unter einer wunderschönen Weinlaube bekommen wir eine hervorragende Weincremesuppe als Vorspeise, einen Grillteller und einen Rahmrinderbraten als Hauptspeise und einen Eispalatschinken als Dessert. Alles wirklich lecker. Das Bier auch. Und es läuft Fußball. Nicht hier, aber im Fernseher. Daher erleben wir ein wirklich ruhigen Abend.

Irgendwann stößt noch ein zweites Pärchen dazu. Die sind mit dem Motorrad unterwegs. Die haben uns von ihren Reisen vor allem mit dem Fahrrad erzählt und uns einen Tipp auf einen See irgendwo im Dreiländereck Polen, Slowakei und Tschechien gegeben.

Jetzt zurück an der Fähre, es ist 21:42 Uhr, hat Heidi entschieden, dass sie heute mal den Feierabend der Fährleute miterleben will. Also bis 22:00 Uhr durchhalten! Bei dem lauen Lüftchen heute Abend kein Problem.

2018-07-08 – Poysdorf

Unser Wasser ist alle. Wir müssen nachtanken. Dafür haben wir uns den Campingplatz in Poysdorf ausgeguckt. Er liegt auf dem Weg Richtung Brno und direkt an einem kleinen Badesee.

Nach dem Frühstück und der Hundeabarbeitungs-Fahrradtour läuft uns Franz noch einmal über den Weg. Er bespaßt wieder eine seiner Paddelgruppen. Dann machen wir uns auf den Weg. Es sind ja nur ein paar Kilometer.

Am Ziel ist die Rezeption nicht besetzt. Ein Schild fordert uns auf, einfach einen freien Platz zu okkupieren. Wir sind – obwohl wir ja nicht so die Campingplatzfreunde sind – von der Großzügigkeit der einzelnen Parzellen überrascht. Diese sind so großzügig bemessen, dass wir mit Big Blue mit ausgefahrener Markise immer noch Platz hätten, einen Wohnwagen mit darauf zu stellen. Der Badesee liegt gleich auf der anderen Seite des Zaunes, der durch die vielen Türen kein wirkliches Hindernis um dahin zu gelangen darstellt. Ein sehr gepflegter Rasen bis ans Wasser, ein kleiner Sandstrand und mehrere Treppen ins Wasser – auch von einer kleinen Insel aus – laden auch uns ein, hier zu baden und uns auf dem Rasen anschließend trocken zu lassen. Leider verzieht sich die Sonne genau in diesem Moment hinter den Wolken. So gehen wir dann doch noch warm Duschen. Von diesem Sanitärhaus war ich geplättet. Einen so umfangreich, vom Ambiente und der Funktionalität her super eingerichteten Sanitärbereich haben wir – und wir schon viele gesehen – noch nie angetroffen. Wir müssen diesem kleinen Platz – 20 Parzellen für Reisende – unser uneingeschränktes Lob aussprechen. Und das Paar, welches diesen Platz im Auftrag der Gemeinde betreut, muss ebenfalls ein hohes Lob gezollt werden. Die Anlage ist angenehm gepflegt und sauber. Das haben wir hier nicht erwartet und empfehlen diesen Platz wirklich gerne weiter.

Nur für Hunde ist es hier nicht ganz einfach. Im Bereich der Naherholungsanlage des Badesees ist mit Tieren alles verboten. So gehen wir mit unseren beiden Hunden auf der gegenüberliegenden Seite durch die Weinberge. Ich bin erstaunt. Hier haben die Winzer es geschafft tatsächlich aus der Weinanbaumonokultur, die man ja so aus den Weinbaugebieten kennt, zu vermeiden. Zwischen den Weinfeldern steht Getreide, Mais, Weideland und Wildwuchs. Es findet hier zwar – man kann es nicht verheimlichen – eine intensive Bewirtschaftung statt. Aber durch die Vielfältig- und Kleinteiligkeit der einzelnen Stücke können sich hier sogar immer noch Insekten halten. Auf welchen landwirtschaftlichen Flächen hören wir in unseren Breiten noch Grillen, sehen wir Schmetterlinge oder sonstiges Kleingetier? Hier ist es der Fall.

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Auf dem Rückweg finden wir noch einen Baum mit reifen Marillen. Eine Handvoll davon wird in meinen nächsten Müslis landen.

Gegen Abend ist die Rezeption wieder besetzt. Beim lockeren Einchecken wird mir auf meine Frage, wann wir am Abreisetag den Platz geräumt haben müssen, geantwortet: 14:00 Uhr. Das ist schon eine angenehme Aussicht auf morgen. Da können wir ausschlafen, noch mit den Hunden losgehen, Heidi will noch mit dem Rad in den Ort. Und bis Brno ist es ja auch nicht weit.

So können wir uns auf’s Abendessen in Ruhe freuen: Bratkartoffeln mit Rührei.

2018-07-09 – Hängen geblieben in Poysdorf

Nach dem Aufstehen und dem Hundebespaßen – eine Radtour Richtung Ameis – entschließen wir uns, einen Tag länger hier zu bleiben. Heidi fährt mit dem Fahrrad in den Ort. Das kommt mir entgegen: Ich bleibe hier und passe auf die Hunde auf.

Hier ist ein Pilgerweg für irgend eine Maria soundso ausgeschildert und ein Radweg namens 995. Die Schilder dazu stehen recht sporadisch in der Gegend rum und die Wege sind – manchmal – bessere Feldwege. Da sind wir anderes gewohnt. Aber der Poybach ist in der Nähe und die Hunde können immer mal wieder abtauchen. Übrigens, Linda ist mittlerweile die größere Wasserratte von den Beiden. Sie geht immer ins Wasser wenn welches da ist. Lara nur wenn ihr wirklich heiß ist oder sie Angst hat, dass wir ihr wegschwimmen und sie alleine zurücklassen.

Ein Besuch im Ort lässt uns nachdenken. Auch der Ort ist wirklich sehenswert. Und wer dem Wein frönt, der kann hier was erleben. Mindestens ein Winzereibetrieb macht je Tag hier Verkostungen. Das Ganze ist meist mehr ein Restaurantbesuch: Menü und Weine kennenlernen. Daher ist uns mittlerweile unverständlich, warum der hiesige Campingplatz hauptsächlich von Kilometerfressern genutzt wird: Spät Abends ankommen und Morgens früh weg. Kroatische Küste bis hier an einem Tag mit Wohnanhänger. Ich sag da mals nicht zu.

Neben einem Oldtimermuseum und einer außerhalb liegenden Kirche haben wir noch eine Menge „touristische“ Attraktionen gesehen. Aber wir sind ja nicht so die Sightseeing Hoppers. Uns haben mehr die Radwege und der Badesee interessiert.

Als wir zum Abendessen draußen unter unserer Markise – das erste Mal – sitzen kommt die Frau vom Platz vorbei und schenkt uns noch selbstgemachten Johannisbeerkuchen. Sie hat diesen uns mit dem österreichischen Namen vorgestellt. Haben wir aber nicht verstanden oder können uns diesen Namen nicht merken. Ist aber total lecker. Danke dafür.

2018-07-10 – Weiterfahrt an die vodní nádrž Nové Mlýny-dolní Seen

Nach Frühstück, mit den Hunden die erste Runde drehen, schwimmen, fahrfertig packen, duschen und bezahlen geht es Richtung Tschechien los.

Noch bei Hofer (österreichischer Aldi) vorbei und ein bisschen einkaufen. Wir müssen auch hier wieder erkennen, dass Hofer wirklich ein anderes Qualitätsmanagement hat als die Mutterbetriebe in BRD. Unmengen an Bio und regionalen Produkten. Mit Herkunftshinweis. Zum Beispiel Kartoffeln bei denen wirklich bis auf den Anbaubetrieb die Herkunft angegeben ist. Warum können das unsere deutschen Einzelhändler nicht?

Die Grenze ist nah und mal wieder unbewacht. Irgendwie versäumen wir, uns tschechische Kronen an der Grenze zu besorgen.

Dann finden wir uns erst einmal auf der mautpflichtigen Schnellstraße 52 wieder. Also schnell runter und nach Pavlov an den See. Campingplätze entwickeln sich hier immer mehr zu Plätzen mit stationären Mobilhomes. Wohnmobile werden hier gar nicht gerne genommen. Und die die welche nehmen, da passen wir auf Grund unserer Größe nicht drauf. Meist ist schon das Tor ein ununterwindliches Problem. So stellen wir uns am Damm bei Dolní Věstonice in die Büsche.

Nach zweimal umrangieren haben wir unsere Position gefunden. Räder raus und auf dem Deich mit den Hunden Auspowertraining machen. Das klappt auch hervorragend. Keine Ablenkung für Lara und Linda außer verdächtig vielen toten Fischen am Ufer. Es war sehr heiß die letzten Wochen. Wir denken, dass im Seewasser ein gewisser Sauerstoffmangel herrscht, welcher zu diesen toten Fischen führt.

So langsam merken wir, dass wir hier schon einmal (erfolglos) waren. Genau, auf unserer ersten Albanienfahrt in 2016 haben wir auch hier versucht zu übernachten und aber keinen geeigneten Platz gefunden. Wir sind dann nach Pouzdřany gefahren und haben dortigen Seengebiet an einem Fahrradweg zwischen Weinkellern übernachtet. War auch sehr schön dort.

Nach unserer Radtour bin ich alleine noch einmal nach Dolní Věstonice geradelt. Irgendwie ist hier eine ganze Menge kleintouristischer Infrastruktur vorhanden. Eben auch viel in Verbindung der Winzereibetriebe hier. Aber irgendwie ist nicht los. Schöne Pensionen aber keine Menschen zu sehen. Die kleinen Imbissbuden, als wir ankamen noch voll besetzt stehen jetzt so gegen 19:00 Uhr vereinsamt da. Dabei ist das hier ein echt schöner Landstrich. Man könnte ihn vom Ambiente mit Rheingau oder Mosel vergleichen. Ich verstehe es nicht.

2018-07-11 – Dolní Věstonice

Bei trüben Wetter den ganzen Tag die Hunde um die Seen gescheucht. Es ist wirklich schön hier. Nur die vielen Angler schmeißen die Reste ihrer gefangenen Fische, die sie sich dann grillen, in die Gegend. Und Lara ist da eine Fressmaschine. Und Linda lernt von ihr. Das nervt. Aber trotzdem alles gut. Trotzdem schöne Stellen in den beiden Orten gesehen.

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Am Abend drehen wir nach einem ausgiebigen Regen nochmal eine kleine Runde. Die Abendstimmung ist faszinierend: Klare Luft und die Sonne teilweise unter den verbliebenen Wolken. Die Schwanenfamilie sitzt am Ufer und putzt sich für die Angler heraus in der Erwartung etwas vom Beifang abzubekommen. Mehr als diese Bilder wollen wir euch heute nicht zeigen.

2018-07-12 – Veselí nad Moravou

Nach unserer Entscheidung, uns doch mehr an Flüssen als an Seen zu orientieren, sind wir zurück an die Morava (Slowakei), March (Österreich) und hier heißt sie jetzt Moravou. In Veselí finden wir mehr durch Zufall einen kleinen Platz, an dem hauptsächlich (Haus-) Bootreisende rasten oder übernachten. Irgendwie ist uns nach über einer Woche Freistehen der Sinn nach etwas „Geselligkeit“. Der Platz ist schön angelegt. Wir stehen mal wieder direkt am Wasser des Baťův Kanals.

Als erstes gehen wir Einkaufen und gucken uns dabei das Zentrum dieser Kleinstadt (?) an. Wir haben es schon auf der gesamten Strecke hier in Tschechien bemerkt: Es gibt kaum Leerstand. Überall wird gebaut, saniert oder modernisiert. Privat oder von Staats wegen. Fußgängerzonen wachsen überall aus dem Boden, Geschäfte werden angesiedelt und was hier besonders auffällt, sind die überaus großzügige Anlage von Radwegen mit einer bestechenden Ausschilderung. Und diese Wege sind mit einheimischen Radfahrern und Radtouristen sehr stark frequentiert. Die Gegend bietet sich dafür auch an.

Unsere erste Radtour am Kanal Richtung Süden ist richtig entspannend. Wir können die beiden Hunde frei laufenlassen, da es hier keine Angler gibt, denen Linda die Köder wegfressen will oder die ihren Fehl- beziehungsweise Beifang einfach in der Botanik entsorgen.

Wir beobachten die Boote auf dem Kanal: Hausboote die man mieten kann für längere Touren, kleine Boote für Tagestouren und „Touridampfer“, die Gruppen auf dem umfangreichen Fluss- und Kanalsystem umher schippern.

Anschließend packen wir die beiden Hunde in Big Blue und radeln in Richtung Norden zu einem See bei Uherský Ostroh. Der Weg zieht sich länger hin als gedacht. Eine Reisebus große Radlergruppe aus Unterfranken kommt uns entgegen. Dies ist für uns der Moment umzudrehen. Auf dem Rückweg sind wir ganz schön fertig. Haben uns wohl etwas übernommen.

Am Platz zurück ist es glücklicherweise schon 18:00 Uhr und so können wir uns im Pavillon des Platzes dem ersten Bier hingeben. Der Junge, der den Laden schmeißt und auch bekocht, erklärt uns die in Tschechisch gehaltene Speisekarte auf – uns verständlichem – Deutsch. Die erste Speise ist Kohl- beziehungsweise Krautsuppe. So ein Zufall. Denn die haben wir auch in Big Blue. Die hat Heidi schon vorbereitet. So bleibt uns nur die Aussicht auf ein Essen im Restaurant für morgen. Nach dem Essen noch ein Bier in der Bar. Anschließend noch den Tag zusammenfassen und dann ins Bett.

2018-07-13 – Veselí nad Moravou (Zweiter Tag)

Es beginnt leider wieder ein trüber Tag. Ausgedehnte Spaziergänge an der Moravou und dem Baťův Kanal. Ein bisschen kürzer treten heute. Habe mich mit meinem linken Kniegelenk gestern etwas übernommen. Tut weh.

Wir kommen auf dem Rückweg von hinten in den hiesigen Schlosspark.

Auf einer Infotafel wird gezeigt, dass um 1900 der hiesige Bewohner sich hat eine kleine Schmalspurbahn durch den Park zum Zweitschloss am anderen Ende der Anlage bauen lassen. Die fotographische Dokumentation auf der Stelltafel lässt das Herz eines Modell- und Museumseisenbahnfans höher schlagen: Mit Dampflok, mehreren Waggons, viel Gleiskörper bis hin zum Lokschuppen. Aber alles nicht mehr vorhanden. Leider.

Etwas einkaufen – endlich wieder Kozel Bier. Und auch Heidis Suche nach Lakritzen ist auch mit Erfolg beschieden. Es ist Freitag, der 13-te.

Jetzt mal erkunden, was mit dem Schwimmbad auf der anderen Seite los ist. Und eine Bootsfahrt für morgen buchen.

2018-07-14 – Veselí nad Moravou (Dritter Tag)

Frühstück, für heute Abend einkaufen, die Hunde bewegen und dann zum Schiff. Es startet um 10:00 Uhr hier auf dem Platz nach Strážnice. Wir haben uns das heute als touristisches Ereignis vorgenommen nachdem wir uns in den letzten Tagen nicht für Kanuing oder dem Mieten eines kleinen Motorbootes entscheiden konnten.

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Das Schiff ist fast voll. Wir haben uns für das Oberdeck entschieden, damit für die beiden Hunde mehr Platz ist. Der Skipper kommt auch gleich vorbei und stellt den Beiden einen großen Eimer Wasser hin.

Von hier oben haben wir einen sehr schönen Überblick über diesen interessanten Kanalbau. Dieses Kanalsystem ist angelegt worden um zum einen den Grundwasserspiegel hier in der Region zu regulieren und zum anderen einen Wasserweg zu haben, auf dem man Güter transportieren kann. Der Kanal kreuzt mehrfach die Morava. Die unterschiedlichen Wasserpegel werden durch ein umfangreiches und ausgeklügeltes Staudamm und Schleusensystem ausgeglichen. So erleben wir heute auch mehrfache Schleusungen. Diese Anlagen sind klein und werden von Schleusenwärtern oder Wärterinnen gesteuert. Die Durchfahrt ist auch für die Haus- und Kleinboote umsonst. Das Ambiente hier und die Stimmung vor allem an den Schleusen erinnert mich an den Canal du Midi in Südfrankreich, der vom Mittelmeer nördlich der Pyrenäen bis fast an den Atlantik verläuft. Unter Brücken müssen wir die Köpfe einziehen und vom Ufer reichen zurzeit Mirabellenbäume ihre fast reifen Früchte an Bord.

In Strážnice angekommen finden wir uns erst einmal in einem touristischen „Zentrum“. In einem kleinen „Hafen“ tummeln sich die Touristendampfer, die Hausboote, die kleinen Motorboote und Kanus. Die Radfahrer, die es hier in der Gegend zuhauf gibt. Das haben wir schon 2015 auf unserer Elbetour erfahren müssen: Die Tschechen lieben scheinbar das Radeln.

Wir tippeln erst einmal etwas am Ufer entlang um den Hunden ein erfrischendes Bad zu gönnen. Leider sind die Ufer meist so steil, dass sie sich nicht rein trauen. Ein kleiner Schubs kann da Wunder wirken. Kaum drin paddeln sie um die Wette. Und das Rauskommen ist wirklich nicht problematisch für die Beiden. Wir wundern uns immer wieder, wie sie sich am Ufer hochziehen.

Dann machen wir uns auf einen kleinen Rundgang durch den Ort. Wir sind erstaunt. Mehrere schloss- beziehungsweise klosterartigen Großkirchen dominieren das Stadtbild. Ein großer Park, in dem in seinem Atriumtheater ein Musikfestival von Beat Radio – übrigens ein geiler Sender hier / Rock aus unserer Jugend – vorbereitet wird lädt zum pausieren ein. Und auf dem Weg zurück Hafen finden wir auch noch das Freilichtmuseum Strážnice. Und hier kommt unsere nicht vorhandene Planung wieder mal ins Wanken. Das will sich Heidi genauer ausschauen. Daher werden wir in den nächsten Tagen dann erst einmal nicht Richtung Norden weiterfahren sondern die paar Kilometer stromab Richtung Süden und uns dort einen schönen Platz suchen, von dem aus wir dann uns das hier noch einmal genauer anschauen können. Kultur, ich hör dir trapsen.

Auf der Rückfahrt regnet es ein bisschen. In Veselí ist das aber schon wieder vorbei. Wieder mit den Hunden ans Wasser, dann unser erstes Feierabendbier hier in dem Platzrestaurant. Mit einem Haufen in Olivenöl gerösteten Brot mit Knoblauchzehen zum individuellen Verreiben. So fällt dann unser Bauernfrühstück (Bratkartoffeln mit Rührei) heute aus und es gibt einen Salat mit Ei. Wir waren schon vom Brot pappsatt.

Noch ein paar Runden Mölkki und dann können wir es nicht mehr unterlassen. Wir tapern noch einmal rüber zu dem Musikfestival im hiesigen Schlossgarten. Wunderschön in der Anlage eine Bühne aufgebaut, ein paar Stände für das leibliche Wohl. Nur die Musik ist dann doch nicht so ganz die unsere. Aber im direkten Umfeld finden wir noch schön eingerichtete Spielplätze. Für Kinder tun die hier einiges.

So komme ich dann doch noch zum Schreiben. Jetzt aber treiben mich die Mücken rein in Big Blue. Morgen haben wir Hochzeitstag.

2018-07-15 – Veselí nad Moravou (Unser Hochzeitstag)

Wir waren im Schwimmbad gleich neben dran. Heidi als Sportlehrerin findet, wenn wir bei uns solche Schwimmbäder hätten, dann wäre das ein ungemeiner Zugewinn. Es gibt alles. Und das vom Feinsten. Nur keine Sprungbretter, dafür darf man überall im Bad essen und trinken. Pizza und Bier am Beckenrand. Und erstaunlicherweise nichts davon im Wasser.

Heute grillen wir uns Klobasa. Seit langem mal wieder unseren Mu kratha aus der Kiste geholt. Er funktioniert immer noch. Kann ja auch nichts dran kaputt gehen. Vor allem, wenn man nur die Feuerschale nutzt. Wie wir heute Abend.

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Am Abend zum Feierabendbier ins Bistro BaŤák. Roman, Tereza und Baira, die drei machen hier wirklich einen tollen Job. Das Bier schmeckt und das Essen ist lecker (Das haben wir schon der Tage ausprobiert). Kleine Karte, aber oho. Viel Frisches und natürlich alles Gerichte aus regionaler Küchenkunst.

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Den endgültigen Abschluss dieses Tages finden wir auf einem der Deiche hier bei untergehender Sonne.

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2018-07-16 – Veselí nad Moravou – Am Badesee

Roman vom Bistro BaŤák hat uns gestern einen Tipp gegeben: Ein Badesee in 1000 Metern Entfernung. Dort gehen die einheimischen (Jugendlichen) zum Baden. Das wollen wir uns heute mal anschauen. Dafür haben wir unseren Aufenthalt hier noch einmal verlängert.

Roman hat recht. Ein schöner Badesee. Das Wasser ist trotz der hohen Temperaturen nicht veralgt. Es sind wenige Angler am Ufer und kaum Schwimmer. So können wir ganz in Ruhe unsere Runde schwimmen. Und Libellen beobachten. Nur eins hatte Roman nicht so im Griff. Das mit Entfernungen. Es sind locker drei Kilometer von unserem Stellplatz bis zu diesem schönen See. Zu Fuß schon eine Herausforderung bei den heute vorherrschenden Temperaturen. Vor allem der Rückweg.

Anschließend machen wir noch eine Runde durch die hiesigen Supermärkte: Billa und Kaufland. Billa, der uns in Österreich neben Hofer (das dortige Aldi) besonders wegen seiner regionalen Produktpalette aufgefallen ist, kann hier mit diesem Anspruch nicht so punkten. Kaufland jedoch hat im Gemüsebereich wirklich für fast alles eine Alternative aus regionalem Anbau. Trotzdem, Fleisch und Brot kaufen wir auf dem Rückweg bei zwei kleinen handwerklichen Betrieben. Da haben wir ein besseres Gefühl. Heute gibt es Blumenkohlsuppe. Das Fleisch ist für Morgen. Irgendwas mit Goulasch.

Und für unsere Hundchen haben wir vier Schweinefüße erstanden. Ja, hier gibt es so etwas noch beim Schlachter. Und zwar nicht aus dem Hinterstübchen. Nein, sowas liegt hier ganz offen im Tresen.

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